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1. Was heißt eigentlich "Wing Chun speziell für Frauen?"

     
     

Warum eigentlich "Wing Chun speziell für Frauen" - was soll das bedeuten, "speziell"?

Ist es denn etwas "Spezielles", wenn Frauen Wing Chun erlernen wollen bzw. sich mit einer Kampfkunst auseinander setzen?

Nein, nicht im Geringsten!

Eigentlich müsste es korrekterweise heißen "Wing Chun speziell für Männer", denn Wing Chun wurde nicht von einem Mann, sondern "von einer Frau für Frauen" erdacht - wenn man der Entstehungsgeschichte glauben darf. Dazu kann man hier den Artikel zur "Geschichte des Wing Chun Systems" lesen.

Die Entstehungslegende (wie es genauer heißen müsste) behauptet zwar, Wing Chun sei von einer Frau entwickelt worden, es gibt aber etliche andere Entstehungsalternativen. Diese kann man hier auf der nächsten Seite "Variantenreiche Wing Chun Entstehungs-geschichte" nachlesen.

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Warum "Wing Chun speziell für Frauen"?

 
           
 
 

2. Frauen - die wahren Gründer des Wing Chun Systems?

     
     

Wirft man einen Blick auf die etwas undurchsichtige Entstehungslegende des Wing Chun Systems, sticht in dieser Legende eines hervor:

"Wing Chun als chinesische Kampfkunst soll im 17. Jahrhundert von einer Frau entwickelt worden sein!"

Diese "Standardlegende" der Wing Chun-Entstehung besagt, dass am Anfang eine Frau als Gründerin des Kampfkunstsystems stand - genauer gesagt: die Nonne "Ng Mui".

Ihre erste Schülerin hieß "Yim Wing Chun" und nach ihr wird das System seitdem benannt. Diese beiden Frauen sollen für die spezielle Ausprägung des Systems verantwortlich sein.

Mit anderen Worten hatten Männer am Anfang der Systementstehung nicht unbedingt etwas mit Wing Chun zu tun - außer dass sie von Frauen mittels Wing Chun dann und wann Prügel bezogen haben ... was den Männern, die auch im 17. Jahrhundert schon nicht den Müll rausbringen wollten, schlapp auf dem Sofa rumgehangen haben und nie zuhören wollten, vermutlich auch mal ganz gut bekam ;)

Was wäre allein schon aufgrund der Entstehungslegende natürlicher, als dass gerade eine Frau Wing Chun erlernt?

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  Frauen - die wahren Gründerinnen des Wing Chun Systems  
           
    3. Warum gerade Wing Chun für Frauen?      
     

Normalerweise unterscheiden sich Frauen und Männer in der ihnen zur Verfügung stehenden Körperkraft.

Egal, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt - grundsätzlich gilt für "unwissende bzw. in Kampfsport ungeschulte" Menschen (Männer oder Frauen):

Ein Kräftemessen mit einem wesentlich stärkeren Gegner ist aussichtslos!

Als körperlich unterlegene Person muss man in einer körperlichen Auseinandersetzung zu speziellen, auf die Körperkraft zugeschnittene Methoden zurückgreifen und somit einem überlegenen Gegner mittels eines "intelligenten Kampfkonzeptes" begegnen.

Das gilt gleichermaßen für Frauen und auch Männer!

Judo, Karate, Boxen, Ju Jutsu, Jiu Jitsu, Tae Kwon Do, Krav Maga, Aikido - die Liste der Kampfsportarten und Kampfkünste ist lang. Am Anfang all dieser Kampfsportarten oder Hybridsysteme standen Krieger, Soldaten oder Männer, die das jeweilige System für den Kampf optimiert haben.
Seien es Würfe, punktgenaue Einzelschläge, Hebel, etc. - viele der Techniken, die typisch für diese Systeme sind, können von Frauen schlichtweg nicht ausgeführt werden, da es ihnen an der nötigen Körperkraft fehlt.

Das ist eine Tatsache!

  Warum gerade Wing Chun für Frauen?  
     


Gewalt gegen Frauen - Ein Kräftemessen mit einem stärkeren Gegner ist für eine in Selbstverteidigung ungeübte Frau aussichtslos. Als körperlich unterlegene Person muss eine Frau in einer körperlichen Auseinandersetzung zu speziellen, auf ihre Körperkraft zugeschnittene Methoden zurückgreifen und somit einem überlegenen Gegner mittels eines "intelligenten Kampfkonzeptes" begegnen.

     
     

Überlegen wir doch mal selbst:

Wie häufig kann man einen kräftemässig überlegenen Gegner mit einem Judo-typischen Wurf zu Boden bringen?  Häufig fehlt die Kraft, die Gelegenheit und überhaupt: der Platz.

Wie wahrscheinlich ist es, dass man einen Gegner mit aus Karate entstammenden Atemi-Techniken mittels "eines einzigen Schlags" kampfunfähig setzt? Hier fehlt es ebenfalls an Kraft, der Gelegenheit und häufig der Präzision, die dieser Schlag benötigt, um den nötigen Effekt zu erzielen.
Und sollte es dennoch gelingen, diesen seltenen Treffer zu landen, bleibt die Frage, wie lange der Agressor davon beeindruckt bleibt?

Wie schon in "Was ist eigentlich Wing Chun?" beschrieben, verlassen wir uns im Wing Chun nicht auf rohe Körperkraft bzw. die geringe Wahrscheinlichkeit von K.O.-Treffern direkt nach dem ersten Schlag.
Kein realistischer Gegner lässt sich auf diese Art und Weise kontrollieren und erst recht nicht besiegen!

Typisch für Wing Chun Techniken ist, dass diese erst in Kombination miteinander ihre volle Wirkung entfalten.
Dabei ist letztlich unerheblich, ob Fauststöße, Handkantenschläge oder Trittvarianten zum Einsatz kommen - entscheidend ist deren nahtlose Aneinanderreihung, also die rasche Aufeinanderfolge. Man spricht daher von "Kettentechniken".

Durch taktisches und strategisches Vorgehen, das Ausnutzen gegnerischer Kraft und mittels Attacken körperlicher Schwachstellen kann auch der stärkste Gegner von einer Frau bezwungen werden.

Voraussetzung ist dafür natürlich, dass eine Frau genau wie ein Mann auch attackiert, keinen Schlag- oder Angriffshemmungen unterliegt und den nötigen Mut und Kampfeswillen besitzt. Ansonsten nützt auch Wing Chun nichts - weder einer Frau, noch einem Mann!

Unterstützt wird die Art des Kämpfens mittels Wing Chun dadurch, dass im Kampfesverlauf die Kraft des Gegners "geborgt“ und schließlich gegen ihn selbst zum Einsatz gebracht wird.

Das klingt in der Theorie erstmal recht einfach und verleitet daher zu der irrtümlichen Annahme, man "borge" als körperlich Unterlegener im Kampf einfach die Kraft eines stärkeren Gegners und würde ihm allein schon durch Wing Chun Techniken automatisch überlegen sein.

Ganz so einfach ist das allerdings nicht und es bedarf eines jahrelangen Trainings, eines gewissen Trainingswillens, Härte, Kraft, Ausdauer, etc., um sich mit Wing Chun verteidigen zu können.

Auch Wing Chun kann keine Wunder vollbringen!

Nichtsdestotrotz zeichnet sich Wing Chun durch ein einzigartiges, speziell auf Bedürfnisse von Frauen zugeschnittenes "intelligentes Kampfkonzept" aus.

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4. Wing Chun - wie werden Frauen wehrhaft?

     
     

Eine Frau "kann" sich effektiv gegen stärkere Gegner verteidigen - und sie "sollte sich verteidigen!"

Zumindest sollte eine Frau sich verteidigen "können"! Dummerweise "können" das die wenigsten Frauen...

Ich bin immer wieder schockiert, wie wenige Frauen wissen, was sie im Fall einer ernsten Bedrohung zu tun haben, bzw. wie sie zu handeln hätten.

Häufig wissen sie schlichtweg "NICHTS" von grundlegender Selbstverteidigung und vertrauen darauf, dass sie im Ernstfall "Hilfe rufen könnten" und dass dann "schon jemand kommen wird".
Durch diese leichtsinnige Haltung akzeptieren sie, dass viele von ihnen äußerst leichte Opfer wären.

Vertraue nicht zu sehr auf Dein Glück oder die Hilfe Deiner Mitmenschen. Beuge selbst vor, damit Du heil aus einer heiklen Situation hervorgehst!

Frauen sollten sich zur Wehr setzen können - das ist keine Frage. Dennoch, Sie müssen wissen, wie sie es anzustellen haben und genau das versuche ich in meinem Training zu vermitteln.

ABER ACHTUNG!

Egal ob Mann oder Frau - es gilt immer die Regel, dass Frauen genau wie Männer hart arbeiten müssen, um Selbstverteidigung zu lernen.

Ich habe im Wing Chun leider die Erfahrung gemacht, dass von 100 Frauen höchstens 5 Frauen wirklich für Wing Chun oder überhaupt für Kampfsport geeignet waren - wenn überhaupt. Das sind rein statistisch betrachtet wesentlich weniger als bei den Männern.

Ich bin mir bewusst, dass diese Aussage jetzt chauvinistisch oder sogar frauenfeindlich klingt, soll es aber auf keinen Fall. Stattdessen will ich klar stellen, worauf sich eine Frau einlässt, die in eine nach wie vor von Männern dominierten Welt – was Kampfsport und auch Wing Chun ist – eintritt.

Meiner Meinung nach ist es essentiell wichtig, dass Frauen Selbstverteidigungsfähigkeiten besitzen und wissen, wie sie sich im Notfall verteidigen können - und zwar nicht nur theoretsich sondern praktisch.

Zu diesem Zweck habe ich schon etliche "Selbstverteidigungskurse für Frauen" geleitet. Man erlebt dann immer wieder, dass Frauen es in Kampfsportarten extra schwer haben - vor allem, weil "Mann" nicht ernsthaft mit ihnen trainiert.
Frauen als Trainingspartner werden nicht ordentlich angegriffen, nicht quasirealistisch angefasst und man ist selbst im Training, wo man eigentlich "hart" und (so nah es geht) an der Realität trainieren sollte, stets überhöflich.

Man packt Frauen selbst im Kampfsport "quasi in Watte" - gerade dort, wo es nicht sein darf und als Resultat wird ihnen durch das Training die Illusion vorgegaukelt, sie könnten sich - wenn ein Aggressor es wirklich auf sie abgesehen hat - tatsächlich zur Wehr setzen.

Diese Art von Illusionen sind im Ernstfall fatal - sie waren, sind und werden immer sehr schlechte Selbstverteidigungstechniken sein!

Wie oft ich beobachtet habe, wie sogenannte "Trainer" Frauen im Training für Techniken loben, die einfach nicht hart genug ausgeführt wurden oder zu stark auf die Mädels Rücksicht nehmen, möchte ich gar nicht aufzählen.

Was soll so ein Training bringen? Frauen wird durch diese Art des Trainings und durch dieses Verhalten ihrer Trainingspartner und Trainer die Chance genommen, überhaupt irgendetwas zu lernen!

In der Realität – wenn ein Mann es "wirklich" auf eine Frau aggressiv abgesehen hat, wenn Adrenalin, Stress und Aufregung im Spiel sind - gibt es garantiert nichts geschenkt oder man wird auch nicht “leichter” als ein Mann angegriffen.

Drohend die Hände hochzureißen und laut "Stopp, keinen Schritt weiter!" zu rufen, reicht irgendwann nicht mehr. Wenn eine Frau sich im Ernstfall nicht wirklich physisch zu helfen weiß, nicht die essentiellen Angriffsziele kennt und diese nicht mit voller Härte angreift, also bildlich gesprochen "die Keule auspacken kann", ist schnell Feierabend.

Aus diesem Grund muss jede Frau, die hier trainieren will, bereit sein, genauso hart wie die die Männer zu trainieren. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie auch so viele Liegestütz, Bauchaufzüge, Kniebeugen, etc. wie der fitteste Mann hier machen muss, im Sparring jeden Mann umnieten muss bzw. mit blauen Augen aus dem Training marschiert - natürlich nicht!

Ich achte sehr stark darauf, dass jeder Anfänger - ob Mann oder Frau - langsam in das Training eingeführt wird, sich an das Training gewöhnt und in das Wing Chun System mit seinen vielfältigen Trainingsmethoden "hineinwächst". Es wird nichts überstürzt und keiner wird überraschend ins kalte Wasser geworfen. Jeder bekommt die Zeit, die er braucht!

Man muss keine Angst haben!

Aber jede Frau MUSS wie jeder andere hier auch an ihrer persönlichen Leistungsgrenze trainieren und versuchen, diese Grenze mit jedem Training ein kleines Stück auszuweiten.

Ich halte es daher geradezu für meine Pflicht, von Frauen in meinem Training das Gleiche zu verlangen, was ich auch von Männern verlange:

Harte Arbeit!

Es gibt daher bei mir in der Schule auf lange Sicht so gut wie kaum einen Frauenbonus, da ich Frauen ansonsten nur schlecht bzw. verantwortungslos unterrichten würde.

Ich erwarte also von jeder Frau einen guten bis sehr guten Trainingseinsatz, damit sie sich auf der Straße wirklich ernsthaft verteidigen kann - und darum geht es ja im Endeffekt.

Mit anderen Worten: Jeder – ob Mann oder Frau – muss sich hier richtig reinhängen, damit man nicht mit Wischiwaschi-Training seine Zeit vergeudet. Trainiere ich Frauen schlapp oder anspruchslos nach dem Motto "sie ist ja nur eine Frau", können alle Frauen es mit Kampfsport gleich vergessen und man wäre ein schlechter Trainer.

Will sich eine Frau wirklich verteidigen können, braucht sie die richtige "mentale" Grundeinstellung bzw. musst sie sich antrainieren. Das gilt im Übrigen für jeden - Mann oder Frau - und es kostet jeden Mühe, Disziplin und viel Schweiß.

Ganz im Sinne des Wortes "Kung Fu", was übersetzt "harte Arbeit" bedeutet - und Wing Chun ist nun mal ein Kung Fu Stil. Man muss hart arbeiten, damit man es beherrscht.

Die Überlegung, ob man mit Wing Chun beginnen sollte, fängt also schon bei Ohrringen, Halsketten und vor allem lange Fingernägeln an. Diese sind zum Selbstschutz und zum Schutz der Trainingspartner natürlich vollkommen ausgeschlossen! Das muss man ebenfalls bedenken, wenn man als Frau ins Wing Chun einsteigen will.

Das alles klingt jetzt recht hart und abschreckend - soll aber keinesfalls entmutigen sondern als Denkanstoß dienen!

Eine realistische Selbstverteidigungssituation ist häufig eine gnadenlose Angelegenheit, in der Fehler selten bzw. gar nicht verziehen werden. Eine optimale Vorbereitung auf den Ernstfall ist daher der beste Schutz!

Merke Dir: Täter suchen Opfer und keine Gegner!

Ich hoffe, jeder versteht, was ich meine ... lieber gar nicht Wing Chun trainieren und stattdessen Tränengas mitnehmen, als Wischiwaschi-Wing Chun zu lernen und damit dann doch nichts anfangen zu können!

(nach oben)

  Wie werden Frauen wehrhaft?  
           
   

5. Warum überhaupt Kampfkunst für Frauen? Ist das nicht etwas Typisches für Männer?

     
     

Warum sollst Du Dich als Frau überhaupt mit Kampfkunst beschäftigen? Das ist eine berechtigte Frage!

Die Information alleine, dass Wing Chun ja ganz toll ist, von einer Frau erfunden wurde und Spaß macht, würde mir auch nicht reichen, um gleich ins nächste Training zu rennen.

Wie ich einen Abschnitt weiter oben schon angedeutet habe, sollten Frauen grundlegende Kenntnis über Selbstverteidigungstechniken besitzen und diese auch präzise ausführen können. Blanke Theorie über "Was wäre wenn..." reicht nicht aus.

Was ich genau damit meine, welchen Bedrohungen Frauen ausgesetzt sein können, was Dich im Training erwartet, kannst Du hier im nächsten Abschnitt "Warum überhaupt Kampfkunst für Frauen?" nachlesen.

Viel Spaß!

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  Warum Kampfkunst für Frauen?  
           
   
© 2009 Dr. Cord Elsner - WING CHUN - Stuttgart
     
             
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