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1. Bewegung sollte in den Alltag der Kinder integriert sein!

     
     

Generell sind eine gesunde Ernährung und Sport als wichtiger Ausgleich unersetzlich für die körperliche Entwicklung von Kindern. Bewegung sollte in den Alltag der Kinder integriert werden!

Heißt das, um die motorischen Fähigkeiten der Kinder müsse man sich keine Sorgen mehr machen?

Nein!

Viele Kinder sind zwar im Sportverein angemeldet, doch nur 13,6 Prozent trainieren dreimal oder häufiger die Woche, wenn man mal den Sportunterricht der Schule mitrechnet.

Noch problematischer ist, dass Kinder sich im Alltag immer weniger bewegen.

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist ein Problem, das immer mehr um sich greift: Inzwischen sind etwa 20 Prozent (jedes Fünfte) der Kinder in der Bundesrepublik heute übergewichtig. Die Tendenz ist steigend - Fachleute sprechen bereits von einer Epidemie. Seit den 80er Jahren hat sich der Lebensstil in Deutschland mehr und mehr verändert.

Kinder verbringen immer mehr Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer, tippen auf Tabletcomputer (Ipad, etc.) herum und bewegen sich generell zu wenig. So genannte "Kinderlebensmittel" enthalten oft zu viel Fett und zu viel Zucker.

Kinder, die sich hingegen richtig ernähren, haben eindeutig Vorteile im Kindergarten und in der Schule.

Sie haben größere Leistungsreserven, müssen nicht mit den Belastungen durch Übergewicht kämpfen und schaffen sich eine gute Grundlage für Gesundheit und Wohlergehen in späteren Jahren.

Es ist eigentlich ganz logisch:
Wer durch reichliche Mahlzeiten mehr Energie aufnimmt, als sein Stoffwechsel verbrennt, setzt Fettpolster an. Essen Kinder ohne sich - wie für Kinder eigentlich üblich - ausführlich zu bewegen, entwickeln sie Übergewicht..

Neuere Studien belegen, dass 10-20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind. Bei 7 – 8 Prozent aller Kinder und Jugendlichen liegt bereits eine "Adipositas" vor, d.h. sie sind stark übergewichtig. Das Problem ist, dass 85 Prozent der dicken Kinder auch als Erwachsene mit Übergewicht zu kämpfen haben. Doch Pfunde sind kein Schicksal - neben den Genen beeinflusst vor allem die "Erziehung" das Gewicht.

 

Bewegung in den Kinderalltag integrieren

 
     


Kinder bewegen sich zu wenig - Kinder zeigen motorische Defizite. Durch zu hohen Medienkonsum kommt die körperliche Entwicklung zu kurz - es entwickelt sich Übergewicht!

     
     

Bei über 4500 untersuchten Kindern und Jugendlichen zeigen sich durch mangelnde Bewegung starke motorische Defizite: Fast die Hälfte kommt bei der Rumpfbeuge mit gestreckten Beinen nicht mehr mit den Fingerspitzen bis zum Boden - geschweige denn, dass sie überhaupt wissen, dass man diese Übung "Rumpfbeuge" nennt.
Und 86 Prozent schaffen es nicht, eine Minute lang einbeinig auf einer Schiene zu balancieren, ohne den Boden zu berühren.

"Turnvater Jahn" würde sich bei dieser Entwicklung der Sportlichkeit von Kindern jedenfalls im Grabe umdrehen! Und mit was?

... mit Recht!

(nach oben)

     
           
 
 

2. Die Intensität des Sports ist bei Kindern zu gering!

     
     

Was kann der Grund für diese motorischen Defizite sein?

Heißt die Lösung: "Weg vom Computer, weg vom Fernseher, weg vom Internet, Ipad, Iphone und anderen Spielekonsolen?"

Definitiv JA!

Der erste Schritt für eine Bewegungsförderung ist tatsächlich, den Medienkonsum einzuschränken.

Fernsehen oder Computerspiele direkt nach der Schule oder aus Langeweile sind als eines von vielen Beispielen eine der häufigsten Ursachen für die Unsportlichkeit von Kindern. Gameboy, X-Box, Ipad, Iphone, Smartphones, PC.... und viele mehr.

Computer und Fernsehen sind häufig ein Grund, warum Bewegung bei Kindern Mangelware ist. Übergewicht, Bewegungslosigkeit, mangelnde Kondition sind die Resultate.

Häufig sind hier vor allem die Eltern gefragt! Denn Kinder kopieren die Eltern!

Und Eltern müssen hier stärker in die Pflicht genommen werden und erkennen, dass sie ihren Kindern einen großen Gefallen tun, wenn sie diese zu Sport antreiben!

Sitzen die Eltern selber vor der Röhre oder surfen stundenlang im Internet oder konsumieren Fastfood - wenn sie also stets den "angenehmen, nicht anstregenden Weg" wählen, orientieren sich ihre Kinder gemäß dem mangelhaften Vorbild ihrer Eltern - wie sollen Kinder auch sonst in jungen Jahren lernen?

Dabei haben Kinder noch ihr ganzes Leben vor sich!

Sollen sie dermaßen sportlich mangelhaft vorbereitet ihren Lebensweg beschreiten?

Hoffentlich nicht!

Schulkinder sehen immerhin etwa zwei Stunden täglich fern - und anstatt Sport zu treiben, konsumieren viele von ihnen zusätzlich auch noch Kalorienbomben.

Eltern und Schulen vermitteln den Kindern darüber hinaus oft zu wenig Wissen über gesundes Essen.

Hält dieser Trend an, wird in ca. 2050 jeder zweite Erwachsene unter Fettleibigkeit leiden. Dann würden in Westeuropa bereits heute etwa 200 000 Menschen sterben.

Übergewicht ist also keinesfalls nur ein rein ästhetisches Problem. Langfristig drohen vielfältige Folgen:

  • Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck. Ganz besonders kritisch ist die rapide Zunahme des Diabetes vom Typ-2 schon bei Jugendlichen.
  • Immer mehr Kinder haben auch aufgrund von Übergewicht beim Schuleintritt bereits motorische Defizite und Koordinationsstörungen.
  • Zudem droht schwerer seelischer Schaden: Studien besagen, dass fettleibige Kinder unter demselben Psychostress stehen wie krebskranke Kinder während ihrer Behandlungsphase.
  • Der Haltungs- und Bewegungsapparat wird überstrapaziert – so können schon früh Schäden an Gelenken auftreten.
  • Soziale Probleme - zum Beispiel bei Berufs- und Partnerwahl.

Deshalb gilt: rechtzeitig Eingreifen, um die Spirale des Gewichtes nicht weiter nach oben, sondern nach unten zu bewegen.

Sport ist hier ganz sicher schon mal ein guter Anfang ...

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  Sportintensität bei Kindern zu gering  
           
    3. Sollten Kinder eine Kampfkunst wie Wing Chun erlernen?      
     

Kindern ab dem Alter von 6 Jahren Selbstverteidigung in Form eines hocheffektiven Kampfkunstsystems wie Wing Chun in der Form beizubringen, wie Jugendliche und Erwachsene es erlernen sollten, ist in meinen Augen nicht sinnvoll!

Kinder können Wing Chun nicht in der Art wie Jugendliche und Erwachsene erlernen!

Kinder können häufig mit den im Training vermittelten Techniken, die Jugendliche oder Erwachsene trainieren, aufgrund ihres geringen Alters noch nicht verantwortungsvoll genug umgehen.
Sie neigen eventuell dazu, die Techniken an ihren eigenen Freunden spielerisch "auszuprobieren" - was durchaus dazu führen kann, dass ernsthafte Verletzungen entstehen.

  Sollten Kinder Wing Chun lernen?  
     


Kinder streiten - das ist ganz normal - Doch was wäre, wenn ein Kind im Streit die im Wing Chun gelernten Techniken "spasseshalber" einmal gegen ein anderes Kind anwendet? - Es können ernsthafte Verletzungen auftreten. Ein Training ist grundsätzlich nicht unmöglich, sollte aber von einem sehr verantwortungsvollen Lehrer geleitet werden.

   
     

Das bedeutet aber nicht, dass Kinder warten müssen, bis sie zwischen 10 und 12 Jahre alt sind, bevor sie mit dem Training beginnen dürfen.

Kinder können mit Wing Chun Training beginnen - dennoch sollte das Training völlig anders als das Training für Jugendliche und Erwachsene gestaltet sein.

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4. Wing Chun Trainingskonzept für Kinder

     
     

Zunächst möchte ich erwähnen, dass in dieser Schule kein Wing Chun für Kinder unterrichtet wird und das Training hier erst ab einem Alter von 18 Jahren möglich ist. Ich bin persönlich übrigens der Meinung, dass Wing Chun grundsätzlich nicht die erste Wahl ist, wenn man geeignete Sportarten für seine Kinder aussucht.

Man kann Kindern meiner Meinung nach keinesfalls beibringen, mit Kettenfauststößen in Richtung ihrer kleinen Trainingspartner schlagend auf diese loszugehen oder mit Handkantenschlägen den Hals des anderen zu attackieren.

Was soll sowas auch bringen? Welches Ziel verfolgt man denn als Eltern, wenn man seinen Kinder zum Sport bringt? Möchte man kleine Kämpfer züchten, nur weil man selbst in seiner Jugend gerne Kampfsport gemacht hätte?

Ich stelle in Gesprächen mit Eltern häufig erstaunt fest, dass gerade der Vater seine Kinder (vor allem die Jungs) lieber ins Kampfsporttraining schicken würde. Im Verlauf solcher Gespräche kristallisiert sich dann heraus, dass der Vater selber gerne als Junge Kampfsport betrieben hätte, diese Gelegenheit aber nicht hatte. Und jetzt sollen seine Kinder quasi seinen Kindheitstraum leben.

Diese Herangehensweise erlebt man in allen Bereichen, wo Kinder im Klavierspielen am besten weltklasse spielen soll, wo Kinder zu Höchstleistungen gedrillt werden und Eltern sozusagen ihre eigenen Wunschträume auf ihre Kinder projizieren.

So eine Herangehensweise ist doch sehr zweifelhaft!

In meinen Augen soll man Kinder nicht zu kleinen Kampfmaschinen aufbauen, sondern erstmal ihr Sozialverhalten schulen, ihre Körperkoordination fördern und ihr Selbstbewusstsein aufbauen.

Wenn man das gesamte Wing Chun System betrachtet, und auf die Techniken fokussiert, die gerade noch "kindgerecht" sind, bleibt eigentlich kaum noch etwas sinnvolles übrig, um Kinder entsprechend zu unterrichten. Dafür ist Wing Chun eigentlich viel zu brutal ...

Daher empfehle ich grundsätzlich, Kinder zuerst einmal in Sportarten wie Kinderturnen, Ballett oder Ballsportarten zu schicken und erst später mit einer Kampfsportart wie Wing Chun zu beginnen - wenn der Geist entsprechend gereift ist und man als beginnender Jugendlicher in der Lage ist, zu begreifen, was einem im Wing Chun beigebracht wird und wenn man - wenn überhaupt - Wing Chun anwendet.

Unsere Gesellschaftsentwicklung zeigt ohnehin, dass Teamfähigkeit immer wichtiger wird. Einzelkämpfer sterben quasi aus ... da ist doch die Frage zu stellen, ob Kinder zu "Früherziehungszwecken" nicht viel besser in Teamsportarten aufgehoben sind?

Nur wie sollte Wing Chun für Kinder unterrichtet werden, wenn Kinder doch Wing Chun lernen und jünger also 10 Jahre alt sind?

Beim Wing Chun Training für Kinder sollten gesundheitliche Aspekte wie Steigerung der Koordinationsfähigkeit und des Reaktionsvermögens, Geschicklichkeits- und Gleichgewichtsübungen, Kondition, etc. stärker im Vordergrund stehen als die pure Selbstverteidigung.

Die Übungen sollten spielerisch so durchgeführt werden, dass der natürliche Bewegungsdrang der Kinder voll zur Geltung kommen kann. Kreativität und Erfindungsreichtum sollten voll ausgelebt und nach Kräften gefördert werden.

Da das Training in einer Gruppe stattfindet, sollten die Kinder ebenfalls lernen, sich in die Trainingsgemeinschaft einzugliedern und ihre sozialen Kompetenzen kennen zu lernen und zu entwickeln.

Über die beginnende Fähigkeit zur Selbstverteidigung - die vorsichtig entwickelt werden sollte - bauen Kinder zudem ein gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein auf.

Selbstsicheres Auftreten und die angemessene Einschätzung von Gefahrensituationen sind von großer Bedeutung, wenn es gilt, "NEIN" zu sagen und fremden Personen aus dem Weg zu gehen.

Kinder sollten lernen, in kritischen Situationen richtig zu handeln.

Das Wing Chun Training kann Kindern helfen, besser mit Altersgenossen zurecht zu kommen, da das spielerische Miteinander in einer Gruppe permanent geübt wird.

Schulischen Anforderungen kann so gelassener begegnet werden und durch sich ständig wiederholendes Partnertraining werden Kontaktängste abgebaut.

In Partnerübungen sollten die Kinder lernen, komplexe Bewegungsmuster mit einem Partner gemeinsam zu erarbeiten und gemeinsam zu koordinieren, wodurch die motorische Entwicklung stark verbessert wird.

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  Trainingskonzept für Kinder im Wing Chun  
           
   

5. Kinder brauchen Ziele. Welche Ziele sind das im Wing Chun?

     
     

Klare Ziele sind im Leben wichtig und jeder Mensch wird früher oder später in unserer Gesellschaft lernen müssen, sich Ziele zu setzen und diesen entgegen zu streben.

Die Ziele für Kinder im Wing Chun sind "kleine Ziele", die die Kinder fast unbemerkt erreichen.

  • 1. Ziel: Verbesserung der Körperbeherrschung durch Training von Motorik und Koordination.
  • 2. Ziel: Verbesserung des Durchhaltevermögens und der Konzentrationsfähigkeit.
  • 3. Ziel: Stärkung des Selbstbewusstseins und Verbesserung des sozialen Verhaltens (z.B. Rücksichtnahme, "kluges" Nachgeben - aber auch Durchsetzungskraft) durch spezielle Rollenspiele.
  • 4. Ziel: Erlernen des richtigen Umgangs mit Gefahrensituationen.
  • 5. Ziel: Spielerischer Aufbau von Selbstverteidigungsfähigkeit für Kinder.

Die Zielerreichungen müssen in einem auf Kinder zugeschnittenen Unterricht erarbeitet werden, der sich nach den Bedürfnissen und den Fähigkeiten der Kinder richtet.

Die Kinder sollten alle halbe Jahre regelmäßigen Prüfungen unterzogen werden, an denen sie freiwillig teilnehmen können. Anders als im Wing Chun für Jugendliche und Erwachsene spreche ich mich im Falle von Kinderunterricht definitiv für Prüfungen aus!

Zum einen motivieren Prüfungen, sind aber auch eine erste kleine Herausforderung für die Kinder. Hier haben sie die Gelegenheit, ihre erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse unter Beweis zu stellen.

Sowohl das normale Training als auch die Prüfungen sollten in einer entspannten und lockeren Atmosphäre stattfinden, in der die Kinder sich hauptsächlich wohl fühlen und Spaß haben sollten!

Man kann sich denken, dass Wing Chun für Kinder nicht von jedem Lehrer unterrichtet werden sollte. Schnell tendieren etliche Lehrer dazu, Kinder auch nur als weitere Geldquelle zu betrachten.
Kindergruppen werden dann rasch mit Kindern vollgestopft und von den Eltern z.B. 35 Euro Monatsgebühren kassiert. Eine Gruppe von 20 Kindern entspricht dann schon 700 Euro pro Monat, die der Trainer verdient und welcher Trainer sagt da schon nein zum Kindertraining?

Dummerweise sind die wenigsten Trainer qualifiziert, um Kinder zu unterrichten, da sie überhaupt keine entsprechende Ausbildung dazu bekommen haben.

Dazu bedenke man, dass ein Erzieher, der im Kindergarten tätig ist, eine richtige schulische Berufsausbildung bekommt, die je nach Umfang 2 bis 4 Jahre dauert. Wer als staatlich anerkannter Erzieher arbeiten will, muss mündliche, praktische und schriftliche Prüfungen absolvieren, damit die Erziehertätigkeit nach Möglichkeit einem bundesweiten Standard entspricht. Solche Qualifikation haben Wing Chun Lehrer in der Regel überhaupt nicht. Stattdessen macht jeder Trainer in seiner Schule was er will.

Im Wing Chun trifft man bundesweit also eher auf "Kraut und Rüben" im Wing Chun Kinderunterricht. Die Lehrer unterliegen keinem bundesweiten Standard und jeder vermittelt das, was er für gut hält.

Solche Lehrer leiten aus Ihrem eigenen Training bzw. Wing Chun Verständnis Übungen ab, von denen sie "glauben", dass diese für Kinder geeignet sind - und die meisten Eltern, die an so einem Training als Beobachter teilnehmen, können nicht einmal erkennen, ob das, was ihre Kinder da lernen, qualifiziertem Unterricht für Kinder entspricht.

Es wird auch gerne mit "hippen Begriffen" wie z.B. "Gewaltprävention und Konfliktmanagement" geworben - Begrifflichkeiten, die eher die Erwachsenen ansprechen und nach einem qualifizierten Unterricht klingen. Kinder verstehen so etwas in jungen Jahren doch überhaupt nicht ... also was soll das? Hier werden eher die Erwachsenen umworben, als dass man Lehrinhalte gezielt auf Kinder abstimmt.

Hier muss man also vorsichtig sein, wem man sein Kind anvertraut!

Man sollte gerade mit seinen jungen Kindern keinen komischen Kampfsporttrainern auf den Leim gehen, sondern sie lieber "staatlich" ausgebildeten und geprüften Trainern z.B. im Turnen oder in Ballsportarten anvertrauen.

Ist jedenfalls meine Meinung! Kann natürlich jeder halten wie er/sie will ...

(nach oben)

  Kinder brauchen Ziele. Kleine Ziele im Wing Chun  
           
   
© 2009 Dr. Cord Elsner - WING CHUN - Stuttgart
     
             
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