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1. Mitgliedschaft - was kostet das Training pro Monat?

     
     

Die Mitgliedschaft kostet 59,99 EUR pro Monat.

Der Mitgliedsbeitrag berechtigt zur Teilnahme an den beiden zweistündigen wöchentlichen Trainingseinheiten.

Mitglied wird man nur nach einem ausführlichen kostenlosen Probetraining (8 Einheiten).

Informationen dazu kann man im Artikel "Probetraining kommt vor Mitgliedschaft" nachlesen.

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2. Gibt es weitere Zusatzkosten?

     
     

Es gibt keine weiteren Zusatzkosten, die zwingend auf ein Mitglied zukommen.

Dabei muss allerdings jedem klar sein, dass man sich aus "Selbstschutz- und Trainingsgründen" mit adäquater Schutzausrüstung und Sportkleidung versorgen muss.

Folgende Schutz- und Trainingsausrüstung sollte man im Falle einer Mitgliedschaft unbedingt besitzen bzw. mitbringen:

  • Schienbeinschoner,
  • Genitalschutz (!),
  • 12 Oz Boxhandschuhe,
  • Springseil,
  • Trainingshose,
  • Turnschuhe mit abgerundeter Kante an der Sohle und heller Sohle, alternativ Matten- oder Ringerschuhe. Mit normalen Turnschuhen darf die Matte nicht betreten werden. Ansonsten ist Training auch barfuß möglich.
  • T-Shirt,
  • Zahnschutz

sollte man besitzen und immer zum Training mitbringen. Man geht schließlich auch nicht ohne Tennisschläger und Sportkleidung zum Tennis .

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    3. Warum erwähne ich überhaupt "Zusatzkosten" im Wing Chun?      
     

Warum schreibe ich weiter oben überhaupt über mögliche Zusatzkosten?

Schlichtweg aus gutem Grund - denn Wing Chun gilt in der Kampfsport- bzw. Kampfkunstszene als eine der teuersten zu erlernenden Kampfkünste überhaupt. Das liegt nicht zuletzt an der teils "unverschämten Geldgier" mancher Lehrer. 

Geschickt werden die Mitglieder gedrängt, weitere Zusatzkosten neben den regulären Mitgliedsbeiträgen zu bezahlen. Dazu generiert der Lehrer weitere Produkte bzw. vermittelt Trainingsinhalte beispielswese erst gegen Zusatzzahlungen - gerade im Wing Chun ist letzteres sehr beliebt.

Besonders viel Geld kann z.B. bei Chi Sao-Sektionen (Chi Sao-Partnerformen), Formen (Siu Nim Tao, Cham Kiu, Biu Tze, Mok Yan Chong Fat), Waffenformen (Look Dim Poon Kwan, Bart Cham Dao) und Waffentraining, Speziallehrgängen, Prüfungslehrgängen und Prüfungen, Trainingskleidung, Privatstunden und Intensivausbildungen aus den ahnungslosen Anfängern herausgezogen werden.

Hier muss man als Anfänger ganz besonders vorsichtig sein, dass man nicht Stück für Stück in eine perfide Finanzstruktur hineingerät.

Wie schon an anderer Stelle dieser Webseite erwähnt, kann man als Trainer allein über Mitgliedsbeiträge kein Geld verdienen!

Man deckt lediglich die laufenden Kosten und bekommt nach Steuerabzug am Monatsende vielleicht noch ein paar Euro heraus. 
Das ist auch völlig in Ordnung, da es vielen Sportlern (inkl. Trainern) in der Regel auch nicht um das Geldverdienen sondern um das Training des Sportes an sich geht.

Dass man als Trainer dennoch etwas Geld verdient, ist natürlich ein netter Nebeneffekt, den vermutlich niemand ablehnt.

Leider scheint dieser geringe Verdienst manchem Wing Chun Trainer nicht zu reichen - er versucht entsprechend, weitere Einnahmequellen zu generieren.

Ich zähle in Kürze die Einnahmequellen auf, deren Existenz man in der avisierten Schule prüfen sollte.

1. Zahlungen für Verbandsgebühren oder Jahresbeiträge
Es gibt größere Verbände, in denen jährlich ein Betrag für die übergeordnete Organisation entrichtet werden muss - dieser Betrag wird z.B. Dachverbandsbeitrag, Jahresbeitrag, Jahresgebühr oder Verbandsgebühr genannt.
Argumentiert wird hier, dass es gewisse bürokratische Arbeiten gibt, die damit gegenfinanziert werden. Dieser Betrag liegt i.d.R. bei 50 EUR. Was genau davon bezahlt wird, bleibt meistens verborgen. 

Solche Jahresbeiträge halte ich grundsätzlich für überflüssig. Anfallende Kosten sollten über den Mitgliedsbeitrag abgegolten werden.

Dennoch muss jeder Verband bzw. jede Schule es letztlich halten, wie er/sie es will. Es ist aber zu prüfen, wie hoch der Betrag ausfällt und was eigentlich als Gegenleistung dafür erbracht wird. Man sollte eine klare Aussage erwarten können.

2. Zahlungen für einen Pass / Mitgliedsausweis
Bei Beginn der Mitgliedschaft wird den Mitgliedern manchmal ein Pass bzw. Mitgliedsausweis ausgestellt, in den die abgelegten Prüfungen und Lehrgangsteilnahmen eingetragen werden. 
Dieser Pass ist eigentlich eine gute Idee, wenn man Prüfungen ablegen will bzw. wenn es Graduierungen in der Schule bzw. dem Verband gibt. Zudem kann man mit ihm seine Leistungen nachweisen, wenn man z.B. die Schule innerhalb des Verbands wechselt.

Allerdings sollte man sich klar machen, dass solche Leistungsnachweise lediglich nur in der gleichen Wing Chun Organisation anerkannt werden, in anderen Wing Chun Schulen bzw. Organisationen aber keinen Wert haben und normalerweise ignoriert werden.

Der Pass / Ausweis kostet ebenfalls Geld, der Betrag sollte maximal zwischen 5 - 15 EUR liegen. Das wäre dann meiner Ansicht nach in Ordnung.

Wird allerdings ein Jahresbeitrag oder ein Dachverbandsbeitrag erhoben, sollte der Pass inklusive sein, also nichts weiter kosten.

3. Zahlungen für Schuluniformen
Manche Schulen bzw. Verbände legen Wert auf das Tragen von Schuluniformen. Alle Schüler haben einheitliche Hosen und einheitliche T-Shirts zu tragen, damit kein Schüler aus der Gruppe hervorsticht. Typische Beispiele sind Judo, Karate, Tae-Kwon-Do, Aikido, etc. - asiatische Kampfsportarten, in denen das Tragen von Uniformen (Gi) selbstverständlich ist.

Schuluniformen werden von manchen Schülern allerdings kritisch gesehen, da man sich gerne individuell kleidet, mal kurze, mal lange Hosen tragen möchte, weite oder enge T-Shirts bevorzugt und auch bei der Farbwahl nicht eingeschränkt sein möchte. 
Lehrer wiederum argumentieren, dass die Gruppe durch eine einheitliche Schuluniform homogen erscheint, keiner aus der Gruppe durch ausgefallene Kleidung auffällt und die Gruppe geschlossen und nicht wie ein komischer bunter Haufen aussieht.

Wie auch immer - es gibt sicherlich zig Gründe für aber auch gegen Schuluniformen, dennoch bestimmt der Schulinhaber, unter welchen Bedingungen er seine Wing Chun Interpretation vermitteln möchte. Soweit meiner Meinung nach in Ordnung.

Meines Erachtens werden Schuluniformen erst dann zur echten finanziellen Belastung, wenn pro Graduierung unterschiedliche T-Shirt-Farben fällig werden, man also bei Erreichen der nächsten Graduierung neben den Prüfungs- und Lehrgangsgebühren nun auch noch ein neues T-Shirt kaufen soll. 

Man sollte also darauf achten, dass man nicht gezwungen wird, permanent neue Kleidung kaufen zu müssen. Zusätzlich sollte man sich erklären lassen, wie die Kosten für Kleidungsstücke zustande kommen, wenn sie einem zu hoch erscheinen.

4. Zahlungen für Schutzausrüstung
Wing Chun ist eine Kampfkunst, es geht also in erster Linie ums Kämpfen. Zum Schutz der eigenen Person aber auch zum Schutz des Partners sollte man sich gewisse Schutzausrüstung zulegen. Das ist unvermeidbar. 

Zur Schutzausrüstung zählen Genitalschutz, Schienbeinschoner, Handschuhe (Box- und/oder MMA-Handschuhe) und Zahnschutz. Weitere Schutzausrüstung wie z.B. Ellbogenschoner, Helm etc. sind nur bei Bedarf notwendig.

Was genau man benötigt, habe ich in dem Artikel "Trainingskleidung - Brauche ich spezielle Ausrüstung und was kostet mich das?" im Detail erklärt.

Am besten kauft man sich Schutzausrüstung bei namhaften Herstellern, die darauf spezialisiert sind. Man bekommt dafür Qualität für einen guten Preis.
Manche Lehrer bieten Schutzausrüstung mit ihrem eigenen Logo an und schlagen auf den Herstellungspreis teils enorme Zusatzkosten drauf - so ist die Schutzausrüstung um etliches teurer. Zusätzlich gibt es Lehrer, die verlangen, dass man ihre Schutzausrüstung kauft. Das ist nicht nur teuer sondern vor allem dann besonders dumm, wenn man mit Wing Chun aufhören will und was anderes trainieren möchte. Man schleppt dann immer das Logo der alten Schule mit. 

Auch hier sollte man stutzig werden, wenn der Lehrer "fordert", dass die Schutzausrüstung von ihm gekauft wird, gekauft werden soll bzw. muss.

5. Zahlungen für Prüfungsprogramme
Prüfungsprogramme legen die Inhalte fest, die auf die einzelnen Graduierungen (falls solche vorliegen) abgeprüft werden. Manche Lehrer stellen hier Prüfungsprogramme zur Verfügung, die ebenfalls kostenpflichtig sind bzw. sein können. Programme sind stets eine gute Sache, da der Schüler hier den roten Faden ablesen kann, nach dem er unterrichtet wird, bzw. nach dem er lernen soll.

An sich kein Problem, wenn die Kosten sich im Rahmen halten. Allerdings sind mir auch Fälle bekannt, wo das Prüfungsprogramm als lose Blattsammlung ca. 0,50 EUR in der Herstellung kostet und der Lehrer den Preis auf 10 EUR anhebt.

6. Zahlungen für Lehrgänge und Prüfungen:
Lehrgänge sind häufig teuer und werden beispielsweise vierteljährlich veranstaltet.

Lehrgänge halte ich grundsätzlich für eine interessane Sache - allerdings nur dann, wenn es sich um "Speziallehrgänge" handelt, auf denen die Schüler Inhalte lernen, die im normalen Training so nicht vermittelt werden. 
Weiterhin sind Lehrgänge auch dann sehr interessant, wenn es "offene Lehrgänge" sind, also wenn Schüler anderer Schulen oder auch anderer Stile sich dort treffen können, man also neue Leute und neue Sichtweisen, Techniken, etc. kennenlernen kann.

Bei Lehrgängen sollte es also um "Horizonterweiterung" der Teilnehmer gehen.

Manche Lehrer haben dieses Konzept gleich von Anfang an über Bord gekippt und nutzen Lehrgänge hauptsächlich zum Geldverdienen. Anstatt wirklich Neues zu zeigen oder Kämpfer anderer Stile einzuladen und einen freundschaftlichen Austausch von Wissen und Erfahrungen durchzuführen, zeigen sie lediglich Inhalte Ihres regulären Trainings und prüfen ihre Schüler gegen weitere Kosten. Sinnvoll ist so ein Lehrgang dann nicht mehr, weswegen viele Schüler schon nach einigen solcher Lehrgänge keine Lust mehr verspüren, daran teilzunehmen.

Lehrgänge werden genau dann zum Problem, wenn der Lehrer den Schüler dort gerne "sehen"möchte und dessen Fortkommen im Wing Chun an seine Anwesenheit auf den Lehrgängen knüpft bzw. mit dem Ablegen von Prüfungen verbindet. 

Prüfungen finden gerne nur auf Lehrgängen statt. Diese Lehrgänge kosten aber meistens 40-50 EUR. Dort wird dann das Standardprogramm "runtergeschraubt" und man trainiert lediglich das, was man auch sonst im Training trainiert - man erhält also keinen Mehrwert.

Zusätzlich werden auf den Lehrgängen Prüfungen abgelegt - diese kosten aber wieder Geld (typischerweise zwischen 10-20 EUR je nach Graduierung). Es sind also eher "Prüfungslehrgänge"
Da der Lehrer / Trainer prüft, lernt man von ihm meistens nichts Neues. Man legt lediglich seine Prüfung ab, muss dafür aber Lehrgangsgebühren zahlen und Prüfungsgebühren noch oben drauflegen. Das kann teuer werden.

Je höher die Graduierungen sind, desto mehr kosten die Prüfungen. Ich kenne Beispiele aus WT-Stilen, bei denen die Technikergrade mehrere hundert Euro kosten (z.B. 1. TG bzw. 1. HG 125 EUR, 2. TG bzw. HG 175 EUR ... usw.). Viel Geld für nichts ...

Diese Verknüpfungen von Lehrgängen und Prüfungen sind vor allem dann problematisch, wenn der Lehrer auf diese Weise wirklich bewusst Geld verdienen will. Jeder Schüler, der sich hier "zu entziehen versucht", bringt den Lehrer natürlich um den Verdienst und könnte evtl. auch noch andere Schüler anstiften, sich ebenso zu verhalten. Dann geht noch mehr Geld verloren. 
Manche Lehrer stoppen daher den Fortschritt des Schülers auf dem Grad, den der Schüler innehat, bis er wieder eine weitere Prüfung erfolgreich ablegt (die er natürlich bezahlen muss). So entsteht quasi der Zwang, Prüfungen ablegen zu müssen, um überhaupt im Wing Chun voran zu kommen. Gar nicht gut ...

Eine weitere zweifelhafte Methode ist es, Grade zu teilen - also z.B. den 10. Schülergrad in zwei Teile zu unterteilen (10.1 und 10.2). Dafür fallen dann doppelte Prüfungsgebühren und doppelte Lehrgangsgebühren ab. Reine Geldschneiderei ...

7. Zahlungen für Extrakurse
Ganz beliebt sind auch Extrakursangebote - z.B. Bartraining, Sparringskurse, Situationstraining. Diese Kurse werden kostenpflichtig angeboten und können als Zusatzpakete "gebucht" werden.
Beispielsweise wird ein Sparringskurs angeboten, bei dem man für 10 Einheiten einen Zusatzbetrag von ca. 100 EUR bezahlen muss. Bei solchen Angeboten frage ich mich, wieso so etwas kostenpflichtig als Zusatzprogramm gebucht werden muss?

Viele solcher Zusatzangebote sollten standardmässig zum Training dazu gehören.

Es ist offensichtlich, dass hier ebenfalls Geldschneiderei stattfindet.

8. Zahlungen für Sektionen bzw. Partnerformen
Ein Herzstück im Wing Chun ist das Chi Sao Training - was allerdings nicht bedeutet, dass jeder Wing Chun Stil weltweit automatisch Chi Sao als Trainingsmethode verwendet. In Deutschland ist Chi Sao dennoch weit verbreitet.

In manchen Wing Chun Stilen sind die im Chi Sao vermittelten Übungen und Drills in sogenannte "Sektionen" oder "Partnerformen" zergliedert. Heißt: die Übungen und Drills werden in "Portionen bzw. Blöcken" vermittelt. Zu bestimmten Graduierungen gehören bestimmte Sektionen, die man beherrschen muss.

Logischerweise eröffnet sich hier eine wunderbare Einnahmequelle, da man diese Sektionen ebenfalls dem Schüler nur gegen Zahlungen vermitteln kann. Wie das Ganze funktioniert, stelle ich allerdings an anderer Stelle detailliert dar.

Ein Anfänger sollte gleich zu Beginn klar nachfragen, ob es Sektionen bzw. Partnerformen gibt, ob diese Geld kosten, wie sie vermittelt werden, ob sie Prüfungsinhalt sind - man also nur weiterkommt, wenn man sie bezahlt, etc. - hier wird den Schülern i.d.R. am meisten Geld abgeknöpft.

9. Zahlungen für Formen und Waffentraining
Das Wing Chun System enthält je nach Wing Chun Stil Formen. Das wären Siu Nim Tao, Cham Kiu, Biu Tze, Holzpuppenform, Tripodalform, Langstockform und Doppelmesserform.

In manchen Stilen bzw. Schulen muss man für diese Formen Geld bezahlen, was natürlich absoluter Quatsch ist. Preisbeispiele sind:

  1. Siu Nim Tao - kostenlos
  2. Cham Kiu - kostenlos
  3. Biu Tze - 100 bis 200 EUR (je nach Lehrer / Verband)
  4. Holzpuppenform - 200 bis 800 EUR (je nach Lehrer / Verband)
  5. Langstockform - 1500 bis 3000 EUR (je nach Lehrer / Verband)
  6. Doppelmesserform - 1500 bis 8000 EUR (je nach Lehrer / Verband)

Die Preise klingen so, als wäre der Lehrer verrückt geworden, entsprechen aber leider der Wahrheit.

Für das "Hantieren mit zwei Doppelmessern" will also so mancher Lehrer ernsthaft 8000 EUR vom Schüler haben (Namen nenne ich hier gerne auf Anfrage).

Ich frage mich wirklich, was in solche Lehrer gefahren ist?

Ich äußere mich dazu sehr ausführlich auch noch an anderer Stelle auf dieser Webseite .

Wie auch immer - hier muss ein Anfänger sehr genau aufpassen und mögliche Kosten sollten vorher von ihm erfragt werden.

10. Zahlungen für Privatstunden
Sehr beliebt sind auch Zahlungen für Privatstunden. Prinzipiell sind Privatstunden nichts schlechtes. Manche Schüler wollen gerne 1:1 Unterricht und "buchen" ihren Trainer quasi privat für sich. Die dabei entstehende Trainingszeit muss natürlich angemessen vergütet werden. 
Ich persönlich habe ich mich immer schwer damit getan, den Preis für Privatstunden als angemessen zu empfinden. Kosten in Höhe von über 50 EUR sind hier normal und in meinen Augen völlig überteuert.

Das Problem ist hier vor allem, den Wert von Wing Chun richtig und fair zu bemessen. Was ist eine Privatstunde, in der einem Körperbewegungen und theoretische Inhalte als zu bezahlende Ware vermittelt werden, wirklich wert?

Immerhin hat der Trainer Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte Zeit investiert, um seine Fähigkeiten (wenn denn wirklich welche da sind) zu entwickeln. Diese Mühen greift der Privatschüler indirekt mit ab und bezahlt diese. So gesehen sind entsprechende hohe Preise vermutlich in Ordnung. Ansonsten könnte der Trainer seine Zeit auch anderweitig verwenden und evtl. sogar mehr Geld mit anderen Tätigkeiten verdienen.

Man sollte sich aber stets die Frage stellen, was man aus einer Privatstunde wirklich mitnehmen kann - was kann man schon in 60 Minuten lernen?

Es handelt sich bei Wing Chun ja nicht um Ingenieurswissen, mit dem man seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, sondern um Bewegungen, Drills und Theorie, die man für Selbstverteidigungssituationen benötigt, in die man evtl. nie wirklich kommt. Das erlangte Wisse wird man evtl. nie direkt in bare Münze umwandeln können.

Lohnt sich für sowas tatsächlich ein hoher Privatstundenpreis? - Ich glaube nicht ....

Jedenfalls muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er Privatstunden möchte und ob er den Preis dafür zu bezahlen bereit ist.

Aufpassen muss man vor allem, wenn manche Lehrer ihre Schüler geradezu in Richtung teurer Privatstunden pressen. Aussagen wie: "dann nimm halt eine Privatstunden" oder "dieses Wissen ist Privatstundenwissen und wird nur in Privatstunden vermittelt" etc. sollten misstrauisch stimmen. 
Manche Lehrer verlagern Trainingsinhalte bewusst auf Privatstunden, um ihre Schüler in diese Geldmaschine zu drängen und über Privatstunden ebenfalls noch gewissen Reibach zu machen.
Man kann davon ausgehen, dass sie die Privatstunden höchstwahrscheinlich nicht versteuern - es wird i.d.R. schwarz kassiert. 

Die Kosten für Privatstunden steigen übrigens mit dem Titel bzw. der Graduierung des Lehrers. Manche Lehrer geben sich gerade aus diesem Grund selbst den Titel eines Großmeisters, um besonders pompös zu erscheinen und hohe Privatstundengebühren in der Höhe von unverschämten 80-100 EUR zu verlangen.

Vorsichtig muss man auch bei der Dauer der Privatstunden sein. Diese werden nämlich gerne auf 45 Minuten verkürzt. Es ist also keine wirkliche Stunde, sondern eher eine "Privatdreiviertelstunde"
Ein früherer Lehrer von mir erklärte mir mal, was das für einen Sinn hat. Und zwar kommt der Schüler beispielsweise zur vollen Stunde. Man trainiert 45 Minuten und in den verbleibenden 15 Minuten hat der Schüler Zeit zum Umziehen und kann den Trainingsort zeitig verlassen, bevor der nächste Schüler zur nächsten Privatstunde kommt. Somit wissen bzw. sehen die Schüler nicht, wer Privatstunden bekommt und wer nicht. Als Resultat muss der Trainer also nicht befürchten, dass seine "Schwarzarbeit" irgendwo gemeldet wird - denn keiner weiß wirklich, wer Privatstunden bekommt und wer nicht. Denn Quittungen über Privatstunden stellt er ebenfalls nicht aus.

Privatstunden im Wing Chun können also eine ganz diffizile Angelegenheit sein.

11. Zahlungen für Ausbilderschulungen
Wer möchte nicht gerne Ausbilder sein? Manche Lehrer drängen talentierte Schüler dazu, Ausbilder zu werden - immerhin haben sie dadurch quasi kostenlos gute Assistenten und können weitere Schüler aufnehmen, die durch diese Assistenten betreut werden.

Ausbilderschulungen sind aber alles andere als kostenlos. Sie laufen über einen gewissen Zeitraum und sind normalerweise kostenpflichtig. Schwierig ist dieses Thema dann, wenn der Schüler eigentlich selbst noch am Anfang seiner Ausbildung steht - also gerade mal vier bis fünf Jahre Wing Chun betreibt. Nichts hat sich gesetzt, nichts ist richtig Routine. Und dennoch soll er schon unterrichten - das halte ich grundsätzlich für einen Fehler.

Will man dennoch Ausbilder werden und gibt es für soetwas eine Schulung, sollte man darauf achten, dass man bereits vorher eine gute praktische und theoretische Ausbildung erhalten hat, bevor man sich an das Unterrichten wagt. Die Kosten sollten sich im verträglichen Rahmen bewegen.

An dieser Stelle gehe ich nicht weiter auf die Kosten ein. Es gibt aber noch etliche weitere Einnahmequellen im Wing Chun wie z.B. Titel für Sifu, Dai-Sifu, Meister, oder Großmeister und andere Inhalte - man sollte auf jeden Fall genau prüfen, wozu man bei Eintritt verpflichtet wird und wie hoch die Preise sind.

Viele Lehrer sind leider äußerst kreativ bei der Erfindung weiterer Einnahmequellen und scheuen sich nicht, ihre Schüler dazu zu drängen, weiteres Geld neben den Mitgliedsbeiträgen zu zahlen und teils sinnlose "Produkte" zu kaufen, die mit Wing Chun im Kern nichts zu tun haben.

Also Augen auf!

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Dann trau Dich und schreib mir an: info@wingchun-elsner.de

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