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1. Kung Fu gehört zu Wushu. Doch was ist Wushu?

     
     

Um zu erklären, was unter "Kung Fu" verstanden wird, muss man vorerst etwas weiter ausholen und erläutern, unter welchem Begriff Kampfkünste in China überhaupt zusammengefasst werden.

Der Sammelbegriff für alle chinesischen Kampfkünste ist "Wushu", was übersetzt soviel wie "Kampfkunst" bedeutet. Das Analogon zu diesem Begriff in Japan lautet "Budo".

In China gibt es eine etliche hundert Jahre alte Tradition der Kampfkünste. Als Ursprung der meisten Stile werden häufig die Kampfkünste der buddhistischen Mönche des Shaolin-Klosters oder die Kampfkünste der daoistischen Mönche aus den Wudang-Bergen betrachtet.

Heutzutage sind mehrere hundert traditionelle und moderne Kampfkunststile und -systeme bekannt. Viele dieser Stile beinhalten sowohl waffenlose als auch bewaffnete Techniken, wobei die unterschiedlichsten Waffen gebräuchlich sind.
Leider wird im Westen häufig fälschlicherweise die Bezeichnung Kung Fu verwendet, wenn man von chinesischen Kampfkünsten spricht.

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Was ist Wushu?

 
           
 
 

2. Kung Fu (Gōngfu) ist "harte Arbeit"

     
     

Korrekterweise bezeichnet der Begriff "Kung Fu (bzw. Gōngfu)" eine große Anzahl verschiedener Systeme der chinesischen Kampfkunst (Wushu).
Diese wurden vor Jahrhunderten zum Zweck der Selbstverteidigung, aber auch als Gesundheitsübungen und als Umsetzung philosophischer Hintergründe entwickelt. Viele der Kung Fu Stile gehen - wie oben erwähnt - auf die buddhistischen Mönche des Shaolin Klosters zurück.

Kung Fu bedeutet übersetzt soviel wie "harte Arbeit“ bzw. "etwas durch harte bzw. geduldige Arbeit Erreichtes".

In der chinesischen Philosophie versteht man unter Kung Fu allerdings weniger eine Kampfkunst, als vielmehr ein "Lebensprinzip", nach dem es dem Kung Fu praktizierenden Individuum möglich sein soll, sich durch das Arbeiten an sich selbst und seinen eigenen Fähigkeiten zu vervollkommnen.

Im traditionellen chinesischen Sprachgebrauch ist Kung Fu keine Bezeichnung für die Kampfkünste im Speziellen, sondern vielmehr für jede Fertigkeit, die man sich durch harte Anstrengung erarbeitet und in der man es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat.

Dies kann sich auf die Kampfkünste, aber auch auf jede andere Tätigkeit beziehen!

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  Kung Fu ist harte Arbeit  
           
    3. "Kung Fu" - philosophisch interpretiert      
     

Das Wort Kung Fu (siehe Schriftzeichen oben rechts) wird aus den Schriftzeichen Gōng 功 (chin. für "Errungenschaft") und Fu 夫 (chin. für "Mensch") gebildet.

Kung Fu ist nicht nur sportliche Betätigung sondern hat einen tieferen Sinn. Dieser kann abgekürzt als "Arbeit an der eigenen Person durch konsequente Hingabe" festgehalten werden.

Der zusammengesetzte Begriff hat in der chinesischen Philosophie eine tiefgehende Interpretation, die nachfolgend angeführt ist:

  Kung Fu - philosophische Interpretation  
     

Kung Fu ist das Unterfangen des Menschen, sich durch ständiges Bemühen zu vervollkommnen.

Was immer wir auch tun, stets kommt in unserem Tun unsere innere Verfassung zum Ausdruck.

Wenn wir unser Handeln vervollkommnen, vervollkommnen wir uns selbst.

     
     

Hier ähnelt der Begriff Kung Fu der Verwendung des Begriffes "" (jap. für: "Weg, Pfad") in den traditionellen japanischen Künsten. Neben der wörtlichen Bedeutung "harte Arbeit" ist dies auch ein Hinweis auf die spirituellen Dimensionen und den Einfluss des Dao (siehe dazu "Daoismus im Wing Chun") auf die Praxis der einzelnen Kung Fu Disziplinen.

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    4. Faszination Wing Chun Kung Fu      
     

Die besondere Faszination des Wing Chun Kung Fu ergibt sich demnach aus der einzigartigen Kombination von

  1. hocheffektiver Kampftechnik,
  2. der Eleganz bzw. Ästhetik der damit verbundenen Körperbewegung, die durch dauerhafte Wiederholungen zur Perfektion geschliffen wird und damit verbundener individueller Bewegungskunst bzw. individuellem Körperausdruck,
  3. dem philosophischem Hintergrund mit direkter Auswirkung auf den persönlichen Lebensweg bzgl. die eigene Persönlichkeitsentfaltung und
  4. der physischen als auch psychischen Gesundheit bis ins hohe Alter aufgrund andauernder, lebenslanger Fitnessübungen und Auseinandersetzung mit sich selbst.

Es ist somit offensichtlich, dass Wing Chun Kung Fu mehr zu bieten hat, als nur den Aspekt der "reinen Selbstverteidigung" bzw. der "kultivierten Prügelei".

Tatsächlich ist Wing Chun als Kung Fu-Stil ein vielschichtiges von vielen Ebenen durchzogenes brilliantes Kampfkunstsystem, das für viele, die sich dafür öffnen und auf die Suche nach sich selbst gehen mögen und die nötigen Voraussetzungen mitbringen, viele Überraschungen bereit hält.

Unverzichtbare Voraussetzung für Wing Chun ist unter anderem, dass man bereit sein muss, die "harte Arbeit" aufzubringen, um zu finden, wonach man sucht bzw. strebt. Wie bekannt, wird einem im Leben selten etwas geschenkt...was auf Wing Chun ebenfalls zutrifft...außer man leistet die "harte Arbeit!"

Diesen Weg des Kung Fu - also der "harten Arbeit" - versuche ich in meiner Schule für WING CHUN zu beschreiten und lade jeden Interessierten ein, sich zu prüfen, ob er nicht Lust hat, ebenfalls diesen Weg zu gehen.

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  Faszination Wing Chun  
           
   
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