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1. Schutzausrüstung? Was soll das?

     
     

Egal mit welcher Kampfsportart man beginnt, man wird eine "gewisse Ausrüstung" benötigen, die sowohl zum eigenen Schutz als auch zum Schutz des Partners gedacht ist.

Im Training kommt es permanent zum Schlag- und Trittabtausch, wobei Schläge und Tritte sowohl mit Leicht-, Mittel- als auch mit Vollkontakt ausgeführt werden. Weiterhin werden Clinchübungen praktiziert und Bodenkampf trainiert.

Ohne die passende Ausrüstung besteht ein gewisses Verletzungsrisiko!

Jeder, der über etwas Kampfsporterfahrung verfügt, weiß, dass man für solches Training stabile Trainingskleidung benötigt, die gewissen Belastungen standhält.
Um größtmöglichen Schutz zu bieten ist zusätzlich Schutzausrüstung notwendig, die vor etwaigen Verletzungen schützen "könnte."

Zu nennen wären hier Schienbein- und Ellbogenschoner, Zahnschutz, etc. Dazu aber weiter unten mehr…

 

Schutzausrüstung? Warum?

 
     


"Und ZACK - weg ist der Zahn" - mit einem Zahnschutz - also einem Teil der passenden Schutzausrüstung - wäre das sehr wahrscheinlich nicht passiert. Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schienbeinschoner, etc. sind unverzichtbar!

   
     

Bevor ein Anfänger sich jetzt gleich erschrocken abwendet (nach dem Motto: "das klingt für mich zu brutal"), muss er sich klar machen, dass Wing Chun in erster Linie eine "Kampfkunst" und kein "Mannschafts- oder Ballsport" ist.

Im Vordergrund steht das Erlernen eines auf Wing Chun Techniken, Taktiken und Strategien basierenden Schlagabtausches mit dem Ziel, einen beliebigen Gegner im "regellosen Kampf" zu besiegen (vergleiche dazu den Artikel "Wing Chun - eine Kampfkunst und kein Kampfsport. Warum? Und wo ist der feine Unterschied?").

Diese Regellosigkeit hingegen ist nicht ganz ungefährlich, weswegen von allen (sowohl Schüler als auch Trainer) permanent ein Höchstmaß an "Disziplin, Fairness und Präzision der ausgeführten Bewegungen" gefordert wird.

Durch diese in jedem Kampfsport allgemein geltende "Grundeinstellung" ist in Kombination mit der nötigen Schutzausrüstung das Verletzungsrisiko deutlich reduziert. Beispielsweise verletzt man sich in Ballsportarten wie Handball wesentlich häufiger als in einer Kampfkunst (wie z.B. Wing Chun) oder einer Kampfsportart (wie z.B. Judo oder Karate) - eine für einen Anfänger doch recht interessante Information, oder?

Durch geeignete Kampfsportausrüstung werden hauptsächlich zwei Absichten verfolgt:

  1. Es muss der größtmögliche Schutz für die eigene Person "und" den Partner gewährleistet werden.
  2. Die Ausrüstung muss das Training der Techniken in einem "quasirealistischen Umfang" ermöglichen. Sie darf den Kämpfer also nicht zu stark in seiner Bewegungsfreiheit einschränken und somit ein sinnvolles Training unmöglich machen.

Ob eine Ausrüstung "gut" aussieht, also dicke Aufnäher hat oder in tollen Farben leuchtet, ist nebensächlich und trägt logischerweise nicht zum Schutz bei.

(nach oben)

     
           
    2. Schutzausrüstung kostet Geld - welche ist wirklich sinnvoll bzw. notwendig?      
     

Ausrüstung kostet Geld, das ist klar. Mit anderen Worten kommen gewisse "finanzielle Aufwendungen" auf den Anfänger zu, mit denen er von Anfang an kalkulieren muss. Das sollte von Anfang an klar sein und ist in den meisten Sportarten - sei es Kampfsport, Ballsport oder andere Sportarten - genau das gleiche. Je früher das klar gestellt wird, desto besser und es gibt keine unschönen Überraschungen!

Will man Tennis spielen, braucht man einen Tennisschläger, will man Fussball spielen, braucht man Stollenschuhe - von einer Jogginghose und einem T-Shirt mal ganz abgesehen.
Ein Anfänger im Tennis geht ja auch nicht zum Tennisspielen und schaut ganz überrascht, wenn man ihm erklärt, dass er für's Tennisspielen einen Tennisschläger braucht, oder?

Egal, welchen Sport man macht, die wenigsten Sportarten benötigen keine Ausrüstung.

 
Ausrüstung kostet Geld
 
     


"Schutzausrüstung kostet Geld" - ein paar Euro wird man investieren müssen, um sich die geeignete Schutzausrüstung zuzulegen. Die eigene Gesundheit sollte schon etwas wert sein.

   
     

Wenn man nur zum Probetraining kommen will, um herauszufinden, ob Wing Chun die Kampfkunst ist, die man trainieren will, reicht es vollkommen, erstmal in lockerer Trainingskleidung zu erscheinen.
Für diesen Fall muss man sich anfangs nichts zulegen. Nicht dass man nach absolviertem Probetraining doch kein Mitglied wird und sich hinterher über eine sinnlose Anschaffung ärgert.

Für den Fall einer Mitgliedschaft - also bei ernsthafter und längerfristiger Trainingsabsicht - sind die wichtigsten Utensilien, die man gleich zu Beginn braucht, eine reißfeste Hose, ein weißes T-Shirt, Hallenturnschuhe (mit hellen, nicht abfärbenden, abgerundeten, nicht-scharfkantigen Schuhsohlen), Schienbeinschoner, unbedingt (!) einen Genitalschutz, zwei Paar Handschuhe (Grappling- bzw. MMA-  und Boxhandschuhe) und eine Judojacke inkl. weißem Judogürtel (für "take downs" und Bodenkampf). Das sind die wichtigsten Dinge, die man sofort benötigt, um sinnvoll trainieren zu können.

Später, wenn man weiter ins Training einsteigt, benötigt man einen Zahnschutz und einen Kopfschutz (Helm).

Ich werde nachfolgend die einzelnen Punkte nochmal näher erläutern und begründen.

(nach oben)

     
           
 
 

3. Judojacke, lockeres T-Shirt und eine stabile, reißfeste Hose (unverzichtbar)

     
     

Im Kampfsport oder in einer Kampfkunst geht es immer darum, so nah an der Realität wie möglich - also "quasirealistisch" - zu trainieren.

Es gibt mehrere Situationen, denen man in einer Konfrontation begegnen kann. Im Sommer ist der Gegner nur "leicht" bekleidet (T-Shirt, kurze Hose oder lange Hose) und im Winter trägt er eine dicke Jacke und eine lange Hose. Das Gleiche gilt natürlich auch für uns selbst.

Welche Möglichkeiten hat man bei einem vollbekleideten Gegner (Jacke, Hose) und welche reduzierten Möglichkeiten bietet ein Gegner mit T-Shirt und kurzer Hose? Welche Nachteile bieten sich, wenn wir selbst stark oder weniger bekleidet sind?

Man sollte unabhängig von der Kleidung des Gegners in der Lage sein, ihn zu besiegen. Eigene oder gegnerische Kleidung kann dabei hilfreich aber auch hinderlich sein.

Passend zum Ausspruch "alles kann als Waffe verwendet werden" kann man die Kleidung des Gegners gegen ihn zum Einsatz bringen.

Eine dicke Jacke des Gegners ermöglicht beispielsweise "Grifftechniken", durch die das Gleichgewicht des Gegners gebrochen werden kann. Weiterhin sind Fesselungstechniken der Arme, Ausrichtungen der Körperachse, etc. unter Zuhilfenahme der Jacke möglich, die bei Bekleidung mit einem einfachen T-Shirt nicht vorkommen werden bzw. möglich sind.

Wenn man weiß, wie man die gegnerische Kleidung ausnutzen kann, ist man definitiv im Vorteil.

  Judojacke, lockeres T-Shirt, stabile Hose  
     


"Allkampf-Jacke und T-Shirt" - Eine Jacke ermöglicht Techniken, die ohne Jacke nicht trainierbar sind. Zusätzlich behindert sie aber auch Techniken, die nur beim Training im T-Shirt funktionieren. Um beide Varianten zu trainieren, besteht die Trainingsbekleidung sowohl aus einem T-Shirt als auch aus einer Allkampf- bzw. Judojacke.

   
     

Trägt man selbst eine Jacke, kann der Gegner natürlich auch "Grifftechniken" einsetzen und ebenfalls versuchen, sich über Fesselungen, Ausrichtungen, etc. einen Vorteil zu verschaffen.
Unsere eigene Kleidung kann uns somit "zum Nachteil" gereichen. Gegen diese Möglichkeiten muss man gewappnet sein und wissen, wie man zu agieren hat.

Um solche Situationen trainieren zu können und den Schüler auf die meisten Eventualitäten vorzubereiten, benötigt man sowohl ein lockeres T-Shirt als auch eine stabile "Allkampf-Jacke", die von der Stabilität zwischen einer Karate-Jacke und einer Judo-Jacke einzuordnen ist. Ich nenne sie nachfolgend der Einfachheit halber "Judo-Jacke".

Üblicherweise trainiert man im Wing Chun bzw. im WT, VT, VC, etc. standardmässig nur in T-Shirt (manchmal auch im Pullover). Selten findet man Schulen, in denen auch in einer stabilen Judo-Jacke trainiert wird. Die häufigsten Aussagen sind dann:

  1. "Wir trainieren hier nicht Judo sondern Wing Chun" oder
  2. "In einer Judo-Jacke schwitzt man ja so stark"
  3. usw.

Sehe ich Wing Chun-Kämpfer, die nur mit T-Shirt bekleidet trainieren, denke ich gerne an "Schön-Wetter-Kämpfer", die immer davon ausgehen, jemanden im Kampf vor sich zu haben, der nur mit einem T-Shirt bekleidet ist.

Tatsache ist, dass etliche Wing Chun-Techniken komplett anders ausgeführt werden müssen, je nachdem, ob die Judo-Jacke gegriffen werden kann oder nicht. Manche Techniken funktionieren schlichtweg nicht mehr, wenn man mit einer Judo-Jacke bekleidet ist und die Arme durch Greifen der Judo-Jacke festgelegt werden bzw. über die Judo-Jacke durch Zugtechniken der eigene bzw. der gegnerische Körper kraftvoll neu ausgerichtet wird.
Eine Judo-Jacke ermöglicht völlig neue Trainingsabläufe, die man mit T-Shirt so nicht ausführen kann. Beispielsweise brechen viele Chi Sao Sektionen bzw. Partnerformen komplett zusammen, die man vorher mit T-Shirt bekleidet noch perfekt ausführen konnte.

Chi Sao kann man - falls man mit einer Jacke bekleidet ist - nur noch stark modifiziert trainieren.

Aus diesen genannten Gründen traineren wir standardmässig mit T-Shirt, ziehen uns aber bei Bedarf Judo-Jacken an, mit denen sich auch hervorragend Clinch- und Bodenkampftechniken trainieren lassen.

Die im WING CHUN verwendeten Hosen sind aus schwarzem, reißfestem Segeltuch und besitzen eine sehr hohe Stabilität.

Auch hier ist die Begründung, dass Zug- und Festlegetechniken an der Hose im Training (z.B. im Bodenkampf) ausgeführt werden und einfache Jogginghosen oder leichte Hosen aus modernem, atmungsaktivem Stoff zu schnell kaputt gehen und somit ungeeignet sind. Die Hose enthält selbstverständlich keine Taschen, in die man ein Schlüsselbund oder ähnliches verstauen kann, wodurch lediglich das Verletzungsrisiko stark erhöht wird.

     
     


"Stabiler Stoff für Trainingshosen" - Die Hosen, die im Wing Chun-Training benötigt werden, bstehen aus schwarz eingefärbtem Segeltuch, sind also extrem stabil. Da im Bodenkampf durchaus an den Hosen gezogen bzw. gerissen wird, wären normale Jogging-Hosen komplett ungeeignet und Shorts oder kurze knielange Hosen nicht ausreichend (obwohl sie im Sommer schön kühl sind). Tja, wer sinnvoll trainieren will, braucht stabile, leistungsfähige Kleidung.

     
     

Welche Hose und Jacke man genau braucht, erfährt man im Training.

Wichtig ist noch, dass die Hose, Jacke oder das T-Shirt bei Fortgeschrittenen nicht gegen andere Farbvarianten getauscht werden, womit weitere unangenehme Ausgaben auf die Mitglieder zukommen würden. Das T-Shirt und die Jacke sind weiß und bleiben es auch für alle Zeiten - es gibt also keinen Farbzirkus bei den T-Shirts (grau, grün, blau, braun, schwarz, rot, gelb, etc.), womit Lehrer sich üblicherweise aufgrund der Kleidungskosten an ihren Schülern bereichern.

Alle Schüler (Anfänger und Fortgeschrittene) tragen - unabhängig von ihrem Können - weiß und das bleibt auch so!

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    4. Genitalschutz (Tiefschutz) für Männer und Frauen (unverzichtbar)      
     

Ein Genitalschutz ist unverzichtbar. Ein hochgezogenes Knie, ein Spanntritt oder Faustschlag zu den Genitalien können relativ schnell "das Licht ausschalten." Ich glaube, das muss ich hier nicht unbedingt erwähnen.

  Genitalschutz für Männer und Frauen  
     


"Tiefschutz bzw. Genitalschutz" - Ein Tritt, ein hochgezogenes Knie, ein Fauststoß - diverse zum Genitalbereich ausgeführt Angriffe "knipsen das Licht aus". Mit einem Tiefschutz sieht das schon anders aus und die "Familienjuwelen" bleiben weitestgehend in Sicherheit. Unbedingt notwendig! Genitalschützer gibt es für Männer (links im Bild) und für Frauen (rechts im Bild). Frauen, die hart trainieren wollen, sollten sich die passenden Schützer ebenfalls zulegen!

   
     

Genitalschützer gibt es sowohl für Männer als auch für Frauen. Frauen werden von ihren männlichen Trainingspartner gerne zurückhaltend angegriffen. Das ist kontraproduktiv, da der Lerneffekt somit reduziert ist und keine optimale Ausbildung stattfinden kann. Wird allerdings ernsthaft angegriffen, müssen sich Frauen - genau wie Männer - einen Genitalschutz zulegen.

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5. Turnschuhe - helle Sohle, abgerundete Kanten (unverzichtbar)

     
     

Im WING CHUN wird mit Schuhen trainiert. Da variable Tritttechniken ausgeführt werden (Stopptritte, Fegetritte, Stampftritte) und diese nicht selten die Kniekehle, die Hüfte oder den Rippenbogen (kurze Rippe) etc. treffen, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Sohle runde Kanten aufweist. Ansonsten kommt es zu starken Hautabschürfungen, die sehr unangenehm sein können.

  Hallenturnschuhe  
     


"Richtige Hallenturnschue" - Hallenturnschuhe müssen eine helle Sohle haben, die bei Rutschbewegungen über den Boden keine schwarzen Streifen hinterlassen. Weiterhin müssen die Kanten der Sohle abgerundet sein, damit man bei Tritttechniken keine Hautabschürfungen beim Partner erzeugt.

   
     

Weiterhin sollten die Turnschuhe helle Sohlen haben, um ein Abfärben auf den Hallen- oder Mattenboden zu vermeiden. Dieses Kriterium kennt man bereits von anderen Hallensportarten.

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6. Zwei Paar Handschuhe (unverzichtbar)

     
     

Für WING CHUN benötigt man zwei Sorten von Handschuhen, um effektiv trainieren zu können.
Einerseits braucht man normale Boxhandschuhe (links im unteren Bild) und andererseits Grappling-, Freefight- bzw. MMA-Handschuhe (rechts im Bild).

  Boxhandschuhe und Freefighthandschuhe  
     


"Boxhandschuhe und Freefighthandschuhe" - Wenn man richtig trainieren will, muss man die passenden Handschuhe benutzen. Mit Boxhandschuhen werden Pratzen-, Sandsack- und Schlagkombinationen mit dem Partner gedrillt. Freefighthandschuhe (MMA- bzw. Grapplinghandschuhe) sind die Handschuhe der Wahl für Partnerübungen wie Freikampf, Lat Sao oder auch härteres Sparring.

   
     

Boxen und Wing Chun haben einige Gemeinsamkeiten. Beide Sportarten bemühen sich u.a. um die Platzierung von Schlägen am gegnerischen Körper. Viele Anfänger sind leider immer noch der Meinung, die Hauptwaffe des Wing Chun seien die Kettenfauststöße. Das stimmt glücklicherweise nicht!

Stattdessen enthält das System eine Vielzahl unterschiedlicher Schlag- und Tritttechniken, die trainiert werden müssen. Was nutzt die schönste "filmreife Zaubertechnik", wenn der nötige "WUMMS" dahinter fehlt?

Es ist unabdingbar, dass jeder Schüler die "richtige Ausführung von Schlag- und Tritttechniken" erlernt. Durch ausgefeiltes Pratzentraining wird der Schüler langsam an korrekte Schlagtechniken herangeführt. Hier arbeitet Wing Chun nahezu identisch zum bekannten Boxtraining, weswegen normale Boxhandschuhe benötigt werden. Mit ihnen kann man richtig hart zuschlagen und maximale Schlagkraft trainieren, ohne sich Sorgen wegen Verletzungen machen zu müssen.

Boxhandschuhe dienen an erster Stelle zum Schutz der eigenen Hände. Der Daumen sollte am Handschuh fixiert sein, um ein Umknicken bzw. ein Verstauchen des Daumens beim Aufprall zu verhindern. Das Handgelenk sollte mittels eines Klettverschlusses fixierbar sein, um einen optimalen Halt zu gewähren.

Bei Wettkampfboxhandschuhen sieht man häufig noch, dass sie geschnürt werden müssen. Dies ist in diesem Bereich auch sinnvoll, denn hier hat der Kämpfer Betreuer oder Trainer, die ihm diese Arbeit abnehmen. Will man die Handschuhe alleine ausziehen, wird es schon schwierieger.
Aus diesem Grunde sind die meisten Boxhandschuhe für das Boxen mit einem extra breiten Klettverschluss ausgestattet, der das Handgelenk optimal stützt und fixiert.

Die sekundären Eigenschaften eines Boxhandschuhes sind die Vergrößerung der Deckung und die Dämpfung der Schläge, was auch den Gegner vor schweren Verletzungen schützt. Gepolstert sind sie mit Rosshaar, Schaumgummi, Wolle, Luftkissen oder einer Kombination aus zwei dieser Materialien.

Ich rate zu Boxhandschuhen, die ein Gewicht von 12 Oz. (Unzen) haben und mit kurzen Klettverschlüssen am Handgelenk verschlossen werden und aus echtem Leder sind (diese halten am längsten). Man kann sie rasch an- und ausziehen und muss nicht kompliziert an ihnen herumfummeln, wenn man sie mal ablegen will.

     
     

Einschub: Was bedeutet die "Unzen-Angabe Oz." (Ounce)?

Man unterscheidet Boxhandschuhe nach ihrem Gewicht in Unzen.

Die Unze ist eine Gewichtseinheit, die hauptsächlich in englischsprachigen Ländern verwendet wird. Da die heute gültigen Regeln des Boxsports 1923 in England festgelegt wurden, wurden auch die englischen Gewichtseinheiten weltweit für die Angaben bei Boxhandschuhen übernommen.

Eine "Unze" (englisch: "Ounce") entspricht 28,4 Gramm. Je höher das Gewicht bzw. je größer die Unzenzahl eines Boxhandschuhs ist, desto mehr Dämpfungsmaterial ist in dem Boxhandschuh enthalten.

Boxhandschuhe ab 12 Unzen werden zum Training bzw. zum Sparring verwendet, Boxhandschuhe mit 8 und 10 Unzen zum Wettkampf. Viele setzen die Unzenzahl mit einer Größenangabe gleich.
Generell gilt, die Schnitt- und Passform der Handschuhe sind gleich. Da, wie oben schon erwähnt ein 12 Unzen-Handschuh mehr Füllmaterial enthält als ein 8 Unzen-Handschuh, hat es derjenige, der eine große Hand hat, natürlich leichter, in einen Handschuh mit hoher Unzenzahl zu passen, da das Füllmaterial flexibler ist.

Lediglich die 4 und 6 Unzen Boxhandschuhe sind kleiner geschnitten, da sie speziell für Kinder gemacht wurden.

     
     

Da Wing Chun viele Griff-, Clinch- und Schlagtechniken (Handkante, Faust, Rückhand) enhält, sind normale Boxhandschuhe für das reine Partnertraining ungeeignet, da sie keine Grifftechniken zulassen.

Daher nehmen wir für das Partnertraining (Lat Sao, Bodenkampf, Sparring, etc.) die aus dem MMA bekannten MMA-Handschuhe (auch als Freefight- bzw. Grapplinghandschuhe bekannt) und nicht die im WT üblichen "Faustlappen bzw. Dachpappen", die ein 1cm dickes Schaumstoffpolster aufweisen, mit denen man ständig überall hängenbleibt bzw. sie sich selbst auszieht.

     
     


Die gute alte WT-, WC-, VT- bzw. VC-"Dachpappe" - Mit diesen alten Lappen wird häufig trainiert. Allerdings bleibt man an den Gummistrippen häufig hängen, das Gummi leiert schnell aus und ohnehin ist die Qualität und der Nutzen für das Training sehr gering. Hier benötigt man ordentliche Handschuhe und nicht diese ollen Dachpappen.

     
     

Die Freefighthandschuhe sollten einen kurzen Klettverschluss besitzen und wegen der Haltbarkeit aus Leder sein.

Leder ist von daher stets Kunststoff vorzuziehen, da Kunststoffhandschuhe dazu tendieren, extrem schnell zu stinken, einzureißen und kaputt zu gehen. Lüftet man seine Handschuhe nicht sofort nach dem Training, werden natürlich auch Lederhandschuhe zu einer biologischen Nahkampfwaffe, mit der man auf keine Fall getroffen werden will.

Tipps, wie man seine Handschuhe lange Zeit in Ordnung und "stinkfrei" hält, gibt's im Training. ;)

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    7. Schienbeinschoner (unverzichtbar) und Ellbogenschoner - (zu Beginn optional)      
     

Tritte bis maximal Hüft- bzw. Rippenhöhe werden im Wing Chun analog zum Thaiboxen mit dem Schienbein abgewehrt.

Damit ungeübte Schüler nach dem Training noch gehen können bzw. ihnen nicht beim ersten abgewehrten Tritt aufgrund starker Schmerzen des Schienbeins gleich "das Bein abfällt" oder sich nach kurzer Trainingszeit Knochenhautentzündungen am Schienbein einstellen, verwenden wir einfache Schienbeinschoner, die "unter" der Hose über das Schienbein gezogen werden. Dieser Schutz ist unverzichtbar.

  Schienbeinschoner und Ellbogenschoner  
     


"Schienbein- und Ellbogenschoner" - Für Trittabwehrtechniken, die mit dem Schienbein ausgeführt werden, sind Schienbeinschoner unverzichtbar. Ellbogenschoner verhindern beim Training von Ellbogentechniken (wie es in der Biu Tze der Fall ist) Verletzungen. Die Ellbogenschoner sind anfangs optional, man braucht sie erst später.

   
     

Weiterhin werden später in der Biu Tze Ellbogenschoner (siehe oben rechts im Bild) benötigt, durch die Ellbogentechniken mit größerer Härte ausgeführt werden können, ohne dass man Angst vor gefährlichen Verletzungen haben muss.

Ellbogenschoner sind anfangs erstmal nicht allzu wichtig und können weggelassen werden.

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    8. Zahnschutz - (unverzichtbar)      
     

Jeder Kampfsportler, der behauptet, realistisch zu trainieren, wird früher oder später Sparring machen müssen. Kampfsport ohne Sparring ist so gut wie sinnlos - wie soll man sonst wissen, wie man unter starkem Streß reagiert bzw. wozu der Körper in der Lage ist bzw. welche Technik wirklich funktioniert oder eben gar nicht funktioniert?

Sparring ist sozusagen der "TÜV" für Wing Chun Techniken!

Ich habe daher allergrößte Probleme, Leute im Wing Chun ernstzunehmen, die tolle Theorien aufstellen, "was wann und mit welcher Wing Chun Technik gegen Boxer oder andere Kämpfer funktioniert", wenn sie nicht lange und ausgiebig Sparringserfahrungen mit "wirklich guten Gegnern" gemacht haben.

Wer hat wirklich Sparring im Wing Chun gemacht? - Jeder kann sich an dieser Stelle mal ernsthaft prüfen!

Theorien sind nur dann haltbar, wenn sie in der Praxis - also im Sparring - Bestand haben und sich als richtig erweisen. Wenn man also nie die Probe auf's Exempel macht, kann man seine Theorien gerne wieder einstampfen.

Dementsprechend trennt sich in meinen Augen im Sparring der "Wing Chun Märchenwald" von der "realistischer trainierenden Wing Chun Welt", wobei letztere - aufgrund der Härte und Schmerzen - weniger Vertreter aufweist.

Sparring ist eine harte Angelegenheit und erfordert ein ausgeprägtes Durchhalte-vermögen. Da es durchaus vorkommt, dass harte Schläge zum Kopf ausgeführt werden, benötigt man einen Zahnschutz.

Kommt es zu Kampfsportverletzungen im Gesichts- und Kieferbereich, sind in den meisten Fällen die Nase oder die oberen Schneidezähne betroffen. Der Gang zum Zahnarzt ist damit langfristig vorprogrammiert.

Wie kann man sich vor Zahnverletzungen schützen?

Es gibt spezielle Zahnschützer, die aus einem elastischen Kunststoff bestehen. Sie sind wie ein Zahnbogen geformt, werden über die Zähne des Oberkiefers gestülpt und bedecken zusätzlich das Zahnfleisch. Gleichzeitig ist der Unterkiefer durch Einbisse geschützt.

  Zahnschutz  
     


"Zahnschutz" - Damit die Zähne ganz sicher drin bleiben, haben schlaue Leute den "Zahnschutz" erfunden. Dieser ist beim Sparring unverzichtbar, wenn man nicht mit schicken Zahnlücken herumlaufen will.

     
     

Es gibt Zahnschützer, die in Sportabteilungen zu kaufen sind, es besteht aber auch die Möglichkeit, sich einen individuellen Sportschutz beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden anfertigen zu lassen. Letztere Variante ist allerdings nicht ganz billig, daher präferiere ich moderne Zahnschützer, wie den im oberen Bild dargestellten Zahnschutz.

Heute zu kaufende moderne Zahnschützer lassen sich leicht an die eigene Gebissform anpassen, indem sie in heißes Wasser gelegt werden. Anschließend werden sie in den Mund eingesetzt und passen sich dabei an die Gebissform an. Beim Erkalten härten sie aus und behalten dauerhaft die Gebissform bei. So hat man seinen eigenen individuellen Zahnschutz und nur so ist gewährleistet, dass der Schutz wirklich sitzt und die Zähne geschützt sind.

Hier gibt es viele Varianten - welche die preisgünstigste ist und dennoch einen guten Schutz gewährleistet, erfährt man im Training.

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    9. Boxbandagen - zum Abstützen der Hände und Handgelenke - (optional)      
     

Weiterhin gibt es noch Bandagen, mit denen man die Handgelenke und die Hand an sich schützt. Das ist im Sparring ein wichtiger Schutz.
Mit jedem Auftreffen der Faust kommt es zu Erschütterungen in der Hand, die sich auf die kleinen Knochen und Gelenke der Hand negativ auswirken können. Um hier einen Schutz zu gewährleisten wird die Hand durch das Umwickeln mit einer Bandage quasi "verstärkt" bzw. "gestützt"

Bei Bandagen handelt es sich also um spezielle elastische Binden, die unter den Box- bzw. Freefighthandschuhen getragen werden.

Sie sind hauptsächlich für den Schutz der Hand-, Daumen und Fingergelenke zuständig. Die Maße der Bandage wurden von der "AIBA - International Boxing Association" - für den Wettkampf auf eine Länge von 250 cm und eine Breite von 5 cm festgelegt.

  Boxbandagen  
     


"Boxbandage" - Bandagen können die Hand bzw. das Handgelenk abstützen, damit bei harten Schlägen auf die Pratzen bzw. den Sandsack ein größtmöglicher Schutz vorherrscht.

     
     

Für das Training gibt es keine Vorschriften für die Abmessungen von Bandagen. Für die Bandagierung selbst gibt es unterschiedliche Anleitungen.

Generell sollte beim Bandagieren darauf geachtet werden, dass die Finger- und Handgelenke gut fixiert sind. Die Bandage sollte niemals so fest geschnürt werden, dass man die Blutzufuhr unterbricht.

     
     


"Binden von Boxbandagen" - Das Binden der Bandagen ist eine Kunst für sich. Viele Kämpfer haben eigene Varianten für sich entwickelt, wie sie die Bandagen binden.

     
     

Die Anschaffung von Bandagen ist optional und kann ebenfalls nach hinten gestellt werden. Im Training kann man erfahren, welche Bandagen die richtigen sind.

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    10. Helm bzw. Kopfschutz - (zu Beginn optional)      
     

Auch der Helm bzw. Kopfschutz ist ein Utensil, was im Sparring getragen werden kann - aber nicht getragen werden muss.

Es gibt hier diverse Varianten, mit und ohne Gitter (Freikampf), mit starker oder schwacher Abpolsterung, komplett geschlossen oder nur ringförmig um den Kopf geschlossen. Der Helm schützt vor direktem Kontakt der Faust mit dem Gesicht und dämpft sogar leicht die jeweiligen Schläge ab.

  Helm bzw. Kopfschutz  
     


"Kopfschutz" - Selbst ein Faustschlag mit Boxhandschuhen zum Kopf kann doch blaue Augen oder gebrochene Nasen verursachen. Diese Gefahr und andere werden durch passende Helme deutlich reduziert. Manche Helme bieten rund um den Kopf einen Schutz, andere Helme wie z.B. Freikampfhelme haben auch einen Gitterschutz vor dem Gesicht.

   
     

Im Wing Chun sollte man stets einen Helm mit Gitter im Sparring verwenden, da die Handschuhe genau in die Öffnung des Helmes passen und ein Bruch der Nase sehr wahrscheinlich ist - was wir schon im Sparring erlebt haben!

Ein Helm ist zu Beginn des Trainings ebenfalls optional. Im Training erfährt man, welcher Helm der geeigneteste ist.

(nach oben)

     
           
   
© 2009 Dr. Cord Elsner - WING CHUN - Stuttgart
     
             
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