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1. Variantenreiche Wing Chun Entstehungsgeschichte - Fakt oder Märchen?

     
     

Die Geschichte von der Entstehung des Wing Chun Kung Fu Stiles ist alles andere als gesichert und "basiert tatsächlich mehr auf Annahmen und stark ausgeschmückten Legenden als auf belegbaren Fakten".
Nichts desto trotz wird besonders in Deutschland stets an der "Standard-Legende" von der "Nonne Ng Mui und ihrer Schülerin Yim Wing Chun" festgehalten.

Da allein im asiatischen Raum etliche Wing Chun Stilarten existieren, findet man bereits dort ebenso viele unterschiedliche "Ursprungsgeschichten" wie man Wing Chun Stilarten vorfinden kann, wobei die jeweiligen Entstehungslegenden von den Vertretern dieser sich unterscheidenden Wing Chun Varianten selbst verbreitet werden.
Jede dieser Legenden weist ihre eigene Dramatik und Spannung auf und erinnert manchmal stark an reich ausgeschmückte "Volksmärchen".

Um auch dem Anfänger im Wing Chun einen ersten Anhaltspunkt zur Entstehungs-geschichte des Wing Chun-Systems zu geben, schreibe ich nachfolgend erst einmal die "Standard-Legende" auf, die besonders in Deutschland weit verbreitet ist.

Aber Achtung! Die Standard-Legende ist nur "eine" mögliche Variante der Entstehungsgeschichte des Wing Chun-Systems!

Ich werde daher in dem nächsten Artikel "Variantenreiche Wing Chun Entstehungsgeschichte" versuchen, die Geschichte des Wing Chun-Systems kritisch zu hinterfragen und andere Sichtweisen darzulegen.

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Variantenreiche Wing Chun Entstehungsgeschichte

 
           
 
 

2. Der Siu Lam Tempel bzw. das Shaolin Kloster - Ursprungsort vieler Kung Fu Stile

     
     

"Shaolin" ist der Name eines "buddhistischen Mönchsordens" in China. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff "Shaolin" auch für das Ursprungskloster des Ordens verwendet, welches am Berg Songshan im Ort Dengfeng in der Provinz Henan im Herzen Chinas liegt.
Das Shaolin Kloster ist berühmt für seine Kampfkunst "Shaolin Kung Fu (Shaolin-Quanfa)", sowie für Tai Chi Chuan (Tai Qi Quan) und Chi Kung (Qigong) und gilt als Geburtsstätte des historischen "Chan-Buddhismus" (des Vorläufers des jap. "Zen-Buddhismus").

  Shaolin Kloster bzw. Siu Lam Tempel  
     


Shaolin Kloster bzw. Tempel - Der Siu Lam Tempel am Berg Songshan im Ort Dengfeng, Provinz Henan, China.

   
     

Der Name des Tempels bzw. Klosters lautet auf Chinesisch "Shaolinsi", was aus dem Schritzeichen "Shao" für "wenig" bzw. "jung", "Lin" für "Wald" und "Si" für "Tempel" zusammengesetzt ist. Der Name kann also als "Tempel im jungen Wald" gedeutet werden. Manchmal wird auch vom "Siu Lam Jee-Tempel" gesprochen oder einfach abgekürzt "Siu Lam-Kloster bzw. -Tempel".
"Tempel bzw. Kloster" meinen jedenfalls immer das Gleiche - also das Shaolin Kloster.

Das Kloster entstand ca. 500 n. Chr. und wurde vom indischen Mönch "Ba Tuo" im Songshan Gebirge in der Provinz Henan erbaut.
Entsprechend der Legende nach lehrte der Mönch "Bodhidharma" (chin. "Putidamo", auch "Da Mo" genannt) als Begründer und erster Patriarch des Chan- bzw. Zen-Buddhismus dort um 527 n. Chr. (siehe dazu den Artikel zu "Buddhismus im Wing Chun") die Grundlagen der Shaolin-Kampfkunst. Sie wurde dort weiterentwickelt und an nachfolgende Mönchsgenerationen weitergegeben.

Während der Tang-Dynastie (um 600 n. Chr.) erlangten die Shaolin-Mönche im chinesischen Reich großes Ansehen. Das Shaolin Kloster soll im Jahr 728 n. Chr. 13 kämpfende Mönche entsandt haben, um die bedrängte Dynastie zu unterstützen. Aufgrund dieser Hilfeleistung wurden dem Kloster vom Kaiser einige Privilegien zugestanden, u.a. einige "Mönche als Krieger" auszubilden.

Von 1368 bis 1644 erlebten das Shaolin Kloster und dessen Kampfkunst, gefördert von der regierenden Ming-Dynastie, einen rasanten Aufschwung. Es wird berichtet, dass die Armee des Klosters eine Stärke von etwa 2500 Mann besaß und die Kampfkünste des Klosters in unzähligen Varianten und Techniken ausgeübt worden sind. Diese Zeit wird auch gerne als die "Blütezeit" des Klosters bezeichnet.

     
     


Shaolin Kloster bzw. Tempel - Das Kloster ist berühmt für die Kampfkunst des Shaolin Kung Fu.

     
     

Der Tempel (Kloster) wurde im Verlauf seiner Existenz etliche Male zerstört, geplündert und wieder aufgebaut, wobei die angebliche Zerstörung des Tempels während der Zeit der Qing-Dynastie durch "Kaiser Kangxi" (auch "Kang-Hsi", 1654-1722) am bekanntesten ist. Er soll aus Angst vor der Kampfkraft der Mönche den Tempel in Brand gesetzt und somit zerstört und viele Mönche getötet haben lassen.
Tatsächlich ist Kangxi wohl eher als Unterstützer des Tempels anzusehen. Ein Hinweis auf diesen Umstand stellt die kalligraphische Inschrift dar, die heute noch über dem Haupttor des Klosters hängt.

Weitere Legenden berichten von einem weiteren südlich gelegenen Shaolin-Kloster in "Fujian" (Fukien), das bis ins 18. Jahrhundert bestanden haben soll.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Legende von der Zerstörung des Shaolin Klosters durch Kangxi auf dieses Kloster bezieht. Dieses südlich gelegene Shaolin Kloster wird als Ursprungsort der südchinesischen Kampfkunststile (z.B. Wing Chun) betrachtet. Allerdings ist der genaue historische Ort des Klosters unbekannt. Tatsächlich gibt es "mindestens drei Orte" in China, die für sich in Anspruch nehmen, Standort des südlichen Klosters zu sein.

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    3. Die Legende von der Zerstörung des Shaolin Klosters      
     

Wie bereits weiter oben angedeutet, soll das Shaolin Kloster während der Zeit der Qing-Dynastie durch Kaiser Kangxi zerstört worden sein.
Andere Quellen berichten hingegen von der Zerstörung des Klosters während der Regierungszeit von "Yongzheng" (andere Schreibweise "Yinzhen" oder "Yung-Cheng", 1678 - 1735).
Yongzheng selbst war als vierter Sohn des Kaisers Kangxi seit 1723 Kaiser der Qing-Dynastie und rückte infolge einer Palastintrige zum Nachfolger des Vaters auf.

Quellen besagen, dass die Zerstörung des Shaolin Klosters "im 12. Regierungsjahr" von Yongzheng stattgefunden haben soll, wobei unklar ist, ob der Brand des Klosters tatsächlich stattgefunden hat.
Die Zerstörung des Klosters liegt also ca. 270 Jahre in der Vergangenheit, wenn man der Legende glauben darf. Älter als 270 Jahre kann Wing Chun also prinzipiell nicht sein, da es erst nach der Zerstörung des Klosters zur Entwicklung des Systems kam - also um ca. 1740 herum.

Der Siu Lam-Tempel (also das Shaolin Kloster) soll in dieser Zeit ein "Unterschlupf für Anti-Qing-Revolutionäre" dargestellt haben. Es war also nur eine Frage der Zeit, bevor die Mandschu-Regierung den Entschluss fasste, den Tempel zu zerstören. Während Qing-Truppen das Kloster von außen belagerten, sollen Verschwörer im Inneren des Siu Lam-Klosters dieses von innen durch einen Brand zerstört haben.

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  Zerstörung des Shaolin Klosters  
           
   

4. Die Legende von der Nonne Ng Mui als Gründerin eines neuen Kampfkunststils

     
     

In den Kreisen der Wing Chun-Anhänger wird nun folgende Geschichte von der Entstehung des Wing Chun Systems verbreitet:

Während der Zerstörung des Shaolin Klosters sollen viele Bewohner, wie kampfkunstfertige Mönche, Pilgerer, Diener, etc. ums Leben gekommen sein. Dennoch soll manchen Kämpfern die Flucht gelungen sein.

Unter den Geflohenen befanden sich auch die so genannten "Ng Jo bzw. Wuzu" oder übersetzt "die fünf Älteren", die als Führer der fünf großen Shaolin-Stilarten galten. Unter ihnen waren die buddhistische Nonne "Ng Mui Si Tai" (abgekürzt: "Ng Mui"), der Abt des Shaolin Klosters und Lehrer des Chan-Buddhismus "Jee Shim Sim Si" (auch "Chi Sim" oder "Chi Shin" geschrieben), der Daoist "Bak Mei Dao Yan" (auch "Pak Mei" geschrieben), "Fung Dao-Duk" (auch "Fung To Tak" geschrieben) und "Miu Hin". Sie konnten mit einigen ihrer engsten Schüler aus dem belagerten Kloster fliehen.

Nach ihrer gelungenen Flucht trennte sich die Gruppe wobei sich die Gruppenmitglieder über das Land zerstreut versteckten.
Von Jee Shim wird beispielsweise berichtet, er habe sich als Koch auf einer der vielen "Roten Dschunken" versteckt. Die "Roten Dschunken" dienten als Transportmittel einer Opern-Truppe ("Hung Suen Hay Ban") und waren ihr Markenzeichen.
Ng Mui hingegen floh in den "Tempel des weißen Kranichs" (Bak Hok Jee) am Fuß des "Daliang Gebirges" (auch "Tai Leung Gebirge" genannt), um sich dort sowohl ihrer Kampfkunst als auch der Praxis des Chan Buddhismus (siehe den Artikel "Buddhismus im Wing Chun") zu widmen.

Die Legende berichtet nun, dass Ng Mui an der Entwicklung eines neuen Kung Fu Stiles feilte, der sie als Frau in die Lage versetzen sollte, sich ihren männlichen Verfolgern - bestehend aus Soldaten der Mandschu-Regierung und auch Verrätern aus dem Shaolin Kloster - erfolgreich zu Wehr zu setzen.
Dabei war sie sich durchaus der Unterlegenheit einer Frau im Kampf gegen einen Mann bewusst und muss dies in ihre taktischen Überlegungen bzgl. des neuen Stils einbezogen haben. 
Sie versuchte somit ein "Kampfkunstsystem für körperlich Unterlegene" zu entwickeln, das mit der kraftvollen Shaolin-Kampfkunst der Mönche konkurrieren konnte, wobei die Wurzeln ihrer eigenen Techniken natürlich im traditionellen Shaolin Kung Fu zu finden waren.

Viele Kung Fu Stilarten sollen aus der "Beobachtung von Tieren" entstanden bzw. abgeleitet worden sein. Dasselbe trifft auf Wing Chun als Kung Fu Stil zu.

Der Legende nach soll Ng Mui eines Tages Zeuge eines Kampfes zwischen einem "wilden Kranich und einem Fuchs" geworden sein. Der Kranich in der Mitte wurde vom Fuchs umkreist. Während der Fuchs eine günstige Gelegenheit zur Attacke suchte, drehte der Kranich dem ihm umkreisenden Fuchs stets die Brustseite zu. Griff der Fuchs an, wehrte der Kranich mit einem Flügelschlag die Attacke ab und griff gleichzeitig selbst mit seinem spitzen Schnabel an.

Dieses Erlebnis soll Ng Mui eine "Inspiration für die Entwicklung des neuen Kampfsystems" gewesen sein.

  Die Nonne Ng Mui - Gründerin des Kampfkunststils  
     


Der Kampf zwischen Fuchs und Kranich - Die Inspiration für viele Kung Fu Stilarten soll der Legende nach aus der Beobachtung von Tiefkämpfen erwachsen sein. Das Gleiche gilt für Wing Chun - aus der Beobachtung eines Kampfes zwischen Fuchs und Kranich soll Ng Mui Ihre Inspiration für das neue Kampfkunstsystem Wing Chun gewonnen haben.

     
     

Das neuartige - bis dahin namenlose - Kampfkunstsystem basierte zwar auf den Techniken des Shaolin Kung Fu (auch "Siu Lam Kung Fu" genannt), unterschied sich aber von diesem durch die "einfachen und anpassungsfähigen Techniken und Bewegungen".
Während die traditionellen 10 Formen des Shaolin Kung Fu sich mehr in der Reihenfolge als in der Art der Techniken unterschieden, beinhaltete das System von Ng Mui lediglich "vier so genannte Box-Formen (Siu Nim Tao, Cham Kiu, Biu Tze und Mok Yan Chong Fat)".

Die Techniken des neuen Systems waren auf ihre Effizienz hin optimiert, wohingegen viele der Shaolin Kung Fu typischen Bewegungen sowohl beeindruckend aussahen als auch großartige Namen aufwiesen, in ihrer Effektivität und praktischen Anwendbarkeit aber zu wünschen übrig ließen.
Das neue System eignete sich somit wenig für Vorführungen und Demonstrationen, war also sämtlicher showartiger Elemente beraubt.
Ganz im Gegenteil enthielt das System keinerlei Bewegungen, die sinnentleert oder unnütz waren. Sie waren vielmehr auf Praxis und Anwendung im Kampf bezogen. Diese Tatsache spiegelte sich auch in der Benennung der Technik wieder, die lediglich eine Handhaltung (z.B. Tan Sao = Handfläche-oben-Hand) oder die Ausführung einer Bewegung beschreibt.

Zusätzlich relativierte Ng Mui den "Kraftaspekt" des Shaolin Kung Fu, auf den im Shaolin besonderen Wert gelegt wurde und wird.

Während ein Shaolin Kung Fu Schüler traditionell mehrere Jahre lang den für den Stil typischen tiefen Stand ("Pferdestand" bzw. "horse stance") üben muss, um die Kraft aufzubauen, bevor man ihm die ersten Bewegungsabläufe beibrachte, zielte Ng Muis System darauf ab, den Gegner aufgrund der Befolgung von Prinzipien und Konzepten, anstatt durch rohe Kraft zu besiegen.

Wo der Anhänger des traditionellen Shaolin Kung Fu einen festen, breiten und tiefen Stand einnahm, weite Schrittarbeit ausführte und mit kraftvollen "Brücken-Armen" arbeitete, legte Ng Muis System mehr Wert auf schnelle, federartige Handtechniken, sowie einen flexiblen Stand, der mit schneller Schrittarbeit kombiniert werden kann.

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5. Yim Wing Chun - die Namensgeberin des Systems

     
     

Je nachdem, welche Schreibweise man für die Bezeichnung hernimmt (Wing Chun, Wing Tsun, WT-Derivate, etc.), wird die Namensgeberin des Systems unterschiedlich geschrieben. Yim Wing Chun, Yim Wing Tsun, Yim Wing Tsung, Yim Wing Tzun, Yim Ving Tshun, Yim Wing Tjun sind nur einige Namensvarianten ein und derselben Person.

Aufgrund der für meine Interpretation hier verwendeten international anerkannte Schreibweise "Wing Chun" nenne ich die Namensgeberin des Systems im Folgenden wie üblich "Yim Wing Chun".

Der Legende nach wurde das Mädchen "Yim Wing Chun" (was als "immerwährender Frühling" bzw. "schöner Frühling" übersetzt wird) in der Provinz "Guandong" (auch geschrieben als "Kuan-tung" - ein Gebiet in Nordostchina) geboren und lebte seit dem Tod ihrer Mutter allein mit ihrem Vater "Chim Lee" (auch "Yim Lee" geschrieben).

  Yim Wing Chun - Namensgeberin des Systems  
     


Frühling in China - Typisch für das Frühjahr im asiatischen Raum (wie z.B. in China oder Japan) ist die üppige Kirschblüte der vielen dort wachsenden Kirschbäume.

   
     

Da im Frühling in China und Japan die Pflaumen- und Kirschbäume blühen, ist die Pflaumen- bzw. Kirschblüte ein Zeichen für den Frühling. Dies wird in der chinesischen Weisheit: "Hong Mei Bao Chun - Die Pflaumenblüte kündigt den Frühling an" verdeutlicht.

Die Pflaumenblüte symbolisiert in China bzw. im asiatischen Raum die weibliche Schönheit und Unberührtheit, Tugend und Mut und den Sieg des Frühlings über den Winter.
Ihre Bezeichnung als "Pflaumenblüte" (chin. "Mei") ist jedoch nicht ganz korrekt. Ihr botanischer Name ist "Prunus Mume" was übersetzt "Winterkirsche" bedeutet. Sie gehört zu einer großen Gattung, deren einzelne Vertreter oft verwechselt wurden. Den Menschen des alten China galt sie in der düsteren und kalten Jahreszeit als erstes Zeichen des aufscheinenden Frühlings.

Da viele Pflaumen- bzw. Kirschblüten "fünfblättrig" sind, was mit der Zahl der "fünf Älteren" gut übereinstimmt, wird die "Pflaumen- bzw. Kirschblüte in stilisierter Form" gerne als Zeichen für Wing Chun verwendet.

     
     


Blüte - Die Pflaumen- bzw. Kirschblüte gilt als eines der "Markenzeichen" des Wing Chun Systems. Einerseits erinnert sie an die Namensgeberin des Systems - Yim Wing Chun - was übersetzt "schöner Frühling" bedeutet und andererseits verbindet man mit ihr (aufgrund ihrer fünf Blätter) die fünf aus dem Shaolin Kloster geflohenen Mönche - die "fünf Älteren". Links im Bild ist die stilisierte Grundform der Blüte dargestellt, wie sie in vielen Logos im Wing Chun üblicherweise auftaucht.

     
     

Chim Lee verdiente sich seinen Lebensunterhalt am Fuße des Daliang-Gebirges als Tofu- und Lebensmittel-Händler.
Vorort soll die Schönheit von Yim Wing Chun die Aufmerksamkeit des Dorfrüpels "Wong" auf sich gezogen haben, der schließlich um ihre Hand anhielt.
Dieser Heiratsantrag wurde allerdings nicht - wie in der heutigen zivilisierteren Welt - auf den Knien vorgetragen. Stattdessen setzte Wong eine Frist und drohte Yim Wing Chun Prügel an, falls sie sich weigerte, den Antrag anzunehmen. Also ziemliche Steinzeit...

Zufälligerweise soll die Nonne Ng Mui den Tofu-Händler Chim Lee als Kundin gekannt haben und erfuhr so von den Sorgen des Vaters und der Tochter.
Sie soll sich daraufhin - emanzipierte Kampfnonne die sie ja war - entschieden haben, Yim Wing Chun zu helfen, indem sie ihr Lektionen in ihrem neuartigen Kampfkunstsystem erteilte.
Es wird erzählt, dass Yim Wing Chun die Kampfkunstmethode von Ng Mui nach etwa drei Jahren "meisterte"!
Interessant, wie schnell so was gehen kann, nicht wahr? Warum die Vermittlung des Systems - was im Vergleich zum Stand vor ca. 270 Jahren sicherlich effizienter geworden sein muss - heutzutage teilweise 15 - 20 Jahre dauern soll, ist mir dann nicht mehr so ganz klar… das mal als "kleine Randbemerkung".

Jedenfalls wurde Yim Wing Chun nach ihrer dreijährigen Ausbildung bei Ng Mui im Tempel des weißen Kranichs wiederum von Wong dem Schläger belästigt. Anstatt vor ihm zu fliehen, forderte sie ihn nun zum Kampf heraus. Wie in jeder schönen Geschichte ist es hier natürlich offensichtlich, dass Yim Wing Chun mit Wong quasi "den Boden gewischt" hat. Jedenfalls soll Wong anschließend nie wieder Lust verspürt haben, Yim Wing Chun noch einmal zu belästigen.

Yim Wing Chun heiratete später ihren Verlobten "Leung Bok Chao", an den sie die Kampfkunst weitergab. Dieser nannte die Kampfkunst ihr zu Ehren "Wing Chun Kuen", was soviel wie "der (Box) Stil von (Yim) Wing Chun" bedeutet.

Die Schreibweise "Kuen" wird dabei manchmal auch als "Chuan" wie in "Tai Chi Chuan" oder auch "Quan" geschrieben, was als "Faust" oder eben "Stil bzw. Stilart" übersetzt wird. Die heute abgekürzte Version "Wing Chun" ist somit eine mögliche Abkürzung für die Bezeichnung "Wing Chun Kuen (Wing Chun Chuan bzw. Wing Chun Quan)" - den Box-Stil von Yim Wing Chun".

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    6. Von Leung Bok Chao über Leung Lan Kwai zu Wong Wah Bo      
     

Leung Bok Chao soll später das von seiner Frau erlernte System "Leung Lan Kwai", einem Arzt und Kräuterspezialist der damaligen Zeit, weitergegeben haben. Dieser unterrichtete in Folge "Wong Wah Bo", Mitglied der legendären Opern-Truppe der "Roten Dschunke" ("Hung Suen Hay Ban").

  Von Leung Bok Chao zu Wong Wah Bo  
     


Typische chinesische Dschunke - Als "Dschunke" wird eine Vielzahl ein- oder mehrmas-tiger Segelschifftypen traditioneller Bauart in China bezeichnet . Der deutsche Name Dschunke stammt von dem englischen Namen für Dschunke „Junk“ ab. Dieser ist wiederum abgeleitet von den malayischen Bezeichnungen „Dgong“ oder „Jong“. Die Dschunken fahren als Handels-, Lasten- oder Fischereischiffe auf den chinesischen Flüssen, den Küstengewässern und der Hochsee. Oftmals werden sie als Hausboote genutzt. Die größeren Dschunken haben ein Fassungsvermögen von 400 bis 500 Registertonnen. So ähnlich - wie in dem Bild dargestellt - könnte eine der "Roten Dschunken" ausgesehen haben.

   
     

Damals galt es durchaus als normal, dass Mitglieder einer Operntruppe etwas von Kampfkunst verstanden, da athletische Bewegungen und Kampfszenen in einer Opernaufführung nicht unüblich waren.
Da während der Aufführung zusätzlich die Gesichter der Darsteller stark geschminkt waren, konnten sich viele Revolutionäre und Kampfkunstspezialisten der damaligen Zeit gut in solch einer Opern-Truppe verstecken und so ihre wahre Identität vor der sie verfolgenden Mandschu Regierung geheim halten, ohne erkannt zu werden.

     
     


Chinesische Oper - Im Unterschied zu anderen Formen des Musikdramas (in Europa, Indien oder Japan) vereint die Chinesische Oper Ausdrucksformen von Musik, Gesang, Schauspiel, Tanz und Akrobatik in lokaltypischen Ausformungen. Thematisch handelt es sich meist um allgemein bekannte Legenden und Mythen, auf deren Grundlage soziale, politische und spirituelle Aspekte dargestellt werden, früher oft auch mit großem Aktualitätsgehalt. Nicht selten werden athletische Darsteller mit Kampfkunsterfahrung gesucht. Zudem bietet die Oper aufgrund der getragenen Masken und der starken Schminke ein perfekte Möglichkeit, um unerkannt zu bleiben.

     
     

Selbst der Abt "Jee Shim Sim Si (Chi Sim)" als einer der ursprünglichen aus dem Shaolin Kloster geflohenen "fünf Älteren" soll sich auf der roten Dschunke als Koch verdingt und somit dort versteckt haben.
Im Laufe seiner Zeit unter den Operntruppenmitgliedern offenbarte er einigen ausgewählten Mitgliedern seine wahre Identität. Anstatt ihn zu verraten, schützte diese ausgewählte Gruppe Jee Shim, da ihre Mitglieder selbst starke Aversionen gegen die herrschende Mandschu-Regierung hegten.
Schließlich unterwies Jee Shim ausgewählte Schüler im Shaolin Kung Fu, um ihnen im Kampf gegen die Mandschu-Soldaten eine größere Überlebens- bzw. Siegeschance einzuräumen.

Zufälligerweise soll "Leung Yee Tai" zur gleichen Zeit wie Wong Wah Bo ein Arbeiter bzw. Seemann der roten Dschunke gewesen sein.
Er war auf der Roten Dschunke für das Steuern und sichere Anlegen zuständig. Zu diesem Zweck soll er einen langen Stock - eben einen "Langstock" (engl.: "Longpole") benutzt haben, weswegen er im Englischen auch als "Poler" bezeichnet wird. In flachen Wassern konnte er das Boot wie bei "Stocherkähnen" auf dem Neckar durch Abdrücken vom Boden des Flussbettes vorwärtsbewegen - quasi "stochern".
Im Verlaufe der gemeinsamen Fahrt auf der Roten Dschunke soll es zu Bekanntschaft zwischen Leung Yee Tai und Jee Shim gekommen sein, wobei Jee Shim seine "Langstock-Technik" des Shaolin-Kung Fu an Leung Yee Tai unterrichtete. Er gab sowohl die "Sechs-Einhalb-Punkt-Langstock-Form" als auch die zugehörigen "Anwendungen" an Leung Yee Tai weiter.
Da dieser ohnehin täglich mit einem langen Stock hantierte, soll ihm der Kampf mit diesem sehr natürlich von der Hand gegangen sein. Jedenfalls besagt dies die weit verbreitete Legende.

     
     


Stocherkahn auf dem Neckar in Tübingen - Das Lenken und Vorwärtsbewegen von Booten mit Hilfe von langen Stöcken (wie hier auf dem Bild dargestellt) wird in Tübingen auf dem Neckar heutzutage immer noch praktiziert und ist ein großer Spaß. Bleibt man mit dem Stock zwischen Steinen hängen, während man das Boot nach vorne abstößt, kann es schon mal vorkommen, dass das Boot ohne den "Poler" weiterfährt.

     
     

Auch Wong Wah Bo soll auf der Roten Dschunke gefahren sein - allerdings nicht als Seemann, sondern als Mitglied der Schauspieltruppe. Er soll mit Leung Yee Tai sein Wing Chun gegen dessen Langstock-Technik ausgetauscht haben, womit das Wing Chun System um die Techniken des Langstocks und die oben genannte "sechs-einhalb-Punkt-Langstock-Form" reicher geworden ist.
Die Verschmelzung der Trainingsmethodik des waffenlosen Wing Chun mit der Kampfsystematik des Langstocks als Waffe ergänzte und verbesserte beide Seiten - sowohl die Vorgehensweisen im Wing Chun als auch die Arbeitsweisen des Langstocks.

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7. Von Wong Wah Bo und Leung Yee Tei zu Dr. Leung Jan

     
     

Als Leung Yee Tai im fortgeschrittenen Alter war, soll er "Leung Jan" (auch bekannt als "Dr. Leung Jan" oder "Jan Sin-Sang" bzw. "Herr Jan") - einen Arzt der Stadt "Foshan" (auch "Fatshan" geschrieben, heißt: "Buddhaberg", Stadt der südchinesischen Provinz Guangdong) - im Wing Chun Kung Fu unterrichtet haben.
Während die Legenden der früheren Personen wie Ng Mui, Yim Wing Chun, etc. nicht wirklich gesichert sind, gilt die Existenz von Dr. Leung Jan tatsächlich als erwiesen. Man soll auch heute noch die Stelle seiner Apotheke in Foshan nachweisen können und manch ein "WT"-Begeisterter (Search-io) behauptet sogar, dass dort noch ein alte, abgefummelte Holzpuppe rumsteht. Was es nicht alles gibt und was nicht alles aus dem diffusen Nebel des Wing Chun-Mysteriums urplötzlich ans Tageslicht katapultiert wird … wie auch immer.

Jedenfalls soll Dr. Leung Jan ein gebildeter Mann gewesen sein und sich sowohl mit der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), Akupunktur- und Akupressurpraktiken in Kombination mit Meridianen, Leitbahnen, Chi (Qi), etc. ausgekannt haben, als auch ein Experte der Kampfkunst Wing Chun gewesen sein. Er soll den Spitznamen "Wing Chun Wong (König des Wing Chun)" getragen haben.

  Dr. Leung Jan - Apotheker, Arzt und Kampfkunstexperte  
     


Chinesische Apotheke - Dr. Leung Jan war Arzt und Apotheker und somit mit der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), Akupunktur, etc. sicher gut vertraut. Er soll Wing Chun in seiner Apotheke unterrichtet haben.

     
     

Dr. Leung Jan unterrichtete in seiner Apotheke  (genannt "Jan Sang Tong", was soviel wie "Herr Jans Halle" bedeutet) und hatte eine Reihe von Schülern, zu denen auch seine eigenen Söhne "Leung Chun" und "Leung Bik" als auch sein Schüler "Chan Wah-Shun" gehörten. Da Dr. Leung Jan sehr wohlhabend gewesen sein soll, hatte er es prinzipiell gar nicht nötigt, aus finanziellen Gründen Wing Chun zu unterrichten. Stattdessen brauchte er eher Trainingspartner, um sein eigenes Wing Chun zu verbessern und weiter zu entwickeln.

Auch Chan Wah-Shun (auch "Jiao-Chin Wah" bzw. "Wah der Geldwechsler" genannt) soll nicht einfach als Schüler aufgenommen worden sein. Stattdessen soll er Leung Jan mit seinen Söhnen beim Training beobachtet haben und schließlich durch einen Kampf mit dessen Sohn bewiesen haben, dass er als Schüler würdig sei.

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    8. Chan Wah-Shun, genannt: "Wah der Geldwechsler" und Yip Man      
     

Um Chan Wah-Shun - den "Geldwechsler" - ranken sich ebenfalls viele Legenden. Als dieser schließlich Schüler von Dr. Leung Jan wurde, machte er rasch Fortschritte. Da auch er - wie viele seiner Landsmänner - ein einfacher Marktarbeiter war und mit Leuten der unteren Schichten zusammen arbeitete, hatte er vielfach Gelegenheit, seine erworbenen Wing Chun-Fertigkeiten in richtigen Kämpfen zu erproben und dort zu verbessern. Als großer und kräftiger Mann gewann er viele Kämpfe und stärkte somit die Reputation des Wing Chun Systems in ganz Foshan.

  Chan Wah-Shun - der Geldwechsler  
     


Chinesische Münzen - Chan Wah-Shun wurde auch "Wah der Geldwechsler" genannt. Er stärkte während seiner Wing Chun Laufbahn sehr den Ruf des Systems und bestritt viele Kämpfe sehr erfolgreich.

   
     

Chan Wah-Shun soll in den ganzen Jahren seiner Unterrichtszeit insgesamt "nur 16 Schüler" gehabt haben. Er hat also schon von Anfang an gewusst, dass "Masse nicht gleich Klasse" bedeutet und dass man lieber wenig Schüler hat, als eine "Massenschule" zu unterrichten, in der man sich nicht wirklich um jeden Schüler einzeln kümmern kann. Diese weise Einsicht ist in der heutigen Zeit von "Kommerz im Wing Chun und im WT" leider weitestgehend verloren gegangen ...

Unter seinen Schülern war sein Sohn "Chan-Yiu Min" und Schüler wie "Ng Siu-Lo", "Ng Jung-So", "Lui Yiu-Chai", "Lai Hip-Chi" und auch "Yip Man" - sein letzter Schüler.

Die Geschichte besagt, dass Chan Wah-Shun im Alter von ca. 70 vom "Clan der Yip-Familie" (statt "Yip" wird auch gerne "Ip" geschrieben) zu Unterrichtszwecken Räumlichkeiten mietete und dort seinen 16. und letzten Schüler - den damals 11-Jahre alten Yip Man (Ip Man) - annehmen sollte.

Als Chan Wah-Shun schließlich starb, soll die Wing Chun-Entwicklung erstmal stagniert haben. Keiner seiner Schüler hatte weder Muße noch Geld, sich um diese Kunst zu kümmern oder sie gar an die nächste Generation weiter zu geben.

Selbst Yip Man, der als erster das Wing Chun-System der Weltöffentlichkeit zugänglich machte, öffnete dieses erst, als er selbst 56 Jahre alt war.
Die Popularität ist nicht zuletzt seiner eigenen harten Arbeit als auch der Verbreitung des Systems durch seine unermüdlichen Schüler (Bruce Lee, Yip Chun, Yip Ching (Yip Mans Söhne), Lo Man Kam (Yip Mans Neffe), Lok Yiu, Moy Yat, Wang Kiu, William Cheung (Cheung Cheuk Hing), Wong Shun Leung, Hawkins Cheung, Duncan Leung, Viktor Kahn, Tsu Sheung (Tsui Shan Tin), Lo Bing, Leung Sheung, Yip Bo Ching, Chan Wah, Lee Wing, Lee Man, Lee Han, Chiu Yau, Jiu Wan, Ho Kam Ming, Samuel Lau, Chan Wei Hong, Chan Shing, Leung Ting - um einige wenige zu nennen) zu verdanken.
Ob Leung Ting tatsächlich Unterricht bei Yip Man selbst hatte oder nur Gespräche mit ihm führte und nur von Yip Mans fortgeschrittenen Schülern unterrichtet wurde, als Yip Man bereits alt und sehr krank war, kann heute nicht mehr eindeutig geklärt werden.
Diese Frage spielt heute - bei Betrachtung von Leung Tings klar anzuerkennender Leistung bzgl. der Verbreitung des Systems unter der Bezeichnung "Wing Tsun" (dank der schlauen Strategie und Hilfe von Keith R. Kernspecht) auch nicht wirklich eine große Rolle mehr.

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    9. Ende der Standard-Legende - weiter mit Yip Man      
     

Bis hier war das die "Standard-Legende" des Wing Chun-Systems, wie man sie am häufigsten vorfindet. Dabei habe ich sie kurz umrissen und die wesentlichen Eckdaten und Personen genannt. Man kann diese Standard-Legende in den bekannten Büchern zu Wing Chun in tausendfacher Form finden und überall wird mal diese und mal jene Geschichte dazugedichtet. Im Kern ist sie aber stets gleich und es kommen in der Regel dieselben Personen vor.
Offensichtlich lässt sich die Geschichte wie jedes gute Märchen natürlich beliebig ausschmücken. So findet man bei einigen bekannten Autoren Details zum Leben dieser legendären Personen, als hätte der Autor selbst mit Ng Mui auf dem Marktplatz Tofu bei Chim Lee, dem Vater Yim Wing Chuns, gekauft und um Yim Wing Chuns Hand angehalten. Alles sehr amüsant - wenn doch nicht immer behauptet würde, es wäre ganz sicher "genau so, also wirklich, ehrlich, kein Witz, genau so war's..." gewesen.

Mir ist vor allem wichtig, dass Du als Leser registrierst, dass es sich bei der Entstehungsgeschichte des Wing Chun-Systems um eine "Legende" handelt - vergleichbar mit einem Märchen oder einer Sage.

Zur Klarstellung: als Legenden bezeichnet man auch gerne "unzutreffende Tatsachenbehauptungen", die dennoch mithin einen Kern von Wahrheit enthalten können, auch wenn die jeweils erzählte Geschichte bzgl. ihrer Quellen unverbürgt ist. Ebenso wie bei der "Sage", dem "Mythos" oder dem "Märchen" bleibt der Erzählrahmen der Legende allerdings im "fiktionalen Bereich".

Tja, was ist nun dran an der "Wing Chun-Legende"? Ist sie wahr? Ist Wing Chun wirklich von einer Frau erfunden worden - oder ist das alles ein genialer Marketingtrick des 20. Jahrhunderts?

Wer weiß?

Mich interessiert diese Frage eher weniger und sie ist ohnehin nicht zu beantworten - egal wer heutzutage in China durch alle möglichen Klöster rennt und behauptet, der Abt Jee Shim hätte persönlich exakt in diesem oder jenem Kloster auf genau dieser Steinplatte gesessen, Tofu gekaut und zur Anregung der Verdauung die eine oder andere geheime Form absolviert, sich dabei nasse Lappen auf die Schulter gelegt, die nach einer Stunde trocken waren, was ganz klar die unglaubliche "Chi-Energie" (und nicht die 35° C im Schatten) demonstriert...hahaha. All diese Geschichten finde ich sehr lustig, wenn man sie nicht allzu ernst nimmt!

Dennoch ist die Legende - wie viele andere fiktionale Geschichten - nett zu lesen und man kann über die zahllosen Varianten zuweilen gut lachen - so z.B. über die Geschichte, wo Yip Man die Trommel eines Revolvers mit seinen Fingern aus dem Revolver eines Polizisten reißt. Da kommt es einem doch eher so vor, als wäre der Revolver uralt, "made in China" und eh nicht mehr schussfähig gewesen. Dennoch sehr lustig! Aber warum soll es nicht so gewesen sein?

Trotz der netten Standard-Legende möchte ich mir nicht verkneifen, dem interessierten Leser im Artikel der nächsten Seite "Variantenreiche Wing Chun Entstehungs-geschichte" auch ein paar andere Varianten über die Entstehung des Wing Chun-Systems zu präsentieren, damit wir alle uns klar machen, dass die Wahrheit manchmal eben auch nur aus unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten besteht.

Interessant wird es für alle Wing Chun-Anhänger vor allem ab der Zeit von Yip Man, der das Wing Chun-System aus Finanznot notgedrungen schließlich der Weltöffentlichkeit zugänglich machen musste - wovon wir alle heute profitieren dürfen.

Wie es ab der Zeit Yip Mans weiterging, kann man im nächsten Artikel "Yip Man - Urvater vieler Wing Chun-Stilrichtungen weltweit" lesen.

(nach oben)

  Standard-Legende - fast ein Märchen  
           
   
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