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1. Gewalt gegen Senioren - einige Beispiele aus der Tagespresse

     
     

Gewalttätige Übergriffe auf Senioren dominierten 2007, 2008 und 2009 die Presse.

Ich will hier zwei der in der Presse erschienene Artikel zitieren, falls diese dem einen oder anderen entgangen sein sollten. Sie sollen verdeutlichen, dass Gewalt im Alltag keine Seltenheit ist und jeden treffen kann.

In den nachfolgenden Beispielen waren jeweils ältere Mitbürge im Alter > 60 Jahre betroffen.

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Gewalt gegen Senioren

 
           
 
 

2. Gewalt gegen 60-Jährigen in Münchner U-Bahn

     
     

Ein junger Mann versetzte einem 60-Jährigen am vergangenen Samstag einen Kopfstoß in der Münchner U-Bahn. Die Polizei fahndet nach dem Täter.

Der junge Mann, der am Samstag gegen 15 Uhr einem 60-Jährigen in der U 5 nach Neuperlach einen Kopfstoß versetzt hat, wird nun mit Hilfe eines Fahndungsfotos gesucht.

Der 60-Jährige war laut Polizei in die Bahn eingestiegen und an der Tür stehen geblieben. Der junge Mann hatte daraufhin gesagt: "Geh zur Seite, ich will rein!" Da eine Türhälfte frei gewesen sei, habe der ältere Mann geantwortet, er könne doch hineingehen.

Daraufhin hatte der Jüngere ihm einen so wuchtigen Kopfstoß versetzt, dass der ältere Mann eine blutige Platzwunde über dem Auge erlitt und zu Boden ging. Der Angreifer habe sich daraufhin noch breitbeinig über ihn gestellt und ihn schlagen wollen, andere U-Bahn-Fahrgäste hätten jedoch eingegriffen und ihn daran gehindert.

Niemand habe jedoch in dem Moment die Polizei verständigt, obwohl das Opfer dazu aufgefordert habe. Dies hatte der Mann dann zu Hause selbst getan.

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  Gewalt gegen 60-Jährigen  
           
    3. Jugendliche prügeln 76-Jährigen fast zu Tode      
     

Weil er sie gebeten hat, die Zigaretten auszumachen, musste ein 76-Jähriger beinahe mit seinem Leben bezahlen. Es geschah am Donnerstagabend (22.12.2007) in der U-Bahnlinie U4 in München.

Der Rentner saß nur unweit von zwei Männern, die beide im U-Bahn Waggon rauchten. Als er die Männer ansprach und darum bat, das Rauchen einzustellen, bespuckten und beschimpften sie ihn. Etwa 15 bis 20 weitere Personen, die sich ebenfalls im Waggon befanden, schwiegen.

Der Rentner verließ das Abteil, und stieg Endhaltestelle Arabellapark aus. Die beiden Männer folgten ihm.

Im menschenleeren Zwischengeschoß griffen sie schließlich den Rentner von hinten an und streckten ihn durch einen gezielten Faustschlag gegen den Kopf zu Boden. Die beiden schlugen und traten auf den wehrlosen Mann ein und trafen dabei mehrfach den Kopf und das Gesicht.

Der Rentner blieb leblos liegen, die Unbekannten flüchteten und entwendeten auch den Rucksack des Mannes.
Ein kurz darauf zufällig vorbeikommender Passant verständigte die Polizei. Der Rentner musste mit schweren Kopfverletzungen in eine Klinik eingeliefert werden. Er erlitt bei dem Überfall zahlreiche Schädelfrakturen mit Einblutungen in das Gehirn.

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  Gewalt gegen 76-Jährigen  
           
   

4. Welche Lehre ziehen wir aus diesen Pressemitteilungen?

     
     

Aus diesen Zeitungsartikeln entnehmen wir, dass traurigerweise ältere Menschen vor tätlichen Übergriffen Jüngerer nicht gefeit sind. Der Respekt vor dem Alter scheint bedauerlicherweise stetig abzunehmen.

Ältere Menschen stellen häufig für Jüngere aufgrund des fortgeschrittenen Alters besonders "geeignete Opfer" dar.
Die Körperkraft lässt im hohen Alter zwangsweise nach, die Mobilität ist nicht mehr die eines 20-Jährigen.
Ältere Menschen werden sich nicht mit der Heißblütigkeit eines 20-Jähirgen wehren können und sich auch nicht leichtsinnig und "ohne Rücksicht auf eigene Verluste" kopflos in eine Schlägerei hineinziehen lassen, wie es bisweilen bei jungen Männern der Fall ist.

Im Gegensatz zur Körperkraft, die bei unseren älteren Mitbürgern häufig im fortschreitenden Alter nachlässt, bleibt deren Zivilcourage und der Hang zu Erziehungsmassnahmen Jüngerer unverändert bestehen.

Wer schon eine gewisse Lebensspanne wie beispielsweise ein 50- bzw. 60-Jähriger hinter sich hat, möchte sich selten Pöbeleien jüngerer Menschen, die eventuell auch noch so alt wie die eigenen Kinder sind, gefallen lassen. Das kann man gut nachvollziehen.

Auch tatenlos zuzusehen, wie Schwächere von rüpeligen Jugendlichen drangsaliert werden, kommt für viele ältere Menschen nicht in Frage. Sie eilen den Opfern zur Hilfe, greifen beherzt ein und werden somit schnell selbst zum Opfer.

Auch Hinweise wie: "Hier ist Rauchen verboten", oder andere couragierte Verweise auf gängige Regeln unserer Gesellschaft, können mehr Probleme verursachen, als einem lieb ist.

Mein Rat ist:

"Weiche nicht von couragiertem Verhalten ab sondern zeige Zivilcourage!"

  Welche Lehre ziehen wir aus Pressemitteilungen?  
     


Wehrhafte Senioren - Die Deckung dieses älteren Herren ist zwar offen wie ein Scheunentor, dennoch zeigt er sich wehrhaft - was schon mal ein guter Anfang ist. Warum sollten sich ältere Leute Frechheiten oder gar körperliche Übergriffe jüngerer Mitmenschen gefallen lassen?

     
     

Warum sollen wir uns Frechheiten unserer Mitmenschen gefallen lassen?

Wappnen wir uns lieber gegen körperliche Übergriffe derjenigen, die meinen, sich nach Belieben Opfer herausgreifen zu können.

Wing Chun ist hier das Mittel der Wahl und stellt auch für ältere Menschen eine effektive Selbstverteidigung dar.

Nicht umsonst heißt es häufig:

"Wing Chun gilt als Stil der Meister fortgeschrittenen Alters."

Hier muss man allerdings aufpassen, wie dieser Ausspruch gemeint ist, da es gerne zu Missverständnisse kommt.

Der Ausspruch ist nicht so zu verstehen, dass man im fortgeschrittenen Alter mit Wing Chun beginnen kann, wenn man vorher lange Zeit nicht trainiert hat oder noch nie Kampfsport betrieben hat.

Vielmehr ist der Ausspruch so zu verstehen, dass man Wing Chun - wenn man früh angefangen hat und kontinuierlich trainiert hat - bis ins fortgeschrittene Alter ausüben kann.

Nicht mehr und nicht weniger ...

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5. Wie alt darf ich sein, um noch mit Wing Chun zu beginnen?

     
     

Diese Frage möchte ich durch den Verweis auf Yip Man (*10.10.1883, †01.12.1972), einen der wirklich großen Lehrer des Wing Chun, beantworten (siehe dazu den Artikel "Yip Man - Urvater vieler Wing Chun-Stilrichtungen weltweit").

Dieser ist noch fröhlich an dem traditionsreichen Trainingsgerät des Wing Chun - der Holzpuppe (Mok Yan Chong) - herumgesprungen, bevor er einige Wochen später im Alter von 79 Jahren vor seinen Schöpfer getreten ist.

Gerne sagt man daher: "Für Wing Chun ist man nie zu alt."

Diesem Ausspruch stehe ich allerdings reichlich kritisch gegenüber. Hat man vorher nie Kampfsporttraining gemacht, hat man jahrelang wenn nicht sogar jahrzehntelang keinerlei Fitness mehr betrieben, wird es mit Wing Chun garantiert nichts mehr. Das ist zwar traurig, aber leider die Wahrheit!

Es gibt Grenzen der Erlernbarkeit und diesen muss man sich zwangsweise beugen. Man kann nichts erzwingen und der Körper wird uns früher oder später ganz von selbst diese Grenzen aufzeigen.

Allein die Tatsache, dass wir in dieser Schule zusätzlich Bodenkampf und Fallschule trainieren, stellt für die meisten ältere Menschen eine Hürde dar, die nur noch selten genommen werden kann.
Fallschule noch ab einem Alter von 35 Jahren und aufwärts zu erlernen, gelingt den meisten nicht mehr. Der Körper kann den Aufprall auf den Boden nicht mehr verkraften, die Knochenstruktur ist schon zu schwach und somit existiert hier bereits eine physische Grenze.

Die Belastbarkeit der Knochen ist generell reduziert. Schlagkrafttraining auf Pratzen ist mit Vorsicht zu genießen und auch die Koordinationsfähigkeit wie auch das Erinnerungsvermögen können begrenzt sein.

Dennoch, es gibt durchaus auch Trainierende, die weit über 35 Jahre alt sind und auch im fortgeschrittenen Lebensalter noch in der Lage sind, mit Wing Chun zu beginnen. Dieser Personenkreis hat in der Regel ein Leben lang Sport betrieben, hat bereits Kampfsporterfahrungen und möchte nun auf Wing Chun umsteigen. Hier sehe ich durchaus Chancen, dass es trotz des Alters > 35 noch etwas werden kann.

Beispielsweise haben wir bei uns in der Schule einen Trainingspartner fortgeschrittenen Alters (> 50), der aus seiner Jugendzeit noch mit der Judo-Fallschule vertraut ist. Als die jüngeren Mitglieder begannen, Fallschule zu erlernen, zeigte er mal kurz, wie der Sturz vorwärts ausgeführt wird. Er sprang aus dem Stand ab und lies sich aus ca. 1 m Höhe waagerecht mit lautem Knall zu Boden fallen. Eine echt beeindruckende Vorstellung, die den jüngeren Mitgliedern und mir nachhaltig Respekt abfordert. Einfach stark!

Hat man auch ab einem Alter von >35 Jahren noch die nötigen physischen und psychischen Voraussetzungen, ist es wieder einmal nur eine "Frage der eigenen Willenskraft", ob man noch Wing Chun erlernen kann - dies wird dann "im Kopf" entschieden.

Dazu habe ich im Artikel über "Wing Chun für Jugendliche und Erwachsene" noch ein paar weitere ausführende Worte geschrieben.

Regelmäßiges Training hält fit und gesund, denn wie heißt es so schön: "Wer rastet, der rostet." Da der Unterricht individuell auf jeden zugeschnitten ist, wird jeder gemäß seiner eigenen Grenzen gefördert und auch gefordert - aber nicht überfordert.

Da Wing Chun auf akrobatische Bewegungen verzichtet, Firlefanz wie Spagat, oder andere Showbewegungen eh im Wing Chun wenig Sinn machen, ist Wing Chun eine sportliche Betätigung, die - ausschließlich nur dann, wenn man kontinuierlich trainiert und nicht pausiert - bis ins höchste Alter ausgeübt werden kann.

Die Intensität des Trainings, die Härte und die Anforderung an den Einzelnen kann individuell von jedem selbst angepasst werden.

Wie sich jeder einzelne selbst quälen will, hängt von ihr / ihm selbst ab. Niemand wird schräg angeschaut, wenn er mal  verschnauft und sich eine kurze Pause gönnt - und zwar unabhängig vom Alter.

Das Einzige, was ich von jedem Schüler fordere, ist das Training an seiner eigenen Grenze mit der stetigen Bemühung, diese auszuweiten.

Wer also älter als 35 Jahre ist und meint, er hat schon alles erlebt, weiß schon alles, hält sich ohnehin schon für sehr lebensweise und meint, nicht mehr dazulernen zu müssen, ist hier ziemlich sicher falsch. Auch die ältere Generation muss genauso wie die jungen Mitglieder stetig lernen wollen und wie in anderen Bereichen des Lebens von vorne beginnen.

Das ist wohl nicht zuviel verlangt, wenn man Kampfsport oder Kampfkunst betreibt, oder?

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  Wie alt darf man sein, um mit Wing Chun zu beginnen?  
           
    6. Wing Chun bietet weitere Vorteile für Senioren als nur Selbstverteidigungsaspekte      
     

Neben der puren Selbstverteidigung, bietet Wing Chun noch weitere Vorteile, von denen jeder profitieren kann - nicht nur die älteren.

  1. Gezieltes Ausdauertraining stärkt Herz- und Kreislauffunktionen.
  2. Wing Chun-typische Trainingsinhalte verbessern die Elastizität der Muskulatur, die Flexibilität des Bewegungsapparates und auch die Reaktionsfähigkeit.
  3. Sensorische Fähigkeiten bzw. taktile Reflexe werden gesteigert.
  4. Häufige Partnerübungen optimieren die Koordinationsfähigkeit.
  5. Formentraining dient zu speziellem Atemtraining und trägt zur Entspannung bei.
  6. Kraftübungen festigen die Muskulatur und stärken die Körperstruktur.
  7. Vielfältige Inhalte müssen theoretisch und praktisch erarbeitet werden - das Erinnerungsvermögen wird gesteigert (in etwa wie "Gehirnjogging")

Diese und viele weitere Punkte machen Wing Chun zu einer interessanten Kampfkunst, die für alle Sportler - auch diejenigen höheren Alters - interessant sein kann.

Wenn Du noch keine Lust hast, im Vorruhestand bzw. als Rentner Pfeife zu rauchen, Zeitung zu lesen und immer nur einen Spaziergang im Park zu machen und nun Abwechslung suchst, bietet Dir Wing Chun sicherlich eine schöne Alternative.

Mir ist allerdings wichtig, dass jeder "ältere" Wing Chun Interessent sich klarmacht, dass es sich bei Wing Chun um eine Kampfkunst und keinen Gymnastikverein handelt.

Man sollte unbedingt frei von Bandscheibenprobleme, Arthrose, Kniebeschwerden oder andere "Zipperlein" sein. Sonst ist Wing Chun - jedenfalls in meiner Schule - einfach die falsche Sportart. Das muss leider in aller Deutlichkeit gesagt werden!

Jeder darf im Rahmen seiner eigenen Grenzen trainieren. Ich erwarte schlichtweg, dass man aber diese Grenzen dort ausweitet, wo es noch geht.

Im Endeffekt geht es im Leben doch hauptsächlich um den Kampf mit sich selbst - und wer sollte das besser begriffen haben, als unsere älteren Mitmenschen?

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  Vorteile durch Wing Chun für Senioren  
           
   
© 2009 Dr. Cord Elsner - WING CHUN - Stuttgart
     
             
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