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Beginn der Siu Nim Tao mit Hoi Ma, dem "Stand einnehmen"

 
     

POSTER

 
     

Die Siu Nim Tao ist als digitaler Download hier erhältlich.

Wer Interesse hat, kann direkt hier eine englische oder deutsche Version beziehen und erhält dann einen Link zugeschickt und kann sich anschließend das PDF herunterladen.

Die Datei kann man sich gut ausdrucken oder auf dem PC, Laptop, Tablet oder Handy anschauen. Sieht nach einem simplen Poster aus, war aber eine ziemlich umfangreiche Arbeit aus fotografieren, auswählen, nachbearbeiten, zum Poster zusammensetzen.

Ich denke, es lohnt sich.

Wer lieber gleich unseren Shop besuchen will, kann hier auf den nachfolgenden Link klicken:

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Nochmal zum Poster: das Poster hat DIN A2 Größe, ist hochauflösend und zeigt alle Positionen der Siu Nim Tao inkl. Zwischenschritte und Technikbezeichnungen.

Einfach mal reinschauen. Viel Spaß!

Nachfolgend gehe ich durch die Details des Anfangs der Siu Nim Tao - Hoi Ma, das "Stand einnehmen".

Alle Formen im Wing Chun beginnen mit "Hoi Ma" dem sog. "Stand Einnehmen", bei dem man sich in den Yee Jee Kim Yeung Ma oder IRAS stellt. Dazu positioniert man sich zunächst wie im nachfolgenden ersten Bild gezeigt und nimmt quasi "Haltung" an.

Heißt: Körper strecken (aufrichten), Hände anlegen und auf die kommende Übung fokussieren - man versammelt sich innerlich, konzentriert sich und startet schließlich mit Hoi Ma, dem "Stand Einnehmen", was nachfolgend beschrieben wird.

Schließlich will man eine saubere Ausführung der Formen üben bzw. abliefern und sich so wenig wie möglich Schwachheiten leisten. Dazu ist ein sauberer Beginn jeder Form notwendig - sonst kann man es gleich lassen.

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01 / 04 - Körperhaltung zu Beginn der Siu Nim Tao (Ausgangsposition) mit entsprechenden Korrekturhinweisen

 
     

 
     

Korrekturhinweise zu Bild 01 / 04 - Ausgangsposition:

  1. Der Kopf wird nach oben gestreckt und gerade gehalten. Entsprechend lässt man ihn nicht nach vorne (in Richtung Brust) oder nach hinten (in Richtung Nacken) abkippen. Die Augen blicken geradeaus (sog. "horizontaler Blick"), fokussieren aber keinen speziellen Punkt. Stattdessen wird ein peripherer Blick (sog. "peripheres Sehen") angestrebt. Durch die Längsachse des Körpers erstreckt sich (grün dargestellt) die sog. Dochtlinie, die der Rotationsachse / Hauptrotationsachse des Körpers entsprecht. Der Körper ist entlang der Dochtlinie aufgerichtet, als würde man sich (bildlich gesprochen) selbst "an den Haaren" bzw. "am Docht der Kerze" nach oben ziehen und somit strecken.

  2. Das Kinn wird zurückgezogen - also nicht vorgestreckt. Dadurch soll u.a. verinnerlicht werden, dass das Kinn aus der gegnerischen Schusslinie gebracht werden muss. Es soll aber nicht so stark zurückgezogen werden, dass sich ein Doppelkinn ausbildet.

  3. Die Schultern werden auf gleicher Höhe gehalten und über die obere Rückenmuskulatur leicht nach hinten gezogen (Vermeidung eines Rundrückens). Entsprechend erhöht sich die Spannung im Brustbereich. Zusätzlich werden beide Schultern abgesenkt anstatt "verspannt" hochgezogen zu werden.

  4. Die Brust wird leicht vorgestreckt, somit also einer eingefallenen Brust vorgebeugt. Dabei wird eine ruhige und gleichmäßige Atmung - durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen - praktiziert.

  5. Die Bauchmuskeln werden leicht vorgespannt und der Bauch somit nicht spannungslos nach vorne gewölbt.

  6. Das Becken wird gerade gestellt und nicht vorgekipptt, um eine Rückenlastigkeit zu vermeiden und den Körperschwerpunkt über den Beinen zu halten.

  7. Die Arme werden an den Körper angelegt, wobei die Hände auf der Oberschenkelaußenseite anliegen.

  8. Die Knie sind durchgedrückt.

  9. Die Füße sind geschlossen (zusammen) und zeigen geradeaus.

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02 / 04 - Hoi Ma - Bewegung 1 mit entsprechenden Korrekturhinweisen

 
     

 
     

Korrekturhinweise zu Bild 02 / 04 - Hoi Ma, 1. Bewegung:

Mit dem zweiten Bild beginnt schließlich "Hoi Ma", das sog. "Stand Einnehmen". Man begibt sich in den Yee Jee Kim Yeung Ma bzw. IRAS - einen der Standardstände im Wing Chun. Die Kopfhaltung, Kinnhaltung, Schulterhaltung, Becken- und Fußhaltung bleiben so, wie in Bild 1 beschrieben.

  1. Die Fäuste werden senkrecht auf einer Linie (nicht im Bogen) neben dem Körper nach oben gezogen, bis sie sich neben der Brust ca. auf Höhe des Solar Plexus befinden. Dabei werden die Arme so gehalten, dass die jeweilige Faustfront / Schlagfläche der Faust (von vorne betrachtet) den jeweiligen Unterarm verdeckt.

    Bedeutet: der Unterarm wird permanent parallel zum Boden gehalten, wobei linker und rechter Unterarm zueinander parallel sind. Durch diese Haltung wird vermieden, dass weder die Ellbogen noch die Fäuste nach außen wandern, man also keine "Flügel" macht. Zudem beugt man somit einem Absacken der Faust vor und schützt sich analog davor, die Fäuste übermäßig hoch zu ziehen.

  2. Die Fäuste werden so neben dem Brustkorb gehalten, dass sich zwischen den Fäusten und dem Brustkorb (Rippen) ca. ein Fingerbreit Abstand einstellt. Üblicherweise tendieren viele Wing Chun Praktizierende dazu, die Fäuste auf den Rippen auf- bzw. abzulegen, sozusagen zu "parken". Das ist schlichtweg falsch und überhaupt eine Unart!

    Ich tendiere normalerweise nicht dazu, alternative Wing Chun Ausführungen als richtig oder falsch abzutun. Hier verhält es sich allerdings so, dass jede Faust bzw. jeder Arm in dieser Position unter Spannung gehalten werden muss. Das gilt sowohl für den in diesem Bild gezeigten Fall, wo beide Fäuste hochgezogen sind und ruhen, als auch für den Fall, wo eine Faust neben der Brust gehalten wird und die andere Hand Bewegungen ausführt. Ziel ist dabei, Unabhängigkeit zu trainieren. Eine Hand wird unter Spannung gehalten, während die andere Aktionen ausführt. In einer Anwendung bzw. Partnerübung entspricht dies dem Fall, wo eine Hand Druck auf den Gegner ausübt und diesen beispielsweise in einer Position fixiert, während die andere Hand attackiert. Beide Fäuste (wie in diesem Bild gezeigt) stabil neben der Brust zu positionieren und - ohne sie an der Brust abzulegen - frei im Raum zu halten, ist also eine wichtige Übungen - sowohl für den Anfänger als auch für den Fortgeschrittenen.

    Zusätzlich werden die Fäuste geschlossen und unter leichter Spannung gehalten. Viele Leute tendieren dazu, die Hände offen zu halten und geschweige denn überhaupt eine saubere Faust zu formen. Eine schlaffe Handhaltung ist hier zu vermeiden.

  3. Die Knie werden leicht gebeugt. Dabei wird ein Winkel eingestellt, dass die Kniescheibe (von oben betrachtet) gerade die Fußspitze verdeckt. Mit anderen Worten: fällt man ein Lot von der Kniescheibe in Richtung Fußspitze, landet man relativ genau vor der Fußspitze. Durch diese Orientierungshilfe wird dem Anfänger vermittelt, dass er nicht zu tief in die Knie gehen soll aber auch nicht mit zu stark durchgedrückten Knie stehen soll.

    Die logische Erklärung dafür folgt aus der Realität einer kämpferischen Auseinandersetzung. Steht man zu tief (zu stark gewinkelt), kann man nicht schnell genug über Schrittarbeit die jeweilige Position verlassen. Steht man im Knie zu stark durchgedrückt / gestreckt, ist die Schrittarbeit zu steif und nicht schnell und flexibel genug. Aber nicht vergessen: hier wird keine harte Regel formuliert, sondern lediglich eine Orientierungshilfe gegeben.

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03 / 04 - Hoi Ma - Bewegung 2 mit entsprechenden Korrekturhinweisen

 
     

 
     

Korrekturhinweise zu Bild 03 / 04 - Hoi Ma, 2. Bewegung:

Während des Stand Einnehmens wird auch im nächsten Schritt an der Kopfhaltung, Kinnhaltung, Schulterhaltung, der Haltung der Fäuste nichts verändert. Auch der Abstand der Fäuste zur Brust und die Hüfthaltung bleiben gleich. Lediglich die Knie- und Fußpositionen verändern sich nun.

  1. Die Füße werden in einem 45° Winkel nach außen gedreht. Dabei belastet man während der Drehung die Ferse, die auch den Drehpunkt der Rotation darstellt.

  2. Die Knie werden infolge des "Aufdrehens" der Füße nach außen zeigen, bleiben aber leicht gewinkelt.

Im Wing Chun gibt es zwei Lager bzgl. der Meinung, ob es in der Siu Nim Tao schon Schrittarbeit bzw. Beintechniken gibt oder nicht. Die einen sagen klar "Nein", wohin andere darauf verweisen, dass das Stand Einnehmen bereits als Schrittarbeit bzw. Beintechnik gewertet werden kann. Dabei wird dieses Ausrotieren der Beine häufig als Tan Gerk interpretiert. Ist nur eine mögliche Sichtweise.

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04 / 04 - Körperhaltung im Yee Jee Kim Yeung Ma / IRAS nach durchgeführtem Hoi Ma - Stand einnehmen

 
     


 
     

Korrekturhinweise zu Bild 04 / 04 - Yee Jee Kim Yeung Ma / IRAS (Endposition):

Das letzte Bild der "Hoi Ma-Serie" zeigt den Yee Jee Kim Yeung Ma. Das ist der finale Stand, an dem sich während der gesamten Siu Nim Tao bis nach Abschluss von Satz 8, dem finalen Satz der Form, nichts mehr ändert. Es bewegen sich zwischen Bild 3 und 4 lediglich nur noch die Füße und Knie:

  1. Die Füße werden in einem 45° Winkel nun nach innen gedreht. Dabei belastet man während der Drehung den Fußballen, wobei dieser den Drehpunkt der Rotation darstellt.
  2. Die Knie werden infolge des "Eindrehens" der Füße nach innen zeigen. Der leichte Winkel im Knie wird beibehalten.  

Analog zur Überlegung bei Bild 03/04 wird auch bzgl. dieses vierten Schrittes von manchen Wing Chun Praktizierenden Schrittarbeit bzw. eine Beintechnik in die Siu Nim Tao hineininterpretiert. So wird das nach innen Drehen der Beine gerne als Bong Gerk angesehen. Mit anderen Worten sollen Tan Gerk und Bong Gerk als erste essentielle Beintechniken in der Siu Nim Tao quasi "versteckt" sein.

Kann man so sehen ...  muss man aber nicht.

Der Yee Jee Kim Yeung Ma wird auch als IRAS bezeichnet, was eine Abkürzung für Internal Rotated Adduction Stance steht. Mit "Internal Rotated" meint man die Fußhaltung, die nach "innen rotiert" ist, wohingegen mit "Adduction Stance" auf die Adduktoren referenziert wird. Die Adduktoren (Magnus, Brevis, Longus) sind Muskeln des Oberschenkels und beugen das Hüftgelenk und adduzieren den Oberschenkel, ziehen ihn also zur Körpermitte hin.

Die Bezeichnung IRAS besagt also nichts Anderes, als dass man mit nach innen rotierten Beinen dasteht und die Adduktoren des Oberschenkels anspannt. Gerne verweisen manche Lehrer darauf, dass die Knie auf einen imaginären Punkt zeigen, der vor dem Körper auf dem Fußboden in der Mitte des Körpers liegt. Auf diesen Punkt soll man die Spannung der Oberschenkel richten. Man sagt, der Körper "forme eine Pyramide, bei der das Gewicht in der Mitte zentriert ist."

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