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VIDEODOKUMENTATION AUF VIMEO

     
     

DVDs des eigenen Lehrers separat kaufen, Online-Kurse belegen und nochmals zahlen, Masters Akademien besuchen?

Als Mitglied meiner Schule nicht nötig und bereits durch den Monatsbeitrag abgedeckt.

Denn sämtliche der hier nachfolgend erläuterten Techniken bzw. Trainingsinhalte wurden gefilmt und stehen online auf dem Videoportal Vimeo (www.vimeo.com) zur Verfügung.

   
     


Videodokumentation auf Vimeo - Sämtliche Trainingsinhalte sind für Mitglieder meiner Schule auf dem Videoportal Vimeo einsehbar (siehe www.vimeo.com). Wie das Ganze funktioniert, erläutere ich nachfolgend.

   
     

Alle bei mir trainierenden Mitglieder können auf diese Videos zugreifen, wenn sie einen Vimeo-Account haben.

Wer jedoch kein Mitglied meiner Schule ist, kann trotz Verlinkung auf dieser Seite leider keines der Videos sehen und wird von Vimeo die Meldung "Leider konnten wir die Seite nicht finden" bekommen.

MERKE - die Videos sind:

  • ausschließlich für Mitglieder und
  • nur während der Dauer der Mitgliedschaft

zugänglich und natürlich kostenlos verfügbar.

Wie bekommt man als Mitglied Zugang?

Ganz einfach:

Zunächst musst Du Dich bei Vimeo registrieren und einen Usernamen wählen. Anschließend suchst Du meinen User-Account (Name: Wing Chun Cord Elsner) und klickst bei mir auf "Folgen". Dann schickst Du mir den Namen Deines User-Accounts per Email oder Whatsapp, ich folge dann Dir und schalte anschließend die Videos für Dich frei.

Um die Videos sehen zu können, muss man dann nur noch auf das Vimeo Logo links neben der aufgelisteten Übung oder den rechts vom Logo rot dargestellten Link klicken (wie nachfolgend beispielhaft gezeigt:

     
     
01. Standardzugangriff ohne Abwehr
     
     

Es öffnet sich dann ein neues Fenster mit dem jeweiligen Video.

Viel Spaß damit!

(nach oben)

     
           
             
             
   

EINSCHLEIFEN VON BEWEGUNGSMUSTERN

     
     

Chi Sao ist in meinen Augen alles Mögliche - aber vor allem ist Chi Sao eine sehr gute Trainingsmethode zum "Einschleifen von Bewegungsmustern".

Zu diesem Zweck kann man Übungen im Chi Sao so gestalten, dass sie sich permanent wiederholen, also quasi in Endlosschleifen abspielen. Diese Endlosschleifen nennt man im Chi Sao weitläufig: "Zyklen".

Zyklen zeichnen sich dadurch aus, dass sie "Drillcharakter" besitzen, wie ein nie endendes Wechselspiel aufgebaut sind und sich dementsprechend hervorragend für die Vertiefung und Automatisierung von Bewegungsmustern eignen.

Durch etliche Wiederholungen (Drills) wird solange trainiert, bis man auf eine vom Partner oder Gegner erhaltene Initialbewegung "unbewusst" mit dem Abspulen des einstudierten Bewegungsmusters reagiert.
Erst wenn dies gelingt, ist das jeweilige Bewegungsmuster in "Fleisch und Blut" übergegangen und verinnerlicht worden.

Welche Bewegungsmuster man im Angriffs- oder Verteidigungsfall abrufen kann, wird mit Hilfe einzelner Übungen der Chi Sao Sektionen systematisch erschlossen.

Hierzu werden die in allen Formen erlernten Bewegungen zweckmäßig miteinander in Verbindung gebracht und angewendet, um dem Trainierenden mögliche Lösungswege für Angriffs- und Verteidigungssituationen aufzuzeigen.

Je nachdem wie der Lernende die Bausteine der Sektionen erfasst hat, verbindet er schließlich die Bewegungen der einzelnen Zyklen, um die für Wing Chun typischen Kettentechniken auszuführen.

Diese Fähigkeiten werden anschließend ins Lat Sao - eine weitere Wing Chun Trainingsmethode - übertragen und in Anwendungen vertieft.

Diejenigen, die bei mir trainieren, können von mir kostenlos ein Plakat mit sämtlichen Übungen bzw. Zyklen der ersten Cham Kiu Chi Sao Sektion als PDF bekommen.

   
     


"Plakat zur 01. Cham Kiu Chi Sao Sektion" - Wer will (meine Schüler oder Externe, die damit etwas anfangen können), kann sich gerne das Plakat zur ersten Cham Kiu Chi Sao Sektion als PDF runterladen. Einfach auf das Bild klicken bzw. den Link über dem Bild anwählen.

     
     

Das Plakat hat DIN A3 Format und ist als "high quality print" erstellt worden. Es kann also auch leicht auf DIN A0 ausgedruckt werden.

Wer sonst noch Interesse hat schreibt mir an info@wingchun-elsner.de

(nach oben)

     
           
             
             
   

CHI SAO - GEGLIEDERT IN SEKTIONEN

     
     

Die Idee, Chi Sao in Sektionen bzw. Partnerformen zu unterteilen, geht unstreitig auf Leung Ting zurück.

Das heißt aber nicht automatisch, dass man in Wing Chun Schulen, die Chi Sao anhand von Sektionen trainieren, automatisch "Leung Ting Wing Chun" erlernt. Ich würde eher sagen, dass Leung Ting als erster die Idee zu Sektionen hatte und deren Grundstrukturen bzw. Grundgerüst festgelegt hat.
Bildlich gesprochen hat er quasi den "Sektionssamen" gepflanzt und der "Sektionsbaum", der daraus erwachsen ist und sämtliche Übungen enthält, die in heutigen Sektionen vorhanden sind, ist vielmehr ein Produkt aus den Einflüssen etlicher Wing Chun Kämpfer bzw. Trainierender, die die Sektionen ausgebaut und mitgeformt haben.

Schaut man mit diesem Wissen in Wing Chun Stile, die Sektionen bzw. Partnerformern unterrichten und vergleicht deren Sektionsinhalte, stellt man fest, dass sich die Sektionen höchstens nur noch in gewissen "Grundstrukturen" ähneln. Es sind - wenn überhaupt - nur noch Grundgerüste der einstmals von Leung Ting erdachten Sektionen übrig. Das gilt interessanterweise ebenfalls für die Stile, die ausschließlich angeben, reines Leung Ting Wing Chun anzubieten.

Das Auseinanderdiffundieren von Lehrinhalten wundert nicht, denn Wing Chun ist ein sich ständig im Fluß befindliches System. Dies hat vor allem eine Konsequenz: viele Lehrer machen, was sie wollen.

Ob das allerdings gut oder schlecht ist, sei dahingestellt.

Über die Jahre haben sich Jedenfalls - je nach Schule und Stil - verschiedene Sektionsvarianten ausgebildet. Heißt, ein Lehrer unterrichtet von einer Übung nur Variante 1, ein anderer Lehrer unterrichtet stattdessen lediglich Variante 2, wiederum ein anderer Lehrer unterrichtet diese Übung überhaupt nicht.

Es gibt in der großen weiten Wing Chun Welt also keine einheitlichen oder genormten Sektionen - es gibt (genau wie bei den Wing Chun Formen) lediglich Interpretationen einzelner Lehrer. Das gilt ebenfalls für größere Verbände und Organisationen - auch wenn letztere versuchen, ein irgendwie gleichartiges Sektionsprogramm verbandsübergreifend aufrecht zu erhalten.

Schließlich sei ebenfalls noch erwähnt, dass "Chi Sao in Sektionen zu unterrichten" auch nur einer von vielen Wegen ist, anhand derer Wing Chun vermittelt werden kann.

   
     

MERKE

   
     
  1. Nicht jeder Wing Chun Stil hat Chi Sao in Sektionen bzw. Partnerformen zergliedert!
  2. Wing Chun kann man auch komplett ohne Sektionen bzw. Partnerformen erlernen!
   
     

Über den Sinn und Unsinn von Sektionen will ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Wer Interesse hat, kann dazu den einleitenden Artikel "Chi Sao Sektionen - ein großes und intaktes Puzzle" lesen.

Ich habe mich jedenfalls bewusst entschlossen, die von mir unterrichtete Wing Chun Interpretation anhand von Sektionen zu vermitteln, da mir dieser Weg nach jahrelanger Prüfung bzw. jahrelangem Training aus didaktischer Sicht am sinnvollsten erscheint.

Ich versuche dabei in jeder Sektion einen gewissen Querschnitt über die am häufigsten auftauchenden Sektionsübungen anzubieten. Daraus resultiert eine große Anzahl an Übungen pro Sektion, die vermutlich die gängige Anzahl an Übungen anderer Lehrer oder Schulen deutlich übersteigt.

Dabei ist mir folgendes wichtig: Der Schüler kann alles erlernen, muss aber nicht!

Ich will meinen Schülern lediglich die Möglichkeit geben, einen großen Überblick über Chi Sao Sektionen und deren Übungen zu bekommen.

Ich akzeptiere aber auch, wenn jemand weniger lernen will und zeige ihm auf Wunsch die Chi Sao Übungen, die ich für "wesentlich wichtig" halte - diese muss der Schüler beherrschen. Er muss aber nicht zwingend jede Variante, jede alternative Schrittarbeit, etc. erlernen, wenn er nicht will oder wenn er von der Menge überfordert ist.

Es ist trivial zu erwähnen, dass nicht jede Übung oder jeder Drill für jeden geeignet ist. Frau, Mann, Jugendlicher, groß, klein, stark, schwach, stämmig, schlaksig, langsam, schnell - wir alle unterscheiden uns voneinander.

Dementsprechend muss jeder auf Dauer "seine eigenen bevorzugten Bewegungen" suchen und seinen eigenen individuellen Wing Chun Stil herausbilden. Ich biete meinen Schülern dabei lediglich Übungen und Ideen an, wobei von jedem zu prüfen ist, ob sie individuell geeignet sind.

Ich halte aus diesen Überlegungen recht wenig davon, ein begrenztes, kleines Repertoir an Chi Sao Übungen vorzuhalten, was jedem - egal wie er/sie gebaut ist - eingehämmert wird, obwohl es evtl. für den jeweiligen Schüler mit individuellen Körper- und Charaktereigenschaften überhaupt nicht funktionieren kann. Lieber biete ich eine größere Anzahl an Alternativen an, aus der man sich das passende heraus sucht.

Allerdings funktioniert diese Unterrichtsmethode nur dann, wenn die Schüler sich nicht wie "Konsumenten" verhalten - also warten, bis sie quasi "infantil" mit Wissen, Techniken oder Übungen gefüttert werden. Wer diese Einstellung hat, wird in meiner Schule nicht glücklich werden und lernt vermutlich wenig.

Stattdessen erwarte ich aktive, wissensdurstige und selbstmotivierte Schüler, die den Wissenstransfer über das von mir angebotene Maß aktiv einfordern. Meine Schüler können sicher bestätigen, dass die Türen von meiner Seite zu allem, was ich weiß und vermitteln kann, sperrangelweit offen sind - man muss sich nur das holen, was man wissen will.

Wenn man das begriffen hat, kann man hier sehr viel lernen!

(nach oben)

     
           
             
             
   

DIE ERSTE SEKTION - GRUNDLAGENSEKTION

     
     

Die erste Cham Kiu Chi Sao Sektion ist der erste Übungsblock zum Chi Sao, mit dem sich der Anfänger dieser Schule konfrontiert sieht.

Ich bezeichne die erste Cham Kiu Chi Sao Sektion (vereinfacht: "erste Sektion") gerne als "Grundlagensektion". Wenn man Anfänger ist und noch wenig Ahnung von Wing Chun oder Chi Sao hat, ist die erste Sektion von allen Sektionen sicherlich am besten geeignet, ein gutes Fundament zu legen.

Dennoch ist sie in meinen Augen auch die schwierigste aller Sektion!

Das liegt vor allem daran, dass dem Anfänger alles neu erscheint und er über kein Fundament und keine Kenntnisse verfügt, die ihm beim Erlernen helfen könnten.

Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass es im Chi Sao meines Erachtens eigentlich keine "Anfängerübungen" gibt.

Sicherlich kann man Übungen vereinfachen, indem man sie "einarmig" wie z.B. im Dan Chi Sao übt. Aber man kann sie definitiv nicht so vereinfachen, dass man gegen die im Wing Chun bestehenden Konzepte oder Prinzipien verstößt. Man würde sich Fehler einschleifen, was wiederum nicht Sinn einer Vereinfachung sein kann.

Stattdessen müsste der Anfänger idealerweise von Anfang an sämtliche Prinzipien und Konzepte des Wing Chun in jeder noch so kleinen Übung berücksichtigen - was natürlich unmöglich ist!

Schlagen über die Zentrallinie, Umsetzen von Kampf- und Kraftprinzipien, Brückenkonzepte, Drei-Punkte-Kontrolle, Notfallkonzept, Verteidigungs- und Angriffskonzept, Körper aus einem Guß, Chi Sao Mottos, korrekte Schrittarbeit, Arbeiten mit dem ganzen Körper, etc. sind einige Aufzählungen der Inhalte, die man eigentlich in den einzelnen Übungen umsetzen müsste, damit sie korrekt ausgeführt werden. In jeder Übung schwingen etliche dieser Wing Chun typischen Prinzipien und Konzepte automatisch mit.

Anfänger können schnell den Eindruck bekommen, sie müssten alles auf einen Schlag korrekt umsetzen und können daher schnell überfordert werden!

Hier gilt es Ruhe zu bewahren und die Übungen entspannt anzugehen. Man darf und soll Fehler machen - es soll (neben der harten Arbeit eines effizienten Trainings) schließlich auch noch Spaß machen!

Um den Lernprozess zu vereinfachen, läuft die Vermittlung sämtlicher Übungen und theoretischer Inhalte in "kleinen Portionen", damit man bei jedem neu zu erlernenden Baustein Gelegenheit hat, diesen besser aufzunehmen und zu verinnerlichen.

Die Übungen sind daher so gestaltet, dass sie zwar gleichzeitig etliche Prinzipien und Konzepte enthalten, aber ein spezieller Inhalt, eine bestimmte Arbeitsweise besonders betont wird bzw. heraussticht.

Trainiert man etliche solcher kleinen Übungen, erkennt der Schüler dann später meistens von selbst, dass sich Grundprinzipien, Überlegungen, etc. der einen Übung auch auf die anderen Übungen transferieren lassen. Vor seinem geistigen Auge entfaltet sich ganz von selbst ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge im Wing Chun.

Jede der unten aufgelisteten Übungen der ersten Sektion verfolgt also das Ziel, dem Schüler eine grundlegende Idee, ein Konzept oder eine Strategie zu vermitteln - ihm also ein Verständnis für die grundlegende Arbeitsweise im Wing Chun zu geben.

Das ist ein besonders hervorzuhebender Aspekt der 1. Cham Kiu Chi Sao Sektion!

Da man in meiner Schule parallel zum Arbeiten an der 1. Sektion die Formen Siu Nim Tao, Cham Kiu, Biu Tze, Holzpuppe, Tripodalform, etc. erlernt, Lat Sao übt, Fitnessübungen ausführt, etc. hat man bei Beherrschung der ersten Sektion inkl. aller hier aufgelisteten Varianten ein gutes Fundament, mit dem sich die restlichen Inhalte des Wing Chun Systems erschließen lassen.

Dies ist nicht einfach eine willkürliche Behauptung, sondern wird durch die Praxis - also meine fortgeschrittenen Schüler - gestützt.   

Zum Schluss der Einleitung noch ein Wort der Warnung bei zu hohen Erwartungen an die unten aufgelisteten Erklärungen:

So detailliert die Erklärungen im Vergleich zu anderen Webseiten oder Printmedien über Wing Chun auch auf dieser Seite erscheinen mögen, bleiben sie in meinen Augen dennoch oberflächlich. Man kann über Wing Chun nur in begrenztem Umfang schreiben.
Wer mich kennt und z.B. in meinem Unterricht ist, weiß, dass ich zu jeder einzelnen Übung noch wesentlich mehr Informationen gebe - diese Informationen machen allerdings nur Sinn, wenn man sie anschaulich macht, also direkt vor Ort zeigt und als Schüler sehen kann - am besten in Partnerübungen und -anwendungen.

Denn um Wing Chun letztlich vollständig zu verstehen, muss man es zumindest sehen (live oder auf Videos) und bestenfalls selbst spüren und persönlich erfahren.

Weitere "schriftliche" Erklärungen - die sicherlich notwendig wären - würden allerdings den Rahmen dieser ohnehin schon äußerst umfangreichen Webseite sprengen und wären, ohne dass man es sieht oder am eigenen Leib erfährt, sinnlos!

(nach oben)

   
           
             
             
   
01 - ZUGANGRIFF
     
     
01. Standardzugangriff ohne Abwehr
   
     
02. Zugangriff mit Zick-Zack-Schritt ohne Abwehr
   
     
03. Zugangriff - Überbrücken mit Kam Na Sao
   
     
04. Zugangriff - mit Push-Pull Übung
   
     
05. Zugangriff - Zyklisch rechts / links aus Poon Sao heraus
   
     
06. Zugangriff - Konter nach Abwehr - Variante 1 - Gam / Fauststoß
   
     
06. Zugangriff - Konter nach Abwehr - Variante 2 - Schrittvarianten
   
     
07. Zugangriff - Vereitelung 1 - Sperren, Fak Sao
   
     
07. Zugangriff - Vereitelung 2 - Konter mit 4. Sektion
   
     
07. Zugangriff - Vereitelung 3 - Pak / Fak
   
     
08. Zugangriff - Holzpuppenvariante
   
     

Der Zugangriff ist meistens die Technik, mit der die erste Sektion eröffnet wird. Ich erkläre nachfolgend, welche "Eckpunkte" trainiert werden können bzw. werden sollten.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie der Zugangriff ausgeführt werden kann. Das Wichtigste am Zugangriff ist allerdings das, was vorher geschieht - nämlich die "Angriffseröffnung".

Wird der Zugangriff aus dem Poon Sao heraus ausgeführt, darf die Angriffseröffnung, über die geprüft wird, ob überhaupt Druck vom Partner vorliegt, nicht vergessen werden. Ist kein Druck bzw. keine Abwehr vom Partner vorhanden, kann auch kein Zugangriff ausgeführt werden, da schlichtweg die Kraftunterstützung des Partners fehlt. Dieser Fehler wird häufig begangen. Einfach ziehen, ohne Kraftunterstützung vom Partner / Gegner zu bekommen, ist falsch.

1. Standardzugangriff ohne Abwehr &
2. Zugangriff mit Zick-Zack-Schritt ohne Abwehr
In den ersten zwei Übungen werden unterschiedliche Schrittarten einstudiert. Es wird entweder der Vorwärtsschritt "direkt" und ohne Umschweife ausgeführt oder man zieht sich am Gegner über einen Pflaumenblütenschritt bzw. Zick-Zack-Schritt vorbei, um letztlich von der Flanke zu attackieren. Während des Zuges wird mit "Push-Pull" trainiert und die Ellbogen tief und zusammen gehalten. Es wird Drei-Punkte-Kontrolle ausgeübt, wie man es in der Holzpuppenform lernt.

In diesen Übungen "kooperiert" der Partner und lässt sich freiwillig ziehen - er streckt quasi "willig" die Arme. Das ist nicht natürlich, hilft aber anfangs bei der Einstudierung der grundlegenden Bewegung.
Natürlich muss auch trainiert werden, was zu tun ist, wenn der Gegner nicht kooperiert. Daher werden in den nachfolgenden Übungen Konter und alternative Reaktionen bei "Blockade" des Partners vertieft.

3. Zugangriff - Überbrücken mit Kam Na Sao
Logischerweise lässt sich der Partner nicht immer ansatzlos ziehen. Um einen unkooperativen Partner zu simulieren, begegnet dieser dem Versuch des Zugangriffs mit sogenannter "Bong-Vorspannung".
Der mit Kam Na Sao kontrollierte Arm wird infolge aus dem Handgriff "gedreht". Für diesen Fall überbrückt man mittels Kam Na Sao und diagonalem Lan Sao und baut schließlich Lan Sao Kontrolle des gegnerischen Oberarms auf. Dafür wird diese dritte Übung trainiert.

4. Zugangriff - mit Push-Pull Übung
Der Zugangriff kann weiterhin mit Fokus auf "Push-Pull" trainiert werden, wobei beide Partner kontinuierlich den Zugangriff ausführen. Das ganze wird durch flüssige Seitenwechsel unter Kontrolle der unteren Ebene in einen kontinuierlich ausgeführten Zyklus gebracht - quasi eine Endlosschleife.

5. Zugangriff - Zyklisch rechts / links aus dem Poon Sao heraus
Weiter geht's mit den oben aufgeführten Zugangriffsvarianten 1 - 3, die man nun miteinander mischt (Übung 5). Es wird mal ein Vorwärtsschritt, mal ein Zick-Zack-Schritt und mal eine Überbrückung ausgeführt - je nach Lage.
Das Ganze übt man selbstverständlich nicht nur auf seiner Lieblingsseite sondern wechselt permanent die Seiten: also rechts und links usw. ... nur so baut man eine mögliche Seitenpräferenz für seine "Schokoladenseite" ab.

6. Zugangriff - Konter nach Abwehr - Variante 1 - Gam / Fauststoß
In der sechsten Übung geht es um die Zugangriffsvarianten, die nun - nachdem der Partner sich permanent hat treffen lassen - abgewehrt und schließlich gekontert werden.

In der ersten Variante der sechsten Übung wird der Angriff des Ziehenden mittels Jam Sao und Lan Sao aufgenommen und zum ersten Mal mit Pak, Fauststoß gekontert. Hier macht man anschließend einen Neustart und fokussiert auf die Abwehr des Zugangriffs und den Pak, Fauststoß Konter.

Wenn dieser Drill sauber sitzt und mit Power ausgeführt werden kann, folgt der erneute Konter des Zugangreifers. Dieser wehrt Pak, Fauststoß mit Bong, Wu ab und kontert per Gam, Fauststoß. Alternativ kann die Betonung des tiefen Bong (Dai Bong) trainiert werden.

6. Zugangriff - Konter nach Abwehr - Variante 2 - Schrittvarianten
In der zweiten Variante der Übung 6 geht es um Schrittvarianten. Je nachdem, welchen Partner man vor sich hat, kommt ein Angriff mit mehr Power / mehr Druck oder mit weniger Power / weniger Druck.
Bekommt man weniger Power, reicht eine einfache 45° Wendung mit evtl. kurzem Rückschritt des hinteren Beines aus, um den Druck des Angriffs aufzunehmen. Kommt hingegen mehr Druck und ist der Angreifer deutlich aggressiver, kann man nicht einfach stehen bleiben. Man muss sich bewegen und evtl. einen langen Rückwärtsschritt ausführen, bei dem das vordere Bein zuerst nach hinten gesetzt wird, worauf ein zweiter Schritt folgt.

   
     


"WINGCHUNtipp #54 zur Tripodalpuppe" - Schrittarbeit ist nicht nur im Boxen, Kick- oder Thaiboxen wichtig sondern auch im Wing Chun. Wen wundert's? Schnelle Bewegungen mit raschen Positionswechseln, etc. werden durch Schrittarbeit vorgenommen (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

Schließlich übt man die Vereitelung des Zugangriffs in den Varianten der Übung 7.

7. Zugangriff - Vereitelung 1 - Sperren, Fak Sao
Führt man den Zugangriff überraschend beim Partner mitten aus dem Poon Sao aus, stellt man fest, dass der Partner im Normalfall "blockiert bzw. sperrt" und sich nicht ziehen lässt - er reagiert ganz natürlich mit Bizepsspannung und einer Rückzugbewegung des Armes. Ist ja irgendwie auch logisch :)

Für diesen Fall kann man den Zugangriff nicht mehr ausführen und muss einfach in die sich bietende Lücke mit einer alternativen Attacke entsprechend der ersten Übungsvariante schlagen.
Hier bietet sich beispielsweise ein Vorgehen mit dem Handkantenschlag Fak Sao zum Hals des Gegners an, dem man weitere beliebige Kettentechniken folgen lässt. Der gezogene Partner versucht zu vereiteln und wird auf diesen Versuch hin gekontert.

7. Zugangriff - Vereitelung 2 - Konter mit 4. Sektion
Diese zweite Variante fokussiert auf die Vereitelung des Zugangriffs durch denjenigen, der gezogen wird. Wie oben beschrieben, baut man Bong-Vorspannung auf, wenn der Partner den Zugangriff ausführen will. Während er zieht, fesselt man mit Kwai Jarn die Arme des Partners, verriegelt die Fesselung per Handgelenksgriff und lässt eine Attacke zum gegnerischen Hals analog dem Kwai Jarn Einstieg der vierten Cham Kiu Chi Sao Sektion folgen (siehe dort). Hier kontert also der Partner, der gezogen wird, den Zugangriff im Entstehen.

7. Zugangriff - Vereitelung 3 - Pak / Fak
In der dritten Variante kontert der Partner den Zugangriff über Pak Sao, Fak Sao - allerdings erst zu dem Zeitpunkt, wo der Angriff schon fast fertig ausgeführt wurde.

8. Zugangriff - Holzpuppenvariante
Den ersten Trainingsblock zum Zugangriff schließt eine Übung ab, bei der der Zugangriff "verschärft" ausgeführt wird.

Viele Übungen, die in den unteren Cham Kiu Chi Sao Sektionen trainiert werden, ähneln späteren Biu Tze oder Holzpuppen Sektionen - manchmal muss nur die "Körperwaffe" (z.B. Scherengan statt Doppelfauststoß) geändert, die Dynamik angepasst und die Power erhöht werden. Das gilt ebenfalls für den Zugangriff.

Anstatt diesen mit Handflächenstoß zum Brustkorb abzuschließen (wie es meistens Standard ist), wird in dieser Übung zum Zugangriff die Attacke mit Chan Sao (Spatenhand) zur Halsschlagader ausgeführt. Wir bedienen uns jetzt also einer Waffe aus der Biu Tze Form (BT) - der Spatenhand.
Es folgen ein ruckartiger Genickzug (Man Geng Sao aus der Holzpuppenform (HP)) mit Kniedruck und Kap Jarn (Überkopfellbogen) zur Schläfe bzw. zum Hinterkopf des Gegners. Es werden also zwei Schläge (Genickzug (schlagend ausgeführt) und Ellbogenschlag) gleichzeitig von zwei Seiten ausgeführt. Der Kopf befindet sich mitten dazwischen - meine früheren Lehrer meinten dazu gerne: "quasi wie "Hammer und Amboss" und in der Mitte das Hufeisen."

Die ganze Übung ist also verschärft, indem man Körperwaffen aus den höheren Formen (BT und HP) einsetzt und Strategien aus der Holzpuppe (Drei-Punkte-Kontrolle, etc.) anwendet.

Auch hier könnten zwei Varianten trainiert werden, wobei der Partner wie in der hier im Film gezeigten Variante gleichzeitig per Genickzug ruckartig gerissen wird und zeitgleich einen Ellbogenschlag zur Schläfe erhält. Alternativ wird er zunächst per Genickzug in eine clinchartige Sicherungsposition überführt und anschließend per Ellbogen zum Hinterkopf ausgeschaltet.

Abschließende Worte zum Zugangriff:
Die in diesem Block dargestellten Übungen zum Zugangriff in ihren Varianten bzgl. Schrittarbeit, Konter, Arbeitsweise, etc. stellen die wesentlichen Übungen zum Zugangriff dar.

Man sieht hier, dass man diverse Handbewegungen und Schrittarbeit ausführt, die ihren Ursprung in den fünf waffenlosen Formen Siu Nim Tao, Cham Kiu, Biu Tze, Holzpuppe und Tripodalform haben. Es macht also durchaus großen Sinn, sich zügig mit diesen Formen zu beschäftigen. Ansonsten bleibt der Ursprung vieler Bewegungen auf längere Zeit unklar, was wiederum für Unsicherheit bzw. Verwirrung sorgt.

Es existieren im Übrigen weitere Varianten, die allerdings - wenn man die oben aufgeführten Übungen beherrscht - letztlich trivial erscheinen und quasi im "Vorbeigehen" in das eigene Repertoire integriert werden können.

Der Zugangriff ist eine sehr komplexe Bewegungsfolge und Bewegungskombination. Ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass ich ihn als Anfangsbewegung für einen Chi Sao Anfänger für total ungeeignet halte. Ich ziehe es vielmehr vor, eher mit Zyklen wie Gam Sao Fauststoß Zyklus oder Lap Sao Fauststoß Zyklus (s.u.) zu beginnen.

Weitere Details zu den einzelnen Übungen werden selbstverständlich im Training vermittelt.

(nach oben)

     
           
             
             
 
 
02 - GAM SAO FAUSTSTOSS ZYKLUS
     
     
01. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Bong / Wu Propeller
   
     
02. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Defensivverschiebung
   
     
03. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Einfacher Zyklus
   
     
04. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Zweifach, Dreifach, ..., Mehrfach
   
     

Der Gam Sao Fauststoß Zyklus ist die nächste Übung der ersten Sektion und wird bereits in der sechsten Übung des Zugangriffs (s.o.) touchiert.

1. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Bong / Wu Propeller
Der Anfänger beginnt als erstes mit einer Vorübung: dem "Bong-Wu-Propeller" wie man so schön sagt. Obwohl es eine kleine Vorübung zu sein scheint, hat sie eine große Relevanz für das Verständnis des Schülers.

Man beginnt, indem der Partner sich in den IRAS stellt und die Hände in Man Sao / Wu Sao Stellung positioniert. Dann wird die vordere Hand (Man Sao) vom Partner herabgedrückt und ein Fauststoß auf der Zentrallinie ausgeführt.
Durch den Abwärtsdruck soll Bong Sao entstehen und die hintere Hand (Wu Sao) nach vorne schnellen und den Fauststoß abfangen. Schließlich zieht man mit der Fauststoßhand die Wu Sao herab und schlägt mit der anderen Hand. Das führt dazu, dass der Partner permanent die Positionen Bong / Wu abwechselt und somit einen "propellerartigen" Handwechsel durchführt.

In dieser Übung werden mehrere Prinzipien verdeutlicht. Unter anderem wird das Grundprinzip des Chi Sao vermittelt: "Wird das Handgelenk abgesenkt, hebt sich der Ellbogen".

   
     


"WINGCHUNtipp #17 zum Chi Sao" - Hier sieht man das Chi Sao Grundprinzip: "Wird das Handgelenk abgesenkt, hebt sich der Ellbogen" (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

Weiterhin erlernt man das erste Kampfprinzip: "Ist der Weg frei, stoß' vor" und weitere Prinzipien des Wing Chun. Eine einfache aber wichtige Übung.

2. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Defensivverschiebung
Hat man die erste Übung verinnerlicht, wird in der zweiten Übung ein weiteres Grundprinzip erläutert: "die Defensivverschiebung"!

Gemäß dem Motto "zwei Objekte können nicht den gleichen Raum beanspruchen (Zentrallinienprinzip)" erlernt man hier das Besetzen der vorteilhaften schützenden Position.
Durch Wu Sao wird die Position besetzt mit der Absicht, den Partner durch eigenen Fauststoß zu verdrängen (Wu Sao führt Fauststoß aus). Gelingt dies nicht, versucht man sich durch den erhaltenen Rückstoß aus der Gefahrenzone zu bringen, indem man wendet bzw. sich verschiebt. Das Ganze nennt sich "Defensivverschiebung".

Die Abwehr über Biu Fak verdeutlicht schließlich, dass man Angriffe, denen man nicht mehr entkommen oder ausweichen kann, über den eigenen Kopf ablenkt bzw. anheben muss.

     
     


"WINGCHUNtipp #362 zum Chi Sao" - Bei stärkeren Trainingspartnern oder Gegnern kann es zu Defensivverschiebungen kommen (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

3. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Einfacher Zyklus
Nach Erlernen der ersten zwei Vorübungen geht es schließlich in der dritten Übung in den wirklichen Gam Sao Fauststoß Zyklus. Bei Auflaufen des Fauststoßes auf der gegnerischen Deckung wird diese nach einem gescheiterten Chan Sao Versuch über Gam Sao herabgerissen und nach Möglichkeit die gegnerischen Arme gekreuzt und somit gefesselt (engl. "trapping"). Es entsteht wieder eine Push-Pull-Übung. Beide Trainingspartner führen wechselweise diese Bewegung aus - als "einfache Wiederholung".

4. Gam Sao Fauststoß Zyklus - Zweifach, Dreifach, ..., Mehrfach
Da es beim Gam Sao Fauststoß Zyklus um die Fesselung des gegnerischen Armes geht, wird schließlich in Übung 4 der gleiche Zyklus mehrmals hintereinander ausgeführt - für den Fall, dass der Partner es schafft, eine Deckung aufzubauen. Für diesen Fall wird diese erneut herabgezogen und wiederholt geschlagen.

Der Gam Sao Fauststoß Zyklus eignet sich, um die Fesselung gegnerischer Arme zu trainieren - das sogenannte "Trapping", wie es im englischen Sprachgebrauch heißt. Das Ganze wird durch den 90° Vorwärts- bzw. 90° Rückwärtsschritt unterstützt.

Gam Sao ist dabei eine abwärts gerichtete "Stoßbewegung", die entweder als Fesselungstechnik, als Handflächenstoß oder auch als Zugbewegung ausgeführt werden kann. Der Gam Sao Arm ist dabei in der Endposition stets gestreckt.

Die korrekte Gam Sao Bewegung kann man hervorragend mit Hilfe von Langstock-Kraftübungen aufbauen, bei denen der Langstock ruckartig parallel zum Boden bzw. auf und ab bewegt wird.

Auch hier sieht man wieder, dass der zweite Übungsblock der ersten Cham Kiu Chi Sao Sektion diverse Handbewegungen und Schrittarbeit benötigt, die ihren Ursprung in den fünf waffenlosen Formen haben.
Gam Sao in Kombination mit dem Fauststoß sind beispielsweise in Satz 8 der Biu Tze Form enthalten. Gam Sao selbst wird bzgl. der Dynamik und des Krafteinsatzes sowohl in der Holzpuppenform als auch mittels Langstock trainiert.

Man benötigt also alle Formen bzgl. korrekter Ausführung und Dynamik - und natürlich zum besseren Verständnis.

(nach oben)

     
           
             
             
   
03 - EINARMIGER JAT SAO ZYKLUS
     
     
01. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Mehrfach einseitig mit Gam Sao Wechsel
   
     
02. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Direkter Gam Sao Wechsel
   
     
03. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Abwehralternative 1 - Man Sao
   
     
03. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Abwehralternative 2 - Bong Sao
   
     

Wenn man im Gam Sao Fauststoß Zyklus den Arm des Gegners nicht mehr herabziehen kann - wenn also die Kraft nicht reicht bzw. der Gegner dagegenhält oder sperrt - kann man den Arm mit Hilfe von Jat Sao wenigstens abzusenken versuchen, um dann in die entstehende Lücke zu schlagen. Dies trainiert man in Übung 1 des "einarmigen Jat Sao Zyklus".

01. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Mehrfach einseitig mit Gam Sao Wechsel
Jat Sao - in einer Übersetzungsvariante als "Schockhand" bezeichnet - zieht in dieser Übung einer kurzen, ruck- bzw. schockartigen Bewegung die gegnerische Deckung auf, wodurch eine Lücke entsteht, in die unmittelbar geschlagen wird.

Der Partner wiederum versucht diesen Schlag über Tan Sao zu kontern, dem ein Versuch einer Spatenhand (Chan Sao) folgt. Kommt diese nicht durch (Gegendruck), wird erneut über Jat Sao geöffnet und geschlagen. Es ergibt sich der in der ersten Übung genannte einarmige Jat Sao Zyklus, bei dem beide Partner stets die gleichen Bewegungen nacheinander ausführen. Auch hier findet ein permanter Wechsel von "Push-Pull" statt. Zudem wird auf der unteren Ebene über Kniedruck das Bein des Partners kontrolliert - es wird permanent das "Drei-Punkte-Konzept" der Holzpuppe angewandt.

02. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Direkter Gam Sao Wechsel
Schließlich begrenzt man in der zweiten Übung die Ausführung des Jat Sao, Fauststoßes auf einen der Partner, wohingegen der andere Partner nur noch über Gam Sao, Fauststoß angreift. Der Jat Sao ausführende Partner muss dadurch extrem schnell arbeiten, wohingegen sein Konterpart lernt, schnell über Gam Sao zu fesseln und zu schlagen. Die Übung gewinnt dadurch deutlich an Geschwindigkeit und es muss schnell reagiert werden, um hier eine Chance der Attacke und Konterattacke zu haben.

03. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Abwehralternative 1 - Man Sao
Die dritte Übung beschäftigt sich als kleine Zusatzübung mit Fehlern, die der Partner evtl. aufgrund noch schlechter Ausführung oder mangelndem Verständnis einbauen könnte. Schlägt der Partner entweder zu hoch oder seitlich (Fehler), müssen wir nicht zwingend in dem Zyklus verbleiben und uns sinnlose Bewegungen antrainieren, nur um den Zyklus krampfhaft am Leben zu halten.

Stattdessen steigt man aus dem Zyklus aus, indem man mit ansteigender Man Sao reagiert.

03. Einarmiger Jat Sao Zyklus - Abwehralternative 2 - Bong Sao
Alternativ kann man bei seitlichem Druck des Partners mit Bong aussteigen und über Lap Sao, Fak Sao kontern.

Bei beiden Übungen 1 und 2 wird permanent Kniedruck zum Parnter gehalten. Dieser Kniedruck entspricht dem Kwan Yong bzw. "Langstock-Vorkampfstand", über den der Langstock angehoben wird.
Gleichermaßen wäre das der Kniedruck der an der Holzpuppe am Stamm ausgeführt wird, und über den die Kontrolle der untere Ebene (engl. "lower gate") ausgeübt wird. Das ist Teil des oben erwähnten "Drei-Punkte-Konzeptes" der Holzpuppenform Mok Yan Chong Fat.

   
     


"WINGCHUNtipp #423 zur Holzpuppe" - Über Kniedruck werden gegnerische Beine in der Nahdistanz kontrolliert - Schutz der unteren Ebene (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

Auch hier benötigen wir Bewegungen aus allen waffenlosen Formen - es sollte also langsam klar sein, dass eine Begrenzung auf Siu Nim Tao oder Cham Kiu verbunden mit längeren Wartezeiten bis zur Biu Tze oder Holzpuppenform total dumm und sicher schädlich für den Fortschritt des Schülers ist.

Denn bereits in den ersten Chi Sao Übungen benötigt man im Idealfall das komplette Formenprogramm. Da das natürlich bei Anfängern länger dauert, sollte man zügig mit den Formen beginnen und die Defizite abarbeiten.

(nach oben)

     
           
             
             
   
04 - LAP SAO FAUSTSTOSS ZYKLUS
(bzw. JAT SAO FAUSTSTOSS ZYKLUS SOG. LAP KUEN ZYKLUS)
     
     
01. Lap Kuen Zyklus - Einstieg über Biu Tze Sao
   
     
01. Lap Kuen Zyklus - Einstiegsvereitelung
   
     
02. Lap Kuen Zyklus - Mit Push / Pull
   
     
03. Lap Kuen Zyklus - Ohne Push / Pull (Klassisch)
   
     
04. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 1 - Zweistufig mit Biu Tze Gegendruck
   
     
04. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 1 - Einstufig mit direktem Abnehmen
   
     
04. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 1 - Gegenfauststoß
   
     
05. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 2 - Kwai Jarn / Fak Sao
   
     
06. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 3 - Innenpak / Fauststoß
   
     
07. Lap Kuen Zyklus - Wu Sao Test 1 - Tan Sao / Rückhandschlag
   
     
07. Lap Kuen Zyklus - Wu Sao Test 2 - Abwehr mit Bong Sao
   
     
07. Lap Kuen Zyklus - Wu Sao Test 3 - Abwehr mit Jam bei ansteigendem Man Sao
   
     

Lap Sao Fauststoß - auch gerne als "Lap Da" bezeichnet ("Da" steht im chinesischen Sprachgebrauch für Fauststoß) ist eine Standardübung, die in vielen Wing Chun Stilen geübt wird.
Die Bezeichnungen variieren stark. Es gibt Lap Kuen, Jat Chuen, Lap Da, Jat Da usw. - eine endlose Anhäufung von möglichen Namen.

Ich habe mich entschieden, den Zyklus als "Lap Sao Fauststoß Zyklus bzw. Lap Kuen Zyklus" zu titulieren, obwohl das nicht 100% korrekt ist und nur einen Teil der Wahrheit darstellt. Dazu weiter unten mehr ...

Das "Schlagen einer Brücke bzw. das Überbrücken und Absenken der Brücke", der Aufbau einer stabilen, isometrisch vorgespannten Wu Sao, das Arbeiten mit Druck und Zug (Push-Pull), das Auslösen des korrekten Bong Reflexes, das Schlagen über die Zentrallinie, das Ausbilden eines stabilen Standes, das Öffnen von Blockaden nach Kollision und noch vieles mehr sind wesentliche Inhalte dieses Übungsblocks.

   
     


"WINGCHUNtipp #151 zur Cham Kiu" - Cham Kiu Inhalte vermitteln "Brückenkonzepte" - das Schlagen bzw. Absenken einer Brücke (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

Der Lap Sao Fauststoß Zyklus eignet sich hervorragend, um Anfänger an erste Chi Sao Übungen heranzuführen.

Prinzipiell muss sich keiner wochen- oder monatelang mit Dan Chi Übungen oder grundlegendem Poon Sao herumlangweilen, wenn es auch anders geht.

Viele Anfänger beginnen bei mir in der ersten Stunde bereits mit diesem einfachen Zyklus und lernen später Poon Sao. Da dann bereits die Bong Sao Bewegung erlernt wurde, fällt Poon Sao deutlich einfacher und ... es macht wesentlich mehr Spaß!

01. Lap Kuen Zyklus - Einstieg über Biu Tze Sao
In der ersten leitet man den Lap Kuen Zyklus direkt aus dem Poon Sao ein, indem man nach Ausführung des Bong Sao über Biu Tze Sao (Fingerstich - abgekürzt: Biu bzw. Biu Tze) als Rückwärtstechnik angreift (s. zu Rückwärtstechniken weiter unten beim Rückwärtsfauststoß Zyklus). Anstatt den Arm des Gegners in Bong Sao zu drehen, greift man aggressiv über Fingerstich zum Hals / Kehlkopf / Augen des Gegners an. Dieser reagiert mit Bong Sao, was nicht als Abwehr, Block oder was auch immer zu werten ist, sondern ebenfalls als Angriff erfolgt (ansteigender Angriff Richtung Hals).

Durch den Fingerstich wird der gegnerische Arm überbrückt (Brücke bauen - Cham Kiu) und nach Druckaufbau (Push) abgesenkt und über Lap oder alternativ Jat gezogen (Pull).

01. Lap Kuen Zyklus - Einstiegsvereitelung
Wichtig ist hier unter anderem, dass der Wechsel von Bong zu Biu Tze so rasch ausgeführt wird, dass beide Arme nicht gleichzeitig den gegnerischen Arm gekreuzt kontaktieren. Ansonsten kann der Trainingspartner den Arm über Gam Sao herabziehen, somit fesseln und schlagen. Das wäre dann Inhalt der zweiten Übung - also dem Konter bei fehlerhaftem Einstieg, auch "Einstiegsvereitelung" genannt.
Der Einstieg über Biu Tze Sao bedient sich der Elemente aus Satz 10 der Biu Tze Form, in der drei Fingerstiche hintereinander ausgeführt werden. Alternativ könnte man auch auf Satz 4 der Siu Nim Tao verweisen, in dem doppelte Fingerstiche enthalten sind. Dazu an passender Stelle mehr (s. 3. Biu Tze Chi Sao Sektion, Lat Sao Grundlagen, etc. ...)

02. Lap Kuen Zyklus - Mit Push / Pull
Nachdem der Einstieg verinnerlicht wurde, werden in dieser Übung der eigentliche Lap Kuen Zyklus geübt. Es gibt mehrere Varianten des Zyklus - zum einen die hier gezeigte Variante mit Push / Pull.

03. Lap Kuen Zyklus - Ohne Push / Pull (Klassisch)
Die hier gezeigte Variante wird ohne Push / Pull mit reinem "Absenken der Brücke ohne Zug" ausgeführt. Da das sehr häufig so geübt wird, bezeichne ich das Ganze mal als "klassisch". Im Übrigen kann der Zyklus "rein frontal" also ohne Wendung im IRAS oder im Drehstand (Juen Ma - 45° Wendung) ausgeführt werden.

An dieser Stelle könnte man noch etwas spitzfindig herum diskutieren. Bleibt man frontal stehen, müsste der Zyklus korrekterweise "Jat Sao Fauststoß Zyklus" heißen, da man lediglich eine schockartige abwärts gerichtete Zugbewegung ausführt.
Steht man jedoch in 45° Wendung und zieht den Arm des Partners, wobei dessen Körperachse rotiert und seine Zentrallinienausrichtung zerstört wird, spricht man korrekterweise vom "Lap Sao Fauststoß Zyklus".

Das sind allerdings Feinheiten, die genauer im Training am Partner erötert werden und hier den Rahmen eines "lockeren Überblicks" der hier trainierten Inhalte sprengen würde.

Handwechsel

Trainiert man die vorhergehenden Übungen - also die eigentlichen Lap Sao Fauststoß Zyklen - stellt man fest, dass man lediglich eine Körperseite trainiert.
Das ist generell ein Problem bei Wing Chun Lernenden im Chi Sao. Sie bleiben permanent auf ihrer Schokoladenseite. Das führt auf Dauer zu einer Seitenpräferenz, was unbedingt unterbunden werden muss. Um also beide Körperseiten gleichmäßig auszubilden, benötigt man Seitenwechsel bzw. Handwechsel. Diese werden in den Übungen 4, 5 und 6 vermittelt.

04. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 1 - Zweistufig mit Biu Tze Gegendruck
Die erste Übung ist dabei die einfachste, da der Fingerstich des Partner einfach mit einem Gegenfingerstich gekontert wird.
Der Anfänger durchläuft hier zwei Lernstufen. Zunächst lässt er sich in dieser Übung über Fingerstich in den Bong drücken und drückt mit Biu Tze zurück. Aus kämpferischer Sicht macht das überhaupt keinen Sinn. Dennoch trainiert man so schön das "Klappen in den Bong" und den Aufbau eines stabilen Bong-Armes, der nicht ohne weiteres "einbricht". Es wird also der Bong Reflex eingedrillt und der Druckaufbau bzw. das Schlagen auf der Zentrallinie. Äußerst wichtige Übung - und doch so trivial. Das ganze läuft permanent mit Push-Pull ab, was wiederum die Körperstruktur stärkt und den Stand im IRAS verbessert.

04. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 1 - Einstufig mit direktem Abnehmen
Im nächsten Schritt vergisst man diese Zwei-Schritt-Methode sofort wieder und arbeitet direkt - heißt: der Fingerstich des Gegners (oder was auch immer diagonal geschlagen wird) wird direkt über Lap Sao, Fauststoß gekontert. Es wird also nur noch ein Schritt benötigt. Was dabei herauskommt ist direkt, gleichzeitig und extrem schnell. Eine Vorwärtsbewegung des Gegners wird sofort über Lap Sao gezogen und der Gegner erhält einen Schlag in seine Fallbewegung.

04. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 1 - Gegenfauststoß
Schließlich ist die dritte Übung eine weitere Alternative, in der man direkt über einen Gegenfauststoß kontert. Diese Übung ist insofern relevant, als dass sie vermittelt, dass ein schwacher Gegner lediglich einen Fauststoß benötigt, um getroffen zu werden - es wird also auf die Zugbewegung mittels Lap Sao verzichtet. Man schlägt also einfach durch (... was lustige Reaktionen beim Partner hervorrufen kann, der dies nicht erwartet).

05. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 2 - Kwai Jarn / Fak Sao
In dieser Übung wird der Seitenwechsel über Kwai Jarn - den diagonalen Ellbogen - als Antwort auf den gegnerischen Fauststoß eingeleitet.
Der folgende Handkantenschlag mittels Fak Sao Richtung Hals ist nicht nur ein äußerst effektiver Angriff sondern testet auch noch die Stabilität der gegnerischen Schutzhand Wu Sao, die isometrisch gespannt sein sollte.
Ist die Schutzhand Wu Sao zu schwach, hängt zu tief oder ist überhaupt nicht vorhanden (alles häufig auftauchende Fehler), schlägt es direkt am Hals ein. Auf diese Art und Weise trainiert man also nicht nur das Falten (Poon Sao) von der Außen- zur Innenseite (outer gate - inner gate) über gegnerische Arme bei Kollision - man richtet die Aufmerksamkeit beim Training automatisch auch auf die Deckung. Ebenfalls wichtig!

06. Lap Kuen Zyklus - Handwechsel 3 - Innenpak / Fauststoß
Diese Übung ist ein weiterer Handwechsel, der gleichzeitig eine Vorübung zum Kwat Sao Zyklus (s.u.) darstellt.
Man muss bei Blockaden nach Kollision nicht immer falten - stattdessen wird die blockierende Hand des Gegners über Innenpak schlichtweg beseitigt und gemäß dem Motto: "Ist der Weg frei, stoße vor!" durchgeschlagen.
Auch in dieser Übung hilft dem Trainingspartner die stabile isometrisch vorgespannt Wu Sao Hand. Eine gute Übung sowohl für das Arbeiten entlang der Zentrallinie (bzw. Angriffbesetzungslinie), für das Eindrehen (nach innen rotierender Arm = Kwan Sao) des Ellbogens auf die Zentrallinie, als auch für den Aufbau einer stabilen Deckung / Schutzhand.

Wu Sao Test

Schließlich endet der Übungsblock mit drei Übungen, die sich ausschließlich dem Training der Stabilität von Bong Sao und Wu Sao widmen.

Schaut man Anfänger beim Chi Sao Training an, sieht man meistens schlaffe Arme, die wild in der Gegend herum rudern, schreckhaft ansteigen, nach rechts, links ausschlagen, etc. - mein früherer Trainer meinte mal: "Der Druck geht überall hin ... nur nicht in die richtige Richtung!" Besser kann man es wohl nicht sagen.

Abgesehen vom Druck in alles Himmelsrichtungen ist noch schlimmer, dass keiner der Arme solcher Trainierender in der Lage ist, gegnerischem Druck stand zu halten, da meistens eine druck- und kraftlose Arbeitsweise vorliegt.
Man spricht von "einbrechenden Armen" - also Armen, die bei stärkerem Druck des Partners kollabieren also im Gelenk einklappen. Die so eingebrochenen Arme liegen infolge am Rumpf an und bieten keinen Schutz mehr. Zwar haben "einbrechende Arme" durchaus einen Sinn im Wing Chun, aber da beim Anfänger anfangs alles einbricht, muss dieser erst einmal Stabilität in der Körperstruktur erlernen.

07. Lap Kuen Zyklus - Wu Sao Test 1 - Tan Sao / Rückhandschlag
Um dem Anfänger eine gewisse Vorstellung von dem nötigen Druck zu geben, werden in den drei Übungen iverse Griffversuche über den Bong Arm Richtung Wu Sao ausgeführt. In dieser ersten Übung greift der Fingerstich des Partners über den Bong gleitend die Wu Sao Hand. Ist dies möglich, ist der Bong offensichtlich nicht spannungsvoll genug bzw. plakativ gesagt "im Wing Chun Sinne tot". Wird die Wu Sao Hand gegriffen hat die Bong Sao Hand quasi "geschlafen", weswegen man mit Tan Sao und Rückhandschlag auf den Griff des Gegners reagiert.

07. Lap Kuen Zyklus - Wu Sao Test 2 - Abwehr mit Bong Sao
Grundsätzlich muss der Bong Arm den Griffversuchen durch entsprechenden Gegendruck standhalten und die Wu Sao muss ebenfalls stabil im Raum gehalten werden. In dieser Übung kann der Gegner ebenfalls wieder die hintere Wu Sao Hand greifen, da der Bong Sao Arm nicht rechtzeitig reagiert bzw. drucklos ist. In diesem Fall "löst" Wu Sao als Schutzhand das Problem und "klappt" in den Bong und wechselt die Position von hinterer zu vorderer Hand.

07. Lap Kuen Zyklus - Wu Sao Test 3 - Abwehr mit Jam bei ansteigendem Man Sao
Als letzte Übung wird Jam Sao trainiert - der sinkende Ellbogen - also das Verschließen der Zentrallinie. Der Gegner befindet sich hier mit einem Arm in Bong Sao Position und hat diesen unter entsprechende Spannung gesetzt. Mit ansteigendem Bong kann es ihm durchaus gelingen, die Wu Sao Hand zu greifen, was wiederum vom Trainingspartner durch Absenken des Armes mittels Jam Sao unterdrückt werden muss - man verschließt also wie erwähnt die Zentrallinie. Es folgen Konterschläge, die lediglich eine Variante möglicher Techniken darstellen.

Abschließende Worte zum Lap Sao Fauststoß Zyklus (Lap Kuen Zyklus)

Über den Lap Sao Fauststoß Zyklus lässt sich alleine seitenweise schreiben und erklären - die oben aufgelisteten Informationen umreißen die Übung.

Der Zyklus dieses Übungsblocks ist jedenfalls hervorragend als Übung für Anfänger geeignet, obwohl sie alles andere als eine Anfängerübung darstellt.

(nach oben)

     
           
             
             
   
05 - PAK SAO FAUSTSTOSS ZYKLUS
     
     
01. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Einstieg mit Jam Sao
   
     
02. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Einstieg mit Fauststoß
   
     
03. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus I - Schrittvarianten 1 - Vorwärtsschritt
   
     
03. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus I - Schrittvarianten 2 - Zick-Zack-Schritt
   
     
04. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus II - Abwehr mit hohem Gan Sao
   
     
05. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus III - Fauststoß wie ein Pfahl
   
     
06. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Test der Seitenstabilität
   
     

Über den "Pak Sao Fauststoß Zyklus" lernt der Anfänger, dass bei Kontaktaufnahme zu den gegnerischen Armen nicht immer "Falten" (Poon) das präferierte Vorgehen der Wahl ist.

Im Gegenteil - bei Kollision mit anschließender Blockade wird der Arm des Gegners durch eine schlagende Bewegung mit der flachen Hand (Pak Sao - schlagende Hand) aus dem Weg geräumt. Dieser Vorgehensweise widmet sich der fünfte Übungsblock.

01. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Einstieg mit Jam Sao
In den ersten beiden Übungen lernt man, den Partner direkt aus dem Poon Sao mittels Pak Sao, Fauststoß zu attackieren. Anfänger kombinieren stets den Fauststoß mit einem Schritt gemäß dem Angriffskonzept: "Fuß vor Hand". Das entspricht ganz genau allen anderen Kampfsportarten, bei denen "der Körper hinter den Schlag gebracht werden muss!" So auch im Wing Chun ... !

Unterschied zwischen den beiden ersten Übungen ist die Einstiegsbewegung, durch die der gegnerische Arm kontrolliert wird. In der ersten Übung ist dies Jam Sao, über den ein Arm des Gegners abgesenkt und schließlich beide kontrolliert werden.

02. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Einstieg mit Fauststoß
Alternativ verwendet Übung 2 einen Fauststoß anstelle von Jam Sao, um dann beide Arme zu kontrollieren. Somit ist diese Variante deutlich aggressiver als die Kontrollbewegung über Jam Sao.

03. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus I - Schrittvarianten 1 - Vorwärtsschritt
In der dritten Übung folgt schließlich der erste von insgesamt drei Pak Sao Fauststoß Zyklen: Zyklus Nr. 1. Man trainiert zwei Schrittvarianten, wobei die erste Variante, die in dieser Übung vertieft wird, den direkten Vorwärtsschritt trainiert (wenn die Situation dies erlaubt).

03. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus I - Schrittvarianten 2 - Zick-Zack-Schritt
Alternativ kommt in der zweiten Variante des ersten Pak Sao Fauststoß Zyklusses der Zick-Zack-Schritt (Pflaumenblütenschritt) zur Anwendung. Dieser bietet sich an, wenn der Gegner zu stark ist bzw. nicht frontal angegriffen werden kann und Flankenstrategien notwendig werden.

Abgesehen von den Schrittvarianten beschäftigt sich die gesamte dritte Übung mit einer Pak, Fauststoß Attacke auf der Außenseite (outer gate), die anschließend direkt gekontert wird.

   
     


"WINGCHUNtipp #720 zur Holzpuppe" - An der Holzpuppe werden erstmal die Pflauemblütenschritte bzw. Zick-Zack-Schritte vermittelt. Sie eignen sich zum Umgehen von Hindernissen (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

04. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus II - Abwehr mit hohem Gan Sao
Übung 4 setzt sich mit der Pak, Fauststoß Attacke auf der Innenseite (inner gate) auseinander. Das ist insofern sinnvoll als dass man nicht weiß, wo die Schläge des Gegners landen werden - das einzige, was sicher ist, ist das eigene Vorschieben der Hände in Form von eigenen Angriffen (z.B. Fauststößen).
Kommt es zum Kontakt mit den Armen des Gegners, kann dies auf der Außenseite (Übung 3) oder Innenseite (Übung 4) erfolgen.

Die vierte Übung schult den Anfänger nicht nur in der Reaktion auf Innenseitenangriffe sondern auch einer Konterattacke direkt mittels Chan Sao (Spatenhand) bzw. hohem Gan Sao (schneidender Arm).
Man folgt im Wing Chun überall dort wo es geht dem Motto: "Den Angriff durch einen Angriff abwehren". Warum mittels defensivem Block oder defensiver Handbewegung verteidigen, wenn ein Angriff dies auch gewährleisten kann und zudem gleich atttackiert?

Immerhin spart man sich eine Bewegung ..

Traditionell kontert man den Fauststoß aus Übung 4 mit Gegenpak - die Erfahrung zeigt allerdings, dass man diesen Angriff niemals mit einer Gegenpak-Bewegung erwischen kann.
Das ist ein gutes Beispiel für eine Art "Wing Chun Märchen", die Generationen von Schülern eingehämmert worden sind und heute immer noch geglaubt werden. Dass dieser Glaube allerdings reiner Käse ist, zeigt die Praxis.
Dazu schlage man einfach schnell und mit voller Power: der Partner soll dann mal versuchen, den Angriff mit Gegenpak abzuwehren. Ich wünsche viel Spaß dabei ...

Das hier am Rande nur als Insiderwitz für diejenigen, die diesen Hinweis überhaupt verstehen. :)

05. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Zyklus III - Fauststoß wie ein Pfahl
Die fünfte Übung ist von der ursprünglichen "Grundintention" - also der Absicht, mit der die Übung vor vielen Jahren als Übung von anderen Lehrern eingeführt wurde - eigentlich Unsinn. Sie könnte (wenn's nach mir ginge) gestrichen werden - sie ist aber aus historischen / traditionellen Gründen meinerseits erhalten geblieben.

Sie ist eine gute Übung für den seitlichen Schritt bzw. Krebsschritt. Bekannt ist die Übung als sogenannter "Innenpak-Zyklus" bzw. "Fauststoß wie ein Pfahl".

Man stellt sich bei dieser Übung vor, dass der Fauststoß des Partners wie ein "unverrückbarer Pfahl" auf einen zuschlägt, man sich - "wie an der Holzpuppe" von diesem Fauststoß mittels seitlichem Schritt und Gegenpak wegdrückt und anschließend ebenfalls mit Fauststoß kontert. Es entsteht ein Pak-Fauststoß-Zyklus, bei dem sich die beiden Partner seitlich bewegen.
Führt man den Fauststoßangriff - wie ich zwei Absätze weiter oben erwähnte habe - schnell und hart aus, besteht keinerlei Chance, diesen Angriff auch nur annähernd mittels Pak Sao abzuwehren, geschweige denn, sich von irgendetwas wegzudrücken. Sehr wohlwollend lässt sich diese Übung noch als Reflex-und-Reaktionsübung verkaufen.

06. Pak Sao Fauststoß Zyklus - Test der Seitenstabilität
Der Seitenstabilitätstest in der sechsten Übung ist eine gute Übung zum Test des Vorwärtsstandes.
Der Wing Chun Kämpfer steht im Meridianstand bzw. Vorwärtsstand typischerweise "eingleisig" mit Gewicht weitestgehend auf dem hinteren Bein. Die Stabilität dieses Standes wird häufig kritisiert und diskutiert. Es heißt, man könne aus diesem Stand keine Haken schlagen, Hüftrotationen seien nicht möglich, etc. - manche der vorgebrachten Kritik ist richtig, manche wiederum nicht.

Der Vorwärtsstand ist vor allem als Nahkampfstand einzusetzen, der dicht am Gegner eingenommen und in der Regel mit Beinkontakt und Kniedruck (Kwan Yong) ausgeführt wird. Gewicht ist auf dem hinteren Bein, da der Gegner mittels vorderem Bein über Kniedruck kontrolliert, über Kniedruck per Kniehebel gehebelt oder gebeugt werden soll oder wenn man ihn über Angriffe mit dem Knie (seitliches Knie, Knieschlag, Kniestoß, etc.) attackiert.

Der Vorwärtsstand hat klar seine Vor- und Nachteile und wird dementsprechend nur in ganz bestimmten Situationen eingesetzt, in denen es aus strategischen Gründen bzw. aus Eigenschutz keine Alternativen gibt.

Um seine Stabilität zu trainieren und zu verbessern, wird in der letzten Übung dieser Zyklus während des Drills über Druck von jeweils einer Körperseite der Stand getestet.

Hier gilt es mittels Kniespannung, Hüftrotation, Körperverdrillung etc. eine gute Stabilität zu erzielen, die jederzeit abgerufen werden kann. Netter Nebeneffekt ist noch, dass Pak Fauststoß dabei ebenfalls trainiert wird - also die Sicherung des gegnerischen Armes mittels Pak und der Fauststoß, der durch entsprechenden Schritt und korrektes Timing mit Körpermasse versehen wird.

Der Pak Sao Fauststoß Zyklus ist - wie alle Zyklen und Drills der ersten Sektion - am Anfang ruhig und locker einzustudieren. Lösen von Blockaden nach Kollision, Schrittarten, Angriffskonzept, Schlagen auf der Zentrallinie, usw. sind nur einige wenige der Inhalte, die hier verinnerlicht werden.

Sitzen die Bewegungen nach einigen Übungsdurchläufen, sollte mit ordentlich Power gearbeitet werden. Kurze, harte und schnelle Schläge und die nötige Aggression sollten die Trainingspartner an ihre Grenzen führen und die Übung entfesseln.

Nicht vergessen: Wing Chun Kung Fu = harte Arbeit!

(nach oben)

     
           
             
             
   
06 - PAK SAO FAUSTSTOSS ABWEHR
     
     
01. Pak Sao Fauststoß Abwehr - 01 - Dai Bong nach Gam und Lösen
   
     
01. Pak Sao Fauststoß Abwehr - 02 - Betonung auf Dai Bong
   
     
02. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Kwan / Lap Fak
   
     
03. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Innenpak / Fauststoß
   
     
04. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Slap Pak / Rückwärtsfauststoß
   
     
05. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Tan Sao / Fak Sao
   
     
06. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Pak / tiefer Fauststoß / Lap / Fak
   
     
07. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Bong aus der hinteren Wu Hand
   
     
08. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Jat Sao Fauststoß
   
     
09. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Biu Tze Sao / Sternschritt
   
     
10. Pak Sao Fauststoß Abwehr - Gegenfauststoß / Lap Fak
   
     

Im sechsten Übungsblock - der "Pak Sao Fauststoß Abwehr" - geht es um simple Kontertechniken, die als Abwehr gegen den Pak Sao Fauststoß-Angriff geeignet sind.

Hier wird in die Sektionstrickkiste gegriffen - heißt: es gibt unzählige Abwehrmöglichkeiten für Pak Sao Fauststoß, wenn man nur in die höheren Sektionen schaut. Und genau das wird hier getan.

Um Pak Sao, Fauststoß Angriffe abzuwehren, bedienen wir uns in diesem Block diverser Ideen aus höheren Sektionen bzw. Formen. Zusätzlich lernt man dabei wieder etliche Grundprinzipien, anhand derer man die Arbeitsweise von Wing Chun besser zu verstehen lernt.

Ich gehe die oben angeführten 10 Übungen hier nicht einzeln durch. Wichtig ist nur, dass man sich zur Abwehr vieler Elemente bedient, die (wie gesagt) ein Querschnitt durch viele der höheren Formen (Biu Tze, Holzpuppe) und der dazugehörigen Sektionen sind.

Hat man einen guten Überblick über die im Wing Chun trainierten Sektionen, wird man sich eh nicht auf die hier aufgelisteten Abwehrtechniken beschränken, sondern ganz anders "aus dem Vollen schöpfen". Die Übungen 1 - 10 sind lediglich Ideen, was man wann wie tun kann. Allerdings sind einige pfiffige Lösungsmöglichkeiten dabei. Diese erweitert man später allerdings automatisch ganz von selbst.

Viele Sektionen starten bzw. enthalten Pak Sao, Fauststoß als einen zentralen Angriff. Aus realistischer Sicht bzw. aus Sicht einer realen Selbstverteidigungssituation ist das natürlich Quatsch. Wer greift schon wie in einer Chi Sao Sektion an? Keiner ...

Man könnte argumentieren, dass Wing Chun hier ein gewisses Inzuchtproblem hat - also man wehrt Wing Chun mit Wing Chun ab. Das kann kaum realistisch sein.

Das ist aber völlig in Ordnung, da der Fauststoß lediglich eine Körperwaffe symbolisiert, mittels derer wir attackiert werden, die sich also auf uns zubewegt. Dabei ist es unerheblich, ob der Fauststoß als Waffe gewählt wird - alternative Körperwaffen (Chan Sao, Biu Fak Sao, Biu Tze Sao, etc.) sind bzgl. der Dynamik der Bewegung vergleichbar.

Man sollte sich ausführlich mit dem Pak Sao Fauststoß Zyklus und den Abwehrtechniken beschäftigen, um ein gutes Fundament für die späteren Sektionen zu legen.

(nach oben)

   
           
             
             
   
07 - KWAT SAO ZYKLUS
     
     
01. Kwat Sao Zyklus - Einstieg I - Einstieg mit Innenpak / Fauststoß
   
     
02. Kwat Sao Zyklus - Einstieg II - Einstieg ohne Pak (Bong-Brecher)
   
     
03. Kwat Sao Zyklus - Einstieg III - Einstieg mit ansteigendem Man
   
     
04. Kwat Sao Zyklus - Übungsvariante I - Einer übt beide Seiten
   
     
05. Kwat Sao Zyklus - Übungsvariante II - Beide Partner üben wechselseitig
   
     
06. Kwat Sao Zyklus - Übungsvariante III - Treiben
   
     

Kwat Sao - in einer Übersetzungsinterpretation auch als "wischender Arm" bezeichnet - ist eine nach außen gerichtete Armbewegung mit Abwärtstendenz.

Man nennt Kwat Sao auch plakativ den "Bong-Brecher", da mittels Kwat Sao z.B. der Bong-Arm des Partners ruckartig abgesenkt bzw. geöffnet werden kann, um eine Lücke durch die gegnerische Abwehr zu schaffen, durch die anschließend geschlagen wird.

Kwat Sao ermöglicht u.a. einen Wechsel von der Außenseite (outer gate) auf die Innenseite (inner gate) des Gegners, wenn die Körperwaffen (Arme) des Gegners diesem einen guten Schutz der inneren Position bieten. Kwat Sao befördert dabei die Körperwaffen des Gegners auf unsere Außenseite und bietet uns dabei einen wirksamen Schutz.

Rund um den Kwat Sao Zyklus, der im Wesentlichen in allen hier gezeigten Übungen trainiert wird, beschäftigen sich die einzelnen unten aufgeführten Varianten mit unterschiedlichen "Entstehungsmöglichkeiten", denen Kwat Sao folgen kann.

Trainiert man den Kwat Sao Zyklus aus dem Chi Sao heraus (und nicht aus dem Lat Sao), eignet sich als vorheriger Zyklus der Lap Sao Fauststoß Zyklus (s.o.) für den Anfänger besonders gut, da aus diesem nahtlos in den Kwat Sao Zyklus gewechselt werden kann.

01. Kwat Sao Zyklus - Einstieg I - Einstieg mit Innenpak / Fauststoß
In der ersten Übung eröffnet man auf der Zentrallinie mit Innenpak, Fauststoß und räumt den blockierenden Arm des Partners aus dem Weg. Das erinnert uns an den Lap Sao Fauststoß Zyklus, in dem wir genau auf die gleiche Art den Partner angegriffen haben. Dort war die vordere Hand schwach und konnte aus dem Weg geräumt werden. Dementsprechend mußte der Fauststoß-Angriff mit der hinteren Schutzhand - der Wu Sao - abgesichert bzw. abgefangen werden.

Jetzt ist die Lage anders - durch den Innenpak wird versucht, die vordere Hand des Gegners aus dem Weg zu räumen. Dieser soll die vordere Hand unter Federspannung halten (engl. "springing power") und die Kontrolle nicht aufgeben. Stattdessen kontert er zunächst mit hohem Chan Sao bzw. hohem Gan Sao - also einem Direktangriff (Angriff als Abwehr).

Ist dieser erste Konterversuch nicht von Erfolg gekrönt, wird - je nach Höhe des gegnerischen Fauststoßes - über Huen Got Sao (Zirkelschnitt) der Arm des Gegners auf eine Höhe gebracht, aus der Kwat Sao ausgeführt werden kann. Dabei folgen Huen Got und Kwat einander fließend. Bei erhöhtem Tempo der Übung fällt Huen Got Sao quasi weg.

Wenn man nicht darüber nachdenkt, kommt man vermutlich überhaupt nicht zu der Erkenntnis, dass es sich hier um zwei Techniken handelt. Tatsache ist jedoch, dass Kwat Sao nicht auf beliebiger Höhe ausgeführt werden kann - denn ist der gegnerische Arm zu hoch, kann Kwat Sao nicht zur Anwendung kommen. Es kann nicht die nötige Kraft aufgebracht werden.

02. Kwat Sao Zyklus - Einstieg II - Einstieg ohne Pak (Bong-Brecher)
Diese Übung vermittelt eine direkte Öffnungsmethode gegnerischer Deckung und verzichtet entsprechend auf eine Öffnung derselben mittels Innenpak und Fauststoß. Stattdessen wird jetzt direkt über Kwat Sao geöffnet und geschlagen. Das ist nicht nur schneller, sondern auch direkter und setzt den Partner deutlich mehr unter Druck.
Setzt man sich mit der "Wing Chun Gate-Theory" bzw. der "Unterteilung des Körper in Zonen bzw. Bereiche" auseinander, sieht man, dass man mittels Kwat Sao vom "outer gate" zum "inner gate" wechselt.

03. Kwat Sao Zyklus - Einstieg III - Einstieg mit ansteigendem Man
Die dritte Übung verbindet den Kwat Sao Zyklus mit dem dritten Wu Sao Test des Lap Kuen Zyklus. Man versucht über anhebenden Bong (genauer gesagt: Dong Fak Sao) die Wu Sao des Partners zu greifen.
Grundsätzlich sollte dieser in der Lage sein, solche Griffversuche zu unterbinden, da ansonsten zwei seiner Arme von lediglich einem Arm des Gegners kontrolliert wird.

Diese Art der Griffkontrolle ist ein häufiges Ziel bei der gegnerischen Kontrolle. Die Chinesen haben diese Griffkontrolle wieder einmal recht "blumig" umschrieben und nennen das: "Ein Drache, der zwei Wölfe kontrolliert".

Sehr schick ausgedrückt - allerdings ist die Erklärung recht trivial, da man stets versuchen sollte, mit einem Arm (dem Drachen) zwei Arme (die Wölfe) des Gegners zu kontrollieren.

Man bindet also zwei Körperwaffen lediglich mit einer und hat noch eine weitere Waffe zum Angriff zur Verfügung. Das ist das eigentliche Ziel von Handfesselungen / Trapping.

So eine Art der Griffkontrolle durch den Gegner sollte unbedingt vermieden werden!

   
     


"WINGCHUNtipp #719 zur Biu Tze" - Dong Fak Sao - ein von unten nach oben ansteigender Schlag mit der Handkante - manchmal auch als Man Sao bzw. ansteigender Bong bezeichnet (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

Gelingt diese für uns unvorteilhafte Griffkontrolle dennoch, wird über Fauststoß direkt geschlagen, was der Partner wiederum mit Bong Sao zu kontern versucht.

Gelingt der Bong-Konter, wird schließlich der Bong über Kwat Sao geöffnet bzw. "gebrochen" und geschlagen. Diese Übung ist eine etwas kompliziertere Folge von Angriff, Konter, Angriff, Konter, etc. und deutet auf die im Wing Chun üblicherweise ausgeführten Kettentechniken hin.

04. Kwat Sao Zyklus - Übungsvariante I - Einer übt beide Seiten
Übungen 4 und 5 sind vergleichsweise trivial, da hier lediglich die Inhalte der vorherigen Übungen wiederholt werden.
Unterschied ist allerdings, dass in der vierten Übung nach einem Durchlauf über Lap Kuen ein Aktionswechsel erfolgt. Als Konsequenz daraus übt ein Partner permanent den Kwat Sao Zyklus.

05. Kwat Sao Zyklus - Übungsvariante II - Beide Partner üben wechselseitigUnterlässt man den Aktionswechsel mittels Lap Kuen üben beiden Parnter den Kwat Sao Zyklus im Wechsel. So entstehen Zyklen bzw. Drills, bei denen jeder im Wechsel üben kann.

06. Kwat Sao Zyklus - Übungsvariante III - Treiben
Der Übungsblock wird abgeschlossen, indem man den Trainingspartner mit Kwat Sao, Fauststoß vor sich her "treibt". Zwei wesentliche Aufgaben stehen hier im Fokus.

Zum einen hat der Partner jeweils die Aufgabe, auf die Kwat Sao Fauststoß Attacke als allererstes mit Gegenfauststoß zu antworten und erst bei zu starkem Druck mit 90° Rückwärtsschritt und Bong aus der Angriffsbesetzungslinie zu wenden. Er soll keinesfalls sofort weich aufnehmen, sondern erst versuchen, selbst zu treffen. Wenn das nicht gelingt, kann er sich über Wendung und Konter aus der Affäre ziehen ("Befreie Dich von Deiner Kraft", "Befreie Dich von der Kraft des Gegners", etc - Auszug aus den "Kraftprinzipien").
Es entsteht zunächst ein Drill, bei dem der eine den anderen permanent über Kwat Sao, Fauststoß attackiert, während der andere permanent mit Bong plus Wendung reagiert.

Die zweite Aufgabe besteht im Beenden des Drills. Der Partner lässt sich zunächst treiben und determiniert schließlich den Drill der Übung, indem er mit dem diagonalem Ellbogen Kwai Jarn kontert und mittels Handkantenschlag Fak Sao zum Hals des Partners attackiert. Wird dieser Angriff per Wu abgewehrt, kontert man mit Lap, Fauststoß und der Drill beginnt von neuem mit vertauschten Rollen.

Sinn dieser letzten Übung ist unter anderem der Aufbau einer stabilen Bong Sao Feder ("Federspannung") und der Konter auf Kwat Sao Fauststoß mittels Kwai Jarn Ellbogen und folgendem Angriff zum gegnerischen Hals mittels Handkantenschlag (Fak Sao).

Hier fließen also mehrere der Inhalte aus den vorherigen Übungsblöcken 1 - 6 teilweise zusammen.

Auch in diesem Übungsblock wird zunächst locker und partnerschaftlich trainiert. Sitzt der Bewegungsablauf, erhöht man nach und nach die Power, Dynamik und Geschwindigkeit.

Letztendlich entscheidet die Geschwindigkeit und Härte, mit der gearbeitet wird, ob man anhand der Techniken dem Gegner zuvorkommen kann ("speed kills") oder ob durch entsprechend kraftvollen Angriff die gegnerische Deckung zum Einsturz gebracht werden kann.

Obwohl ich generell auf Power stehe, hat softes, weiches Üben natürlich seinen berechtigten Platz - meistens allerdings nur zum Einstudieren von neuen Bewegungen am Anfang bzw. um den Bewegungsablauf Stück für Stück "in Fluss" zu bringen. Danach wechselt man in kräftigere, schnellere Ausführungen.

Man merke sich:
Wing Chun ist nicht ausschließlich nur weich und nachgebend. Wing Chun ist - wo nötig - kurzfristig nachgebend und dann - wenn möglich - knallhart. Das Ganze folgt dabei logischerweise der taoistischen Grundüberlegung von Yin und Yang, also den sich gegeneinander bedingenden Gegensätzen aus hart und weich.

Je nach Möglichkeit weich oder hart. Meistens ergibt sich eine schnelle Abfolge von hart und wieder weich und wieder hart ... es klingt zwar recht esoterisch, aber es heißt nicht umsonst:

Gutes Wing Chun ist Yin und Yang in Perfektion!

Darüber kann man mal nachdenken ...

(nach oben)

     
           
             
             
   
08 - Z-SCHRITT ZYKLUS
(bzw. PFLAUMENBLÜTENSCHRITT-ZYKLUS)
     
     
01. Z-Schritt Zyklus - Einstieg - Provokation diagonaler Position
   
     
02. Z-Schritt Zyklus - Kurzer Z-Schritt Zyklus 01 - Betonung auf Biu Fak Sao (Ignoranzprinzip)
   
     
02. Z-Schritt Zyklus - Kurzer Z-Schritt Zyklus 02 - Betonung auf Handfläche
   
     
03. Z-Schritt Zyklus - Langer Z-Schritt Zyklus
   
     
04. Z-Schritt Zyklus - Zyklus mit diagonalem Lan Sao
   
     
05. Z-Schritt Zyklus - Mischen mit Rückwärtsfauststoß Zyklus
   
     

Der Z-Schritt Zyklus - auch als Pflaumenblütenschritt-Zyklus oder Zick-Zack-Schritt Zyklus bezeichnet - ist unter anderem eine Übung zur Schrittarbeit der Holzpuppenform. Dort umläuft man die Holzpuppe mittels Z-Schritt und attackiert von der Flanke.

Diese Vorgehensweise wendet man grundsätzlich dann im Wing Chun an, wenn der Gegner zu stark ist (was er per Definition im Wing Chun stets ist) und frontal nicht besiegt werden kann.
Entsprechend attackiert man seitlich von der Flanke (sog. "Flankenstrategie").

Der Schritt, der bei dieser Übung zum Einsatz kommt, heißt im traditionellen Wing Chun "Pflaumenblütenschritt". Doch Woher kommt diese Bezeichnung?

Schaut man sich eine Pflaumenblüte an, sieht man fünf Blütenblätter. Stellt man sich diese fünf Blütenblätter auf den Boden gemalt vor und steht auf zwei von ihnen im IRAS, werden jeweils weitere zwei der Blätter mittels Pflaumenblütenschritt beschritten - daher der Name.
Da diese Bezeichnung manchen allerdings etwas zu "märchenhaft" erscheint und der Schritt aussieht, als würde man diagonal nach links und schließlich nach rechts schreiten, verwendet man vereinfacht die Bezeichnung "Zick-Zack-Schritt" oder noch einfacher "Z-Schritt".

01. Z-Schritt Zyklus - Einstieg - Provokation diagonaler Position
Da man jeweils die Flanke des Partners attackiert, beginnt man typischerweise sehr simpel mit dem Erzeugen einer sogenannten "diagonalen Position" bei der sich diagonal gegenüberliegende Arme der Trainingspartner kontaktieren. Dies ist Inhalt der ersten Übung.

02. Z-Schritt Zyklus - Kurzer Z-Schritt Zyklus 01 - Betonung auf Biu Fak Sao (Ignoranzprinzip)
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Z-Schritt Zyklen - einerseits einen kurzen und andererseits einen langen Zyklus. In dieser Übung widmet man sich dem kurzen Z-Schritt Zyklus bei dem die Attacke des Partners im Ansatz unterbrochen wird - quasi "ignoriert" wird. Dabei wird mittels Biu Tze bzw. Biu Fak Sao der Hals des Gegners angegriffen, während dieser versucht, den Ellbogen zu fixieren.

Die plakative Bezeichnung "Ignoranzprinzip" resultiert hier aus der Tatsache, dass man schlichtweg die Aktionen des Partners ignoriert - also weder wartet noch ihn gewähren lässt. Man schneidet sozusagen in die beginnende Aktion des Gegners ein.

02. Z-Schritt Zyklus - Kurzer Z-Schritt Zyklus 02 - Betonung auf Handfläche
Die zweite Übung soll dazu dienen, den Versuch des Partners aus der vorherigen Übung - dem anderen mittels Biu Tze zuvor zu kommen - zu unterbinden und den Flankenangriff schlicht schneller auszuführen. Es gilt auch hier nach wie vor "Geschwindigkeit siegt" ...

Der in den Zyklen ausgeführte Handflächenstoß zur Rippengegend ist lediglich als Irritationsschlag bzw. sogenannter ablenkender Schlag oder "Türöffner" (engl. "door opener") anzusehen. Er erzeugt weder größeren Schaden noch ist er geeignet einen K.O. hervorzurufen. Er kann allerdings durch andere Körperwaffen wie z.B. einen Leberhaken, Spatenhand, etc. ersetzt werden, woraus ein stärkeres Verletzungspotential resultiert.

Gerade Attacken auf Rumpfebene (Rippen, Magen, etc.) sind häufig beabsichtigt, um den Gegner durch ablenkenden Schmerz zum Absenken seiner schützenden Deckung zu veranlassen. Dadurch entstehen Lücken, durch die angegriffen werden kann, um schließlich wichtigere Ziele (z.B. Halsgegend - Kehlkopf, Halsschlagader, Genick) zu erreichen.
Der Z-Schritt Zyklus fokussiert zwar lediglich auf Attacken zur Rippengegend - man sollte aber stets im Auge behalten, dass nach solchen augescheinlich unschädlicheren Attacken i.d.R. Angriffe zum Hals, etc. folgen, die größeren Schaden nach sich ziehen können und sollen.

03. Z-Schritt Zyklus - Langer Z-Schritt Zyklus
Inhalt der dritten Übung ist schließlich der komplette Z-Schritt Zyklus, bei dem die Attacke zur Rippe mittels Handflächenstoß mit abwärts fallendem Gan Sao (schneidender Arm) und gleichzeitig ausgeführtem Fauststoß gekontert wird.

04. Z-Schritt Zyklus - Zyklus mit diagonalem Lan Sao
Die vierte Übung ist letztlich nur eine Alternative, bei der der Ellbogen des Gegners nicht über Pak Sao abgesichert werden konnte. Stattdessen war ein Griff am Handgelenk mit Hebelcharakter möglich (Kam Na Sao), dem ein Überbrücken analog zum Überbrücken beim Zugangriff (s.o.) mit diagonaler Lan Sao Kontrolle des Oberarms folgt.

05. Z-Schritt Zyklus - Mischen mit Rückwärtsfauststoß Zyklus
Der gesamte Übungsblock des Z-Schritt Zyklus schließt mit der fünften Übung ab, in der der Anfänger lernt, Zyklen der 1. Sektion miteinander zu mischen bzw. zu kombinieren.

An dieser Stelle bietet sich ein Wechsel vom Z-Schritt Zyklus in den Rückwärtsfauststoß Zyklus an, da bei beiden die Initialisierung des Zyklus über das "Provizieren einer diagonalen Position" erfolgt.

Wie man Zyklen und Drills aus den Sektionen miteinander kombiniert, mischt oder verbindet, ist letztlich egal. Die Möglichkeiten sind jedenfalls schier unendlich. Man kann ganz nach Belieben jederzeit in beliebige Zyklen aus dem gesamten Chi Sao Curriculum aller 19 Sektionen wechseln.

Wenn man gewisse Kentnisse von Chi Sao hat bzw. die Verbindung von Formen und Chi Sao sieht, könnte man theoretisch seine ganz eigenen Sektionen kreiieren. Das machen heutzutage etliche Lehrer, die ihr ganz eigenes Programm zusammenstellen. Ob das sinnvoll ist, sei dahingestellt.

Man muss sich letztlich klar machen, dass die Sektionen nicht vom Himmel gefallen sind. Stattdessen waren viele, viele Leute aus mehreren Wing Chun Generationen kreativ am Werk, und haben diese Übungen erdacht. Wie man sie kombiniert, ist im Endeffekt jedem selbst überlassen.

Am Ende muss jedenfalls die Fähigkeit entstehen, in angespannter Selbstverteidigungssituation sinnvolle Kettentechniken ausführen zu können. Wenn man stattdessen lediglich zwischen Zyklen hin und her "eiert", ohne ein Ende zu finden bzw. die nötige Dynamik, Aggressivität und Power fehlen lässt, hat man vermutlich irgendetwas nicht begriffen.

(nach oben)

   
           
             
             
   
09 - RÜCKWÄRTSFAUSTSTOSS ZYKLUS
     
     
01. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Einstieg - Provokation diagonaler Position
   
     
02. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Vorübung - Zyklus im Stand
   
     
03. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Kurzer Zyklus mit Schritt
   
     
03. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Kurzer Zyklus variiert
   
     
04. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Griff der hinteren Hand 01 - Einfach
   
     
04. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Griff der hinteren Hand 02 - Doppelt
   
     
05. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Langer Zyklus
   
     
06. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Langer Zyklus - Konter mit Innenpak / Fauststoß
   
     

Als "Rückwärtstechniken " werden Techniken im Wing Chun bezeichnet, die unter dem eigenen vorgestreckten bzw. angehobenen Arm nach vorne bewegt werden.

Beispiel:
Kettenfauststöße werden z.B. "vorwärts" ausgeführt, indem stets der obere Arm schlägt und der jeweils geschlagene Arm unter dem nächsten schlagenden Arm zurückgezogen wird.
Dreht man die Richtung dieser Schläge bzw. dieser "Fauststoßmühle" um - also schlägt der untere Arm, während der obere Arm zurückgezogen wird - spricht man von "Rückwärtskettenfauststößen". Bildlich gesprochen denkt man einfach an Fahrradfahren und dreht die Pedalen beim Treten einfach in die andere Richtung - also rückwärts.

Führt man mit dem Arm einen Bong Sao aus und schlägt unter diesem Bong Arm mit einem Fauststoß durch, nennt man diesen Fauststoß einen "Rückwärtsfauststoß". Diese Art des rückwärts Schlagens kann taktisch von Vorteil sein, wenn man die Deckung oder den Schlag eines Gegner über den eigenen Arm (z.B. Überkopfbong) kontrolliert oder anhebt und eine Lücke entsteht, durch die geschlagen werden kann.

Die Angriffe, die in solchen Fällen folgen, müssen nicht zwingend Fauststöße oder Faustschläge sein. Alle Körperwaffen sind möglich, die in solchen Situationen geeignet sind (z.B. Chan Sao, Biu Fak Sao, Biu Tze Sao, etc.).

Der ganze Übungsblock 9 widmet sich diesen "rückwärts" ausgeführten Angriffen. Diese Art von Angriffen legen ein Fundament für eine Arbeitsweise, die in mehreren der höheren Sektionen erneut auftauchen (z.B. 5. CK-CS-S bzw. 3. BT-CS-S).

01. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Einstieg - Provokation diagonaler Position
Die erste Übung startet analog zum Z-Schritt Zyklus wieder mit dem Erzeugen einer diagonalen Position. Häufig redet man im Wing Chun davon, dass der Gegner "falschen Druck" - z.B. seitlichen Druck - gibt, dem man entsprechend mit Bong Sao, Tan Sao, Kao Sao oder anderen Armbewegungen inkl. seitlichem Schritt, Wendung, etc. begegnet.

Tatsächlich kann der seitliche Druck auch selbst "provoziert" werden, indem man aus der Angriffsbesetzungslinie des Gegners wendet. Man erzeugt sich also selbst seinen seitlichen Druck, dem man mit Bong, Tan oder anderem begegnen kann.

   
     

Eine kleine Anekdote zum Provozieren des "seitlichen Drucks":

Manchmal sieht man Schüler im Wing Chun Unterricht in gewissen "WT, WC, VT oder VC Schulen" vor sogenannten "Lehrern" stehen, wobei der Lehrer die Arme mit einem Schüler kreuzt und ihn auffordert, genau auf die Körperachse des Lehrers Druck auszuüben.

Der Schüler glaubt, dies zu tun - zu seinem Erstaunen klappt aber der Arm des Lehrers in Tan Sao oder Bong Sao und es hageln Schläge des Lehrers auf den Schüler ein. Zusätzlich schnauzt der Lehrer den Schüler nach mehrmaliger Wiederholung derselben Übung an, er (der Schüler) sei wohl zu dumm, um korrekten, auf die Körperachse gerichteten Druck auszuüben. Er gebe dauernd falschen, seitlichen Druck - ob er das denn nicht selbst merke?

Diese Situation habe ich selbst unzählige Male als WT-Anfänger in den 90er Jahren erlebt und das arme Schwein bedauert, dass da vom Lehrer vorgeführt wurde. Ich war froh, nicht selbst der vermeintlich "dumme" Schüler zu sein ... Erst Jahre später im Stadium eines "Fortgeschrittenen" und dann sogar selbst Ausbilder habe ich begriffen, was da passierte.

Tatsächlich kann man selbst für den Fall, in dem Druck genau auf die Körperachse ausgeübt wird, durch minimale seitliche Verschiebung des eigenen Körpers dem Druck des Partners eine seitliche Komponente mitgeben - heißt: durch seitliche Verschiebung provoziert man, dass der Partner seitlichen Druck ausübt. Diesen nutzt man anschließend für eigene Attacken.

Diese Tatsache ist eigentlich total trivial und ergibt sich aus einfachsten Überlegungen über den Kraftbegriff. Dumm nur, wenn man davon keine Ahnung hat und auch noch vor lauter Ehrfurcht vor dem Lehrer das Hirn ausgeschaltet hat.

Fazit aus dieser Anekdote ist: der Lehrer hat uns damals alle verars**t!

Schlecht, wenn man auf solche Spielchen reinfällt. Wing Chun ist leider von vielen solcher Augenwischereien durchzogen - schade, dass gerade einige Lehrer, die eher zur unfähigeren Sorte gehören, diese Spielereien nutzen, um die Schüler zu täuschen.

Leider auch schlecht, dass die Schüler sich täuschen lassen. Noch dümmer ist auf jeden Fall, wenn die Schüler sich täuschen lassen wollen. Denn viele solcher Tricks könnte man mit eingeschaltetem Hirn schon erkennen und kritisieren ...

     
     

Das also als kleine Anekdote zum seitlichen Druck ...

02. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Vorübung - Zyklus im Stand
Weiter geht's mit der zweiten Übung, die eine Vorübung zum eigentlichen Zyklus enthält. Dabei wird jegliche Art von Schrittarbeit weggelassen und lediglich die Armbewegungen weitestgehend drucklos ausgeführt.

03. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Kurzer Zyklus mit Schritt
Übungen 1 und 2 kombiniert man anschließend mit Schrittarbeit und ordentlicher Dynamik in der dritten Übung, in der der sogenannte "kurze Rückwärtsfauststoß Zyklus" trainiert wird. Als Schritt kommt der einfache Vorwärtsschritt zur Anwendung.
Während man den Zyklus ausführt, stellt man fest, dass der Rückwärtsfauststoß des Gegners über einen schockartigen, also rasch ausgeführten Abwärtszug herabgerissen wird - Jat Sao (die Schockhand) kommt hier zum Einsatz.

03. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Kurzer Zyklus variiert
Bei der Ausführung der Übung trifft man auf zwei Griffvarianten. Einerseits kann mit Griff der Daumenwurzel trainiert werden, wobei über eine Rotation der eigenen Hand nach Griff der Gegner an der Ausführung von Bong Sao gehindert wird.
Andererseits trainiert man auch den Griff am Handgelenk des Gegners, falls der Griff der Daumenwurzel misslingt, grundsätzlich aber ein Griff möglich war.
Auf jeden Fall soll derjenige, der über Jat Sao abwärts gezogen wird, durch den Abwärtszug veranlasst werden, den Arm in Bong Sao zu überführen. Durch den geeigneten Griff versuchen wir, diese Bong Reaktion im Entstehen zu unterbinden.

Weiterhin wird noch der "Doppelimpuls" trainiert. Viele Techniken im Wing Chun beinhalten das Prinzip, nach erfolgtem Angriff sofort mit einem weiteren Angriff nachzusetzen. Bedeutet, auf einen ersten Druckaufbau gegenüber dem Gegner als "erster Impuls" folgt sofort ein zweiter Druckaufbau - also der zweite Impuls bzw. "Doppelimpuls". Häufig erschlaft die gegnerische Deckung, wenn man in diese hinein geschlagen hat. Setzt man dann mit einer zweiten Attacke bzw. einem weiteren Impuls nach, hat man gute Chancen, den Gegner doch noch zu treffen.

04. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Griff der hinteren Hand 01 - Einfach
Ist schließlich eine Variante von Übung 3, wobei in dieser Übung ein Griff der hinteren Hand des Partners möglich ist. Der Partner "schläft" also in gewissem Sinne und lässt die hintere Hand in Reichweite. Das nutzt man aus, indem die Hand gegriffen und herabgezogen wird. In dieser Übung trainiert nur ein Partner diesen Zyklus.

04. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Griff der hinteren Hand 02 - Doppelt
In dieser Übung wechselt die Initiative zwischen beiden Partnern hin- und her. Jeder trainiert den Griff der hinteren Hand des Gegners.

05. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Langer Zyklus
In dieser Übung verbindet man schließlich den Gam Sao Fauststoß Zyklus (s.o.) mit dem kurzen Rückwärtsfauststoß Zyklus aus den vorherigen Übungen.
Man lernt dabei, nach gescheitertem Gam Sao Fauststoß Versuch auf Kollision mit dem gegnerischen Arm in Bong zu falten und direkt per Rückwärtsfauststoß in die entstehende Lücke zu schlagen.
Eine gute Übung sowohl für die Schrittarbeit, als auch für das Verständnis der zu entwickelnden Kettentechniken.

06. Rückwärtsfauststoß Zyklus - Langer Zyklus - Konter mit Innenpak / Fauststoß
Abschließend lernt man schließlich noch eine Alternative, dass man den Partner im langen Rückwärtsfauststoß Zyklus über Innenpak bzw. Slap Pak den Fauststoß attackiert und einen Abschuss vornimmt. Alternativ zum Fauststoß sind natürlich alle anderen geeigneten Waffen möglich (z.B. Halsgriff, Fingerstich, Biu Fak, etc.)

Wie oben erwähnt, wird bei allen Übungen sogenannter "Doppeldruck" angewendet bzw. ein "Doppelimpuls" gegeben. Nach Kollision bzw. aufgelaufenem Angriff lernt man so, die Muskelentspannung des Gegners zu nutzen, um einen Folgeangriff auszuführen.

"Rückwärts-Techniken" kommen an allen Ecken und Enden im Wing Chun vor. Das sieht man bereits in den Formen wie z.B. im letzten Satz der Cham Kiu, in dem der Rückwärtsfauststoß enthalten ist.

Ebenso findet man rückwärts ausgeführte Techniken mehrfach in der Biu Tze Form, wo sie z.B. in Form von Biu Fak Sao Bewegungen als geschnittene Handkanten-Angriffe bei den Ellbogen Kap Jarn (Überkopf-Ellbogen - 3. Satz BT), Pai Jarn (horizontaler Ellbogen 6. Satz BT) als auch bei den dreifach Biu Fak Sao Bewegungen aus Satz 10 auftauchen.

Aber nicht nur im waffenlosen Wing Chun finden sich Rückwärtstechniken. Auch in der Doppelmesserform finden sich rückwärts ausgeführte Schnittbewegungen mit den Doppelmessern.

(nach oben)

     
           
             
             
   
10 - TAT SAO ZYKLUS
     
     
01. Tat Sao Zyklus - Einstieg aus Poon Sao
   
     
02. Tat Sao Zyklus - Zyklus mit langem Vorwärts- / Rückwärtsschritt
   
     
03. Tat Sao Zyklus - Ausstieg I - Kwan Sao mit Übergang zum Gleichseitigen Bong Wu Zyklus
   
     
03. Tat Sao Zyklus - Ausstieg II - Kwai Jarn
   
     

Tat Sao - die "Handbefreiung" bzw. "befreiende Arme" - ist eine der Kernbewegungen aus Satz 8, dem letzten Satz der Siu Nim Tao. Dieser Bewegung ist ein eigener Zyklus innerhalb der ersten Sektion gewidmet.

Ist der Gegner in der Lage, unsere Arme zu greifen - nur einen oder sogar beide - haben wir einen Fehler gemacht. Man kann zwar direkt zum Angriff übergehen und mit der verbleibenden Hand schlagen bzw. bei Doppelgriff mit den Beinen per Tritt oder Knie attackieren, jedoch muss früher oder später der Griff des Gegners gelöst werden.

Die "herausziehende" Tat Sao Bewegungen in Kombination mit der an eine Guillotine erinnernde fallende Armbewegung Gan Sao (schneidender Arm) erledigt diese Aufgabe.

   
     


"WINGCHUNtipp #651 zur Wing Chun Terminologie" - Tat Sao ist der abstreifende bzw. befreiende Arm - alternative auch "Befreiung der Arme" oder "Handbefreiung" (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

01. Tat Sao Zyklus - Einstieg aus Poon Sao
Wieder beginnt der Zyklus mit einem Einstieg, der Inhalt der ersten Übung ist. Dieser erfolgt recht simpel aus dem Poon Sao heraus.

02. Tat Sao Zyklus - Zyklus mit langem Vorwärts- / Rückwärtsschritt
An exakt dieser Stelle setzt dann die zweite Übung ein, wo der Partner die Aufgabe hat, den Handgelenksgriff inkl. seiner gekreuzten Arme per Tat Sao zu befreien und ebenfalls zum Konter überzugehen. Da das Ganze wechselseitig geübt werden kann, entsteht ein Drill bzw. der Tat Sao Zyklus.
Man sieht häufig den Versuch vieler Wing Chun Trainierender, den Griff des Partners zu lösen, indem mittels Gan Sao am eigenen Arm "streifend" entlang geglitten wird, als wolle man ein Messer an einem Wetzstahl schleifen und somit schärfen.

Die Realität zeigt jedoch, dass auf diese Art und Weise kein Handgriff gelöst werden kann. Stattdessen wird der Gan Sao fallend eingesetzt, wobei über die Elle des Unterarmes mit Wucht und voller Kraft auf den Daumenknochen der greifenden Hand geschlagen wird.
Es besteht also die Hoffnung, dass die Wucht des Auftreffens der Elle den Daumen bzw. das Daumengelenk schädigt und somit der Griff einfacher gelöst werden kann. Diese Fallbewegung des eigenen Armes unterstützt man mit eigener Kraft und mit kurzem, ruckartigen Fallenlassen des eigenen Körpers - das nennt man dann "gravitationsunterstütztes Arbeiten".

Trainiert man nun diese zweite Übung des Tat Sao Zyklus stellt man nach erfolgter Handbefreiung fest, dass die Fortsetzung über Pak Sao nicht wirklich das beste Mittel der Wahl ist. Man schafft es schlichtweg nicht, den Fauststoß des Partners nach dessen Gam Sao Bewegung abzufangen. Stattdessen wird die Übung so trainiert, dass man sich treffen lässt und auf die Tat Sao Bewegung fokussiert. Höhere Sektionen wie z.B. die Biu Tze Chi Sao Sektionen bieten später bessere Alternativen.

03. Tat Sao Zyklus - Ausstieg I - Kwan Sao mit Übergang zum Gleichseitigen Bong Wu Zyklus
Um die Schüler nicht im Dunkeln zu lassen, zeigt die dirtte Übung einige dieser Alternativen auf und greift den noch kommenden höheren Sektionen vor. Sie vermittelt als Alternative Kwan Sao mit möglicher Überleitung zum "gleichseitigen Bong Wu Zyklus".

03. Tat Sao Zyklus - Ausstieg II - Kwai Jarn
Als weitere Alternative wird noch der Ausstieg über Bong Sao und Kwai Jarn als Folgetechnik vermittelt. Diese Arbeitsweise gilt eigentlich als "Notfalltechnik" und ist somit logischerweise Inhalt der Biu Tze Chi Sao Sektionen - wird also später im Detail abgearbeitet. Nichtsdestotrotz zeigt diese Übung, wie effektiv gekontert werden kann, wenn man sich gewisser Elemente aus der Biu Tze Form bedient.

Hat man die erste Cham Kiu Chi Sao Sektion erst einmal trainiert und schreitet zu den höheren Sektionen fort, erkennt man, dass manche Zyklen der ersten Sektion speziell für Anfänger "entschärft" vermittelt werden.
Heißt: der Anfänger soll lernen, den Ellbogen auf die Zentrallinie zu bringen, über die Zentrallinie zu schlagen, den vertikalen Fauststoß (als Markenzeichen von Wing Chun) zur Anwendung zu bringen, und und und ... viele Basics müssen geschliffen werden, um ein gutes Fundament zu legen.

Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass der Schüler eben dieses gute Fundament aufbaut. Nachteil hingegen ist, dass nicht alle Basics der ersten Sektion die schnellste Art des Reagierens beinhalten bzw. nicht automatisch die effektivsten Körperwaffen zum Einsatz kommen.

Beispielsweise ist der vertikale Fauststoß - jedenfalls in meinen Augen - eine deutlich überschätzte Art, den Gegner anzugreifen. Er wird viel zu häufig in Situationen angewendet, wo andere Körperwaffen wie z.B. Handkanten, etc. wesentlich besser geeignet wären.

Interessanterweise gibt es die Theorie, dass der einzige Fauststoß, den es im Wing Chun sinnvoll zu schlagen gibt, der Fauststoß auf Rippenhöhe ist (zu den Rippen, zum Solarplexus, zur Leber, zu den Nieren, etc. - auf jeden Fall tief), den man in Satz 3 der Holzpuppenform antrifft. Alle anderen höheren Ziele werden mit Handkanten bzw. anderen Waffen attackiert.
Diese Überlegung wird durch folgende Leitlinie unterstützt: "Fäuste schlagen nur zu Weichteilen, weiche Teile zum schlagen auf Knochen"; damit meint man, dass z.B. über Handballenschläge bzw. -stöße z.B. das Kinn besser angegriffen werden kann, anstatt mit der Faust darauf zu schlagen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Faust bei einem Schlag zum Kinn Schaden nimmt, ist relativ hoch, da Knochen auf Knochen trifft. Besser geeignet wären Schläge mit dem Handballen (weicher, abgepolsterter) zum Kinn ...

Man sieht anhand der vorgehenden Übungen, dass der Griff in die Biu Tze Chi Sao Sektionen bzw. in Bewegungen aus der Biu Tze Form dem eigenen Repertoire einige schärfere Waffen bzw. effektivere Vorgehensweise hinzufügt, als dies allein durch Cham Kiu Konzepte bzw. Bewegungen der Fall ist.

(nach oben)

     
           
             
             
   
11 - GLEICHSEITIGER BONG WU ZYKLUS
     
     
01. Gleichseitiger Bong Wu Zyklus - Einstieg aus Kwat Sao Zyklus
   
     
02. Gleichseitiger Bong Wu Zyklus - Zyklus rechts / links im Wechsel
   
     

Denken wir an den Übungsblock 2 zurück, wurde dort der "Bong-Wu-Propeller" erlernt und schließlich der "Gam Sao Fauststoß Zyklus" trainiert. Typisch für letzteren Zyklus ist, dass während der Ausführung die Arme der Trainingspartner überkreuz geführt werden - infolgedessen kreuzt einer von beiden durch Gam Sao die Arme des anderen ("trapping").

Anders verhält es sich im gleichseitigen Bong Wu Zyklus - wie der Name schon sagt, findet der Kontakt zu den Armen des Gegners auf der jeweils gegenüberliegenden Körperseite statt - das nennt man im Wing Chun vereinfacht: "gleichseitig".
Auch hier werden die Arme des Partners nach erfolgtem Fauststoß gekreuzt. Dies wird allerdings nicht durch Gam Sao bewerkstelligt, sondern durch einen ruckartigen Abwärtsriss bzw. Abwärtszug mittels Jat Sao.

01. Gleichseitiger Bong Wu Zyklus - Einstieg aus Kwat Sao Zyklus
In der ersten Übung lernt man verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, indem man aus früher erlernten Zyklen wie z.B. dem Kwat Sao Zyklus oder Tat Sao Zyklus in den gleichseitigen Bong Wu Zyklus wechselt.
Wie bereits weiter oben beschrieben lernt der Schüler auf diese Art und Weise das Verknüpfen von Bewegungsabläufen bzw. Zyklen, um schließlich rasche Abfolgen von Kettentechniken ausführen zu können.

02. Gleichseitiger Bong Wu Zyklus - Zyklus rechts / links im Wechsel
Weiter geht's in der zweiten Übung in den eigentlichen "gleichseitigen Bong Wu Zyklus", in der man nach ausgeführter Bong Wu Bewegung ("Bong-Wu-Propeller") direkt mit der Wu Sao Hand während der 45° Wendung zu schlagen beginnt. Diese Vorgehensweise verdeutlicht, dass die Wu Sao Hand sofort mit einer Vorwärtsbewegung starten muss, wenn die vordere Hand (Man Sao) abgesenkt oder anderweitig aus dem Weg geräumt wird.
Am Anfang ist die Bewegung, die man mittels Wu Sao ausführt, stets ein Fauststoß - also die Wu Sao schlägt nach vorne mittels Fauststoß. Alternativ kann natürlich jede andere geeignete Körperwaffe eingesetzt werden.
Dabei nutzt man die Defensivverschiebung, um aus der Angriffslinie zu wenden; die Aktivität der Arme verursacht also eine passive Bewegung des Rumpfes.

Der Partner spiegelt diese Bewegung, verwendet allerdings Fook Sao, um sich mittels Defensivverschiebung aus der Angriffslinie zu bringen. Dabei sichert er mit dem Fook Sao ab, um schließlich über Jat Sao die Arme des anderen zu kreuzen und selbst zu schlagen.

Auch diese Übung vermittelt diverse Konzepte des Wing Chun wie z.B. die Defensivverschiebung, das Verteidigungskonzept und das Angriffskonzept.

   
     


"WINGCHUNtipp #648 der Holzpuppe" - Angriffs- und Verteidigungskonzept sind Inhalte, die durch Holzpuppentraining vermittelt werden (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

Das Verteidigungskonzept "Hand vor Fuß" beinhaltet, dass sich bei der Abwehr erst die Hand (bzw. der Arm) bewegt und dann der Körper folgt, wohingegen beim Angriffskonzept "Fuß vor Hand" erst der Fuß bzw. Körper bewegt wird und schließlich die Arme folgen.

In diesem Zyklus kann man den permanenten Wechsel von Angriffs- und Verteidigungskonzept sehr schön beobachten bzw. erlernen, da man permanent zwischen Angriff und Verteidigung hin- und herwechselt.

(nach oben)

     
           
             
             
   
12 - KWAN SAO ZYKLUS
     
     
01. Kwan Sao Zyklus - Zyklus rechts / links im Wechsel
   
     

Der Kwan Sao Zyklus ist eine Übung, die direkt aus der Biu Tze Form entlehnt ist - genauer gesagt: Satz 8 der Biu Tze Form.

Dieser Zyklus wird ebenfalls in deutlich größerer Detaillierung in der 3. Cham Kiu Chi Sao Sektion vertieft und ausgebaut. In diesem Übungsblock 12 wird lediglich ein Fundament für spätere Sektionen gelegt.
Zusätzlich wird - wie auch im vorherigen Zyklus - das Verteidigungskonzept "Hand vor Fuß" vermittelt, das bei den Biu Tze Chi Sao Sektionen bzgl. des Notfallkonzeptes der Biu Tze eine bedeutende Rolle spielt.

Betrachtet man die Kwan Sao Technik, ist sie keine Handposition oder Handhaltung sondern eine Bewegung der Arme und heißt dementsprechend übersetzt: "nach innen rotierender Arm".

Die Position, die aus dieser Armrotation resultiert ist Tan Sao und Dai Bong Sao (tiefer Bong Sao). Es hat sich aber bei vielen Wing Chun Kämpfern eingebürgert, bei der Armhaltung aus Tan Sao und Dai Bong Sao vereinfacht von Kwan Sao zu sprechen.

Genau genommen ist das aber falsch.

   
     


"WINGCHUNtipp #683 zur Wing Chun Terminologie" - Kwan Sao ist eine Bewegung der Arme und heißt "nach innen rotierender Arm / Hand" und beschreibt keine Hand- / Armhaltung (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

Kwan Sao ist neben Bong Sao und anderen Wing Chun typischen Bewegungen oder Armhaltungen eine der Schlüsselbewegungen des Systems und wird nicht nur in der Biu Tze (Satz 8) geschliffen sondern taucht auch etliche Male in der Holzpuppenform und später mit Doppelmessern auch in der Doppelmesserform auf (Kwan Dao). Kwan Sao selbst könnte man "sehr vereinfacht" als Spiegelbewegung der Scherengan Bewegung interpretieren, da bei beiden die Armhaltung nicht verändert werden muss, die Hüftrotation aber in entgegen gesetzte Richtung ausgeführt wird.

Kwan Sao selbst ist entgegen der häufigen Meinung keine Defensivbewegung sondern eine offensiv ausgeführte Angriffsbewegung, die durch entsprechende Körperrotation bzw. Hüftrotation mit Power versehen wird.

01. Kwan Sao Zyklus - Zyklus rechts / links im Wechsel
Die einzige Übung dieses Zyklus beschäftigt sich mit dieser Kwan Sao Bewegung, wobei während des Drills sehr viel Wert auf das korrekte Anwenden des Verteidigungskonzeptes (Hand vor Fuß) gelegt wird.

Der in diesem Drill ausgeführte Fauststoß des Partners zielt dabei so tief es geht - also auf Brusthöhe oder tiefer. Das macht auf den ersten Blick keinen großen Sinn, da dadurch keine wesentlichen Ziele - außer evtl. der Solar Plexus - attackiert werden.

Dennoch ist der Trainingseffekt deutlich verbessert! Durch einen tiefen Schlag bleibt dem Partner deutlich weniger Spielraum bzw. Platz, um die Armrotation auszuführen und schützende Positionen einzunehmen. Kann man außerdem die Brust treffen, kann man höhere Ziele (Kehlkopf, Hals, Kinn, Nase, etc.) erst recht erreichen. Man fokussiert in der Übung also auf ein möglichst tiefes Ziel und lernt dabei, schnell zu schlagen und den Partner am Aufstellen seiner Deckung bzw. am Ausführen seiner Konterbewegung zu hindern.
Der andere lernt im Gegenzug die Armrotation Kwan Sao so schnell wie möglich auszuführen und sich dabei Platz zum Gegner durch Vorwärtsdruck zu verschaffen.

Beide Partner werden nach einer "Warmlaufphase" aufgefordert, mit hoher Dynamik, Kraft und Geschwindigkeit zu arbeiten. Der eine versucht, den Schlag mit viel Power ins Ziel zu bringen, der andere ist gezwungen, äußerst schnell die Armrotation zu vollführen und dabei selbst den Partner mittels offensiv ausgeführter Bewegungen unter Druck zu setzen.

(nach oben)

     
           
             
             
   
13 - PAK FAK ZYKLUS
     
     
01. Pak Fak Zyklus - Vorübung - Aus Kwan Sao Zyklus heraus
   
     
02. Pak Fak Zyklus - Zyklus rechts / links im Wechsel
   
     

Ein häufiges Problem im Wing Chun scheint die Stabilität der Arme bzw. Deckung von Wing Chun Kämpfern zu sein.

"Einbrechende Positionen" - also schwache und ohne Muskelspannung gehaltene Arme klappen butterweich ein, lassen sich an den Rumpf pressen, herabziehen oder einfach aus dem Weg räumen. Es ist offensichtlich, dass man auf diese Art und Weise mit Wing Chun gar nichts wird ausrichten können.
Kraftlose Arme, die herumflattern wie weiches Gummi sind größtenteils wertlos. Zwar gibt es Situationen, in denen ein starker Angriff unsererseits bei Kollision ein Einbrechen unserer Positionen erfordert, um über die Deckung des Gegners schnell falten zu können, aber in der Regel benötigt man je nach Situation starke Armpositionen, die wie eine Art "Stoßdämpfer" gewisse Stabilität aufweisen.

Eine wichtige Handposition im Wing Chun ist der Schwingenarm Bong Sao.

Vom Bong Sao selbst sagt man: "Bong Sao existiert nicht" und will damit ausdrücken, dass Bong Sao lediglich eine für einen kurzen Augenblick eingenommene Armhaltung ist, die im nächsten Augenblick aufgegeben wird, um weitere Angriffe folgen zu lassen.

Das heißt aber nicht, dass Bong Sao so weich und kraftlos gehalten wird, dass er prinzipiell für den Gegner gar nicht existiert. Bong Sao benötigt stattdessen stets eine gute, ausreichende Stabilität.

Um die Ausbildung dieser Bong Stabilität geht es in einem Teilaspekt in dem Übungsblock des Pak Fak Zyklus.

Übt der Gegner einen abwärts gerichteten Zug am Handgelenk auf den Arm des Partners aus, soll der Arm nicht einfach "nach unten rauschen" als wenn keine Muskelspannung vorhanden sei - vielmehr soll er die nötige Grundstabilität aufweisen.
Man gibt Positionen nicht einfach auf, nur weil der Partner lediglich mit minimalen Kraftaufwand angreift. Immerhin gibt man ja auch nicht einfach seinen Panzer an den Feind ab, nur weil dieser eine Schreckschusspistole auf uns richtet. Das wäre dumm - und dumm sollte man im Wing Chun grundsätzlich nicht sein.

Grundbewegung - auf der die beiden Übungen aufbauen - ist der Kwan Sao Zyklus aus dem vorherigen Übungsblock.

01. Pak Fak Zyklus - Vorübung - Aus Kwan Sao Zyklus heraus
Zunächst lässt man in Übung 1 den Bong Arm herabziehen und die Arme kreuzen und arbeitet identisch zum Kwan Sao Zyklus. Dabei wird ein Zug ausgeübt, der noch verträglich für die Schulter des Partners ist. Man hält also nicht um jeden Preis den Bong oben, nur um der Übung zu genügen. Etwas Intelligenz ist hier gefragt.
Ab und zu lässt man jedoch den Bong Arm stehen und bietet dem Partner plötzlich überraschend eine stabile Bong Position an. Diese stabile Bong Position löst der Partner mittels Slap Pak und Dong Fak Sao, dem ansteigenden Fak Sao aus Satz 9 der Biu Tze Form. Das Ganze wird über Jam Sao abgefangen und der Zyklus beginnt von vorne.

02. Pak Fak Zyklus - Zyklus rechts / links im Wechsel
Übung 2 wird ähnlich wie Übung 1 ausgeführt, lässt allerdings die wiederholten Kwan Sao Zyklen aus. Es wird in jedem Übungsschritt sofort eine stabile Bong Armhaltung eingenommen und darauf gekontert.
Die wiederholt ausgeführten Kwan Sao Bewegungen als "Lückenfüller" fallen somit weg. Es entsteht ein Zyklus, wie er wirklich ausgeführt werden soll. Entsprechend ist Übung 1 lediglich als Vorübung zu betrachten.

Um beim Jam Sao (sinkender Ellbogen) Kraft zu entfalten, muss man die Bewegung durch Absenken des Körpers unterstützen - quasi die Masse des Körpers hinter die Bewegung bringen. Diese Arbeitsweise nennt man (wie oben schon erwähnt) etwas pompös "gravitationsunterstütztes Arbeiten". Gleichzeitig verspannt man die Rumpfmuskulatur dynamisch gegeneinander, um den Körper "wie aus einem Guß" erscheinen zu lassen.

Das Absenken des Rumpfes wird grundsätzlich bei allen Bewegungen mit Zugcharakter eingesetzt. Da im Kniegelenk ansonsten nicht nachgegeben werden kann, ist eine gerade Hüftposition unverzichtbar - mit anderen Worten darf das Becken nicht nach vorne gekippt sein.

Kämpft man schwach bzw. schlaff, ist man selbst kein ernstzunehmender Gegner!

Das gilt allerdings nicht nur für den Wing Chun Kämpfer an sich, sondern auch für dessen Gegner. Denn für Gegner, die schwach oder schlapp sind oder schwach bzw. schlapp kämpfen, benötigt man kein Wing Chun.

Eine einfache Ohrfeige oder ein kräftiger Ar***tritt reichen meistens aus.

Klingt merkwürdig, ist aber so! Man erinnere sich nur an den Spruch: "Mit Kanonen auf Spatzen schießen" - ist der Gegner eine Gurke, zücke ich nicht gleich die Wing Chun Kanone, um exzessiv loszulegen. Es reichen auch einfachere, angepasste Vorgehensweisen, die der Situation und dem schlaffen Gegner angemessen sind.

Ist man selbst schwach, muss man Kraft aufbauen. Und um die nötige Kraft aufzubauen, eignet sich neben dem üblichen Fitnesstraining u.a. auch das Chi Sao Training.

   
     


"WINGCHUNtipp #77 zum Chi Sao Training" - Chi Sao Training hilft beim Aufbauen funktionaler Kraft - es ist ein situationsangepasstes Krafttraining (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

Denn Sinn des Chi Sao Trainings ist nicht nur das systematische Erlernen grundsätzlicher taktischer Manöver und fundamentaler Bewegungs- und Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Wing Chun Kampfstrategie.
Sinn des Chi Sao Trainings ist auch der Aufbau funktionaler Kraft. Chi Sao ist also auch eine Form von situationsangepasstem Krafttraining.

Um Wing Chun korrekt ausführen zu können, muss man letztlich auch die hierfür notwendigen physischen Grundvoraussetzungen mitbringen - also gewisse Fitness.

(nach oben)

     
           
             
             
   
14 - HUEN GOT SAO ZYKLUS No.1
     
     
01. Huen Got Sao Zyklus 1 - Ohne Handwechsel
   
     
02. Huen Got Sao Zyklus 1 - Unterbrechung mit Kwai Jarn / Handwechsel
   
     

Huen Got Sao - der "Zirkelschnitt" - ist ebenfalls eine in Satz 9 der Biu Tze Form enthaltene Bewegung, die man allerdings schon in der Siu Nim Tao erlernt. Sie kann z.B. als ziehende "Klemmbewegung" (ohne Daumen - also daumenloser Griff), wie z.B. beim Zugangriff in Übungsblock 1 (s.o.) oder als Öffnung von Deckungen eingesetzt werden.

   
     


"WINGCHUNtipp #727 zur Biu Tze" - Huen Got Sao - der Zirkelschnitt - wird als Zugbewegung ausgeführt und mittels Hüftrotation eingeleitet (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

01. Huen Got Sao Zyklus 1 - Ohne Handwechsel
In dieser Übung wird Huen Got Sao genutzt, um den Bong Sao des Gegners zu öffnen und über die vorhandene Brücke in die entstehende Lücke zu schlagen. So gesehen scheint diese Übung dem Kwat Sao Zyklus aus Übungsblock 7 zu ähneln.

Das ist bei näherer Betrachtung allerdings nicht korrekt. Denn durch den Huen Got Sao Zyklus lernt man u.a. die Kwai Jarn Kontrolle zweier Arme durch einen Arm und vertieft die bereits weiter oben erlernte Bong Wu Propellerbewegung, die hier deutlich schneller ausgeführt werden muss.

Weiterhin wird durch druckvolles Arbeiten das Prinzip verdeutlicht, dass "im Verteidigungsfall der Körper aus einem Guß zu sein hat". Die Arme übertragen durch stabile Haltung den Impuls des Gegners auf den Rumpf, wodurch es zur Wendung kommen kann. Das entspricht der gleichen Vorgehensweise wie im Falle der Kwan Sao Bewegung mit folgender Wendung aus dem Kwan Sao Zyklus.

02. Huen Got Sao Zyklus 1 - Unterbrechung mit Kwai Jarn / Handwechsel
Übung 2 bietet eine Fortsetzungsmöglichkeit nach erfolgtem gegnerischen Konter. Dabei ist Übung 2 die eigentlich wichtige Übung - also der Konter nach Bong, Wu mittels Kwai Jarn, Fak Sao!

Der Huen Got Sao Zyklus No.1 spielt in späteren Sektionen - z.B. der 4. Cham Kiu Chi Sao Sektion (Doppelfauststoß-Sektion) - eine weitere wichtige Rolle. Somit wird in dieser Übung ein wichtiges Fundament gelegt.

(nach oben)

     
           
             
             
   
15 - HUEN GOT SAO ZYKLUS No.2
     
     
01. Huen Got Sao Zyklus 2 - Variante 01 - Pak / Fauststoß
   
     
02. Huen Got Sao Zyklus 2 - Variante 02 - Chan Sao
   
     

Der Huen Got Sao Zyklus No. 2 ist eine Verbindung aus mehreren vorhergegangen Zyklen - u.a. dem Pak Sao Fauststoß Zyklus, dem gleichseitigen Bong Wu Zyklus und anderen. Es wird besonderer Wert auf minimale Schrittarbeit und korrektes Timing von Druck und Zug (Push / Pull) Wert gelegt.

Die Komplexität des Zyklus resultiert also aus der Verknüpfung vorhergegangener Übungen und Zyklen. Z-Schritt, passive Wendungen, Öffnen gegnerischer Deckungen mittels Schlägen über der Zentrallinie, Defensivverschiebungen, Brückenkonzepte - alles mögliche an bereits Erlerntem und Bekanntem wird hier vereint.

Neu ist hier die "ziehende Tan Sao Bewegung (Tan Sao Haken)" aus Satz 7 der Siu Nim Tao, über den sowohl der gegnerische Arm überbrückt als auch ruckartig abgesenkt wird.

01. Huen Got Sao Zyklus 2 - Variante 01 - Pak / Fauststoß
Zwei Varianten werden trainiert - zum einen in Übung 1 die Variante, in der mittels Pak, Fauststoß attackiert wird.

02. Huen Got Sao Zyklus 2 - Variante 02 - Chan Sao
Zum anderen wird die Variante der Übung 2 mit Huen Got Sao und Chan Sao trainiert, die eher an Biu Tze Angriffen ausgerichtet ist.

Zyklen und Drills im Chi Sao zu verknüpfen ist ein beliebtes Spiel im Wing Chun.

Es entstehen auf diese Art und Weise lange durchchoreographierte "Chi Sao Abläufe", die schön anzusehen sind und durchaus Spaß bei der Ausführung machen.
Nachteil ist aber, dass "Schönheit" kein Kriterium für gutes Wing Chun ist. Wing Chun Bewegungen sind eher kurz, direkt und schnell und sollen den Gegner in kürzester Zeit unter Kontrolle bringen.

Durch zu stark durchchoreographierte Chi Sao Abläufe wird man dazu verleitet, sich von dieser Grundregel zu entfernen und Abläufe um der Abläufe willen zu trainieren. Deren Sinn ist dann meistens nur noch, eine mehr oder weniger schöne Bewegungsabfolge
"herunter zu tanzen".

Kampfrelevant ist dabei nur noch wenig, da man stärker auf das Einhalten des Ablaufs fokussiert, anstatt auf Effektivität der ausgeführten Angriffe bzw. Bewegungen Wert zu legen. In so einem Fall hat man den Pfad effektiven Trainings schon lange verlassen.

Verknüpfen ist sinnvoll, um anhand der Komplexität der Bewegungsabläufe weiter zu wachsen und flüssige Bewegungsmuster zu etablieren. Allerdings muss man aufpassen, dass man hier nicht vom rechten Weg abkommt und Wing Chun mit Tanz-Choreographien verwechselt.

Wing Chun muss kurz, knapp und direkt sein. Ein über Kettentechniken "einbetonierter" Gegner, der zum Schluß per Takedown am Boden landet und dort kontrolliert wird, sollte das Ziel jeder Technikabfolge sein.

Schönheit bzw. der Anspruch "schöne Abläufe, Zyklen oder Drills" durchzutanzen ist hier der falsche Ansatz.

(nach oben)

   
           
             
             
   
16 - FOOK SAO ZYKLUS
     
     
01. Fook Sao Zyklus - Konzeptübung "Körper aus einem Guß"
   
     

Der Fook Sao Zyklus ist eine reine Konzeptübung und bedarf nicht vieler Erklärungen. "Im Verteidigungsfall ist der Körper aus einem Guß" lautet ein Prinzip des Wing Chun, das in diesem Zyklus trainiert wird.

Wie schon im Pak Fak Zyklus weiter oben erläutert, müssen die eigenen Arme in der Lage sein, Druck des Gegners auf den Rumpf übertragen zu können, indem die gesamte Verbindung aus Armen, Rumpf und Beinen kurzfristig versteift - das nennt man dann "aus einem Guß sein". Resultat des Ganzen sind beispielsweise "passive Wendungen".

Hat man keine Kraft aufgebaut bzw. verfügt man nicht über ausreichend Körperkraft, ist dieses Übertragen des Drucks vom Gegner auf den eigenen Rumpf nicht möglich.

Häufig wird an dieser Stelle die Aussage zitiert: "Für Wing Chun benötigt man keine Kraft, da man die Kraft des Gegners nutzt". Diese Aussage ist nicht nur falsch, sondern auch dumm!

Man benötigt für Wing Chun unbedingt ein hohes Maß an Kraft, Fitness und Kondition - ganz genauso wie ein guter, vollausgebildeter Kämpfer aus vergleichbaren anderen Kampfsportarten oder Kampfkünsten. Dabei sind sämtliche Körperpartien (Bizeps, Trizeps, Quadrizeps, Bauchmuskeln, Sprungmuskulatur, Rückenmuskulatur, etc.) zu stärken.

Man darf das allerdings nicht so verstehen, dass man ein dicker Muskelschrank sein soll oder sein muss, um Wing Chun ausführen zu können.

Stattdessen ist man per Wing Chun Definition stets "schwächer als der Gegner".

Das bedeutet aber lediglich, dass die eigene Kraft nicht ausreicht, den Gegner durch die Gegend zu schieben oder ihm per einzelnem Powerschlag die Lichter auszublasen. Vielmehr bedeutet dies, dass man "relativ zum eigenen Körper" über ausreichend Kraft verfügen muss. Man muss also den Körper kräftigen, um für die notwendigen Bewegungen die nötige Kraft zur Verfügung stellen zu können.

Beispiele:
Über Liegestütze trainiert man, seinen ganzen Körper von einem Widerstand abzudrücken. Diese Kräftigungsübung für den Trizeps hilft uns nicht nur, einen kraftvolleren Schlag bzw. generell nach vorn gerichtete Bewegungen auszuführen, sie hilft uns auch dabei, uns quasi vom Gegner weg zu schieben bzw. seitlich zu verschieben oder ihn über Achsdruck zu kontrollieren.

Über Kniebeugen baut man Kraft im Oberschenkel auf, um mit Power aus dem Quadrizeps Kraft aus dem Boden in meine Angriffe zu transferieren. So gelingt es, den ganzen Körper hinter die Attacken bringen zu können. Nicht umsonst heißt es: "Kraft kommt aus dem Boden!"

Bauchaufzüge bringen die Bauchmuskeln in die passende Verfassung, dass man schockartige Abwärtsbewegungen wie z.B. Jat Sao oder Genickzug Man Geng Sao durch ruckartige Muskelkontraktionen der Bauchmuskeln mit Kraft versehen kann.

Schließlich treibt man Konditionstraining, damit auch längere kämpferische Auseinandersetzungen überstanden werden können und man nicht schon nach drei Sekunden außer Puste ist und sich hinlegen muss.

Man sieht, kräftige Muskulatur in Kombination mit einer guten Kondition ist ein Muss für Wing Chun - das sind Mindestanforderungen!
Wer darüber nicht verfügt, hat auch mit der besten Technik kaum Chancen. Nicht umsonst hat Bruce Lee gesagt: "Wer nicht fit ist, hat in Kampfkünsten bzw. Kampfsportarten nichts verloren!"

Weise und richtige Worte!

01. Fook Sao Zyklus - Konzeptübung "Körper aus einem Guß"
Für diesen Übungsblock bedeutet dies, dass wir hier lernen, Krafteinwirkungen des Gegners mittels stabiler Armposition auf den eigenen Rumpf zu übertragen - Stichwort: "Körper aus einem Guß".

   
     


"WINGCHUNtipp #117 zum Chi Sao" - "Körper aus einem Guß" ermöglicht es, Druck bzw. Krafteinwirkung des Gegners über die Arme auf den Rumpf zu übertragen (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

Der Fook Sao Zyklus ähnelt vom Aufbau her dem Z-Schritt Zyklus (s.o.). Auch hier wird ein Angriff zur Rippe des Partners über Gan Sao, Fauststoß gekontert und der Z-Schritt eingebaut.

(nach oben)

     
           
             
             
   
17 - GLEICHSEITIGER KAM NA ZYKLUS
     
     
01. Gleichseitiger Kam Na Zyklus - Ohne Seitenwechsel
   
     
02. Gleichseitiger Kam Na Zyklus - Zyklus mit Seitenwechsel
   
     
03. Gleichseitiger Kam Na Zyklus - Abbruch über Kwai Jarn / Fak Sao
   
     

Gelingt es uns, Körperbereiche wie z.B. den Knie- und Schulterbereich des Gegners durch Druck oder Zug zu kontrollieren, sodass der Gegner sich nicht mehr zu uns auszurichten vermag, kann er als Konsequenz auch nicht mehr seine Körperwaffen effektiv gegen uns einsetzen - man spricht davon, dass die "Zentrallinienausrichtung des Gegners zerstört worden ist."
Kontrolltechniken wie z.B. "Hebel" sind Möglichkeiten, Körperbereiche des Gegners zu kontrollieren bzw. den Gegner bzgl. seiner Körperwaffen in einen "isolierten Zustand" zu überführen.

Hebel und die damit evtl. verbundenen Gelenkzerstörungen sind prinzipiell Inhalt der zweiten Cham Kiu Chi Sao Sektion.

Eine beispielhafte Kontrolltechnik - Kam Na Sao - wird aber schon in diesem Übungsblock, dem "gleichseitigen Kam Na Zyklus" trainiert.

   
     


"WINGCHUNtipp #824 zur Technikausführung" - Kam Na Sao wird verwendet, um Schulter- und Kniebereiche des Gegners zu kontrollieren - man spricht von "Eckenkontrolle" (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

Kam Na ist eine Griffbewegung, die am Beginn des zweiten Satzes der Cham Kiu Form in Verbindung mit dem diagonalen Lan Sao nach dem sogenannten "halbmondförmigen Griff" ausgeführt wird.

Diese Griffbewegung mit aufgestellter Hand wird beispielsweise am Handgelenk des Gegners ausgeführt. Dabei wird über Druck des Handballens und Vorschieben des diagonalen Lan Sao eine kurzfristige Hebelwirkung auf den Arm des Gegners ausgeübt und versucht, dessen Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Die resultierende kurzfristige Isolierung nutzt man, um durch eine Überbrückung erneut mittels diagonalem Lan Sao hinter den Ellbogen des Gegners zu gelangen und die Flanke zu attackieren - beispielsweise den Rippenbogen bzw. die kurze Rippe. Kombiniert wird das Ganze mit dem Z-Schritt aus der Holzpuppenform, mit dem vorwiegend Flankenangriffe vorgenommen werden.

01. Gleichseitiger Kam Na Zyklus - Ohne Seitenwechsel
In der ersten Übung wird der Partner über Kam Na kurzfristig isoliert, anschließend überbrückt man mittels Lan Sao, um hinter den Ellbogen zu gelangen und dort - wie oben erwähnt - den Schulterbereich des Partners über Druck zu kontrollieren und seine Zentrallinienausrichtung dauerhaft zu zerstören. Unterstützt wird das Ganze durch eine Punktwendung bzw. Fallschrittwendung.
Der Arm des Gegners wird anschließend ruckartig über Jat Sao (Schockhand) herabgezogen und mittels Biu Fak Sao zum Hals angegriffen. Der Partner kontert diesen Angriff mittels Pak Sao und der Zyklus beginnt von vorne.

Schutz wird während dieser Übung analog zum "3-Punkte-Konzept" der Holzpuppe auf drei Ebenen ausgeführt. Über Kniedruck des "Spielbeins" (s. Langstock: Kwan Yong bzw. Chi Gerk Übungen) wird die untere Ebene abgesichert, nach Ausführung des Jat Sao sichert man die mittlere Ebene ab und auf der oberen Ebene wird mittels Biu Fak attackiert.

     
     


"WINGCHUNtipp #42 zur Wing Chun Terminologie" - Biu Fak Sao ist der Kehlkopfschlag bzw. Schlag zur Halsschlagader - er wird als gestreckte Schneidbewegung mit Trefferfläche von der Handkante bis zum Unterarm ausgeführt (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

Es muss immer damit gerechnet werden, dass der Partner kontert, abwehrt oder irgendetwas Unvorhergesehens tut. Kein ernstzunehmender Gegner "friert" in seinen Bewegungen ein oder geht nach dem ersten Schlag K.O. - meistens werden die richtigen Brecher nach einem ersten Schlag erst richtig wach und sauer.

02. Gleichseitiger Kam Na Zyklus - Zyklus mit Seitenwechsel
Diese Übung baut lediglich einen Seitenwechsel mit ein, damit beide Körperseiten gleichmäßig trainiert werden.

03. Gleichseitiger Kam Na Zyklus - Abbruch über Kwai Jarn / Fak Sao
Um eine von etlichen Möglichkeiten gegen einen Konter des Partners zu trainieren, ist Übung 3 gedacht. Typischerweise versucht der Gegner einem Schlag auszuweichen bzw. diesen mittels Deckung abzublocken.
Kommt also der aus der ersten angebrachte Biu Fak Sao zum Hals nicht durch, weil die Hand des Gegners blockt, faltet (Poon Sao) man mittels Kwai Jarn und anschließender Fesselung über den Arm des Gegners und attackiert erneut den Hals - ein typisches Vorgehen für Wing Chun.

Abgeschlossen wird das Ganze mittels Genickzug und Aufwärtsknie. Hat man dem Partner so einige Treffer verpasst, wird er kontrolliert mit einem Takedown nach Wahl schwungvoll zu Boden gebracht (im Video nicht gezeigt).

Die dritte Übung ist also quasi ein Abbruch des Zyklus, der in Übung 1 gedrillt wird. Dabei muss man sich klar machen, dass es in der Realität logischerweise keine Zyklen gibt.

Zyklen sind nur als Hilfsmittel zu betrachten, um Bewegungen häufig zu wiederholen und zu automatisieren, sodass auf eine bekannte Initialbewegung reflexartig diese automatisierten Bewegungsmuster abgespult werden.

Egal, was man im Wing Chun mit dem Gegner veranstaltet oder wie man in verpackt, schlägt oder attackiert. Letztendlich muss er immer per Takedown zu Boden gebracht werden. Erst dann ist man in einer guten Position und quasi "fertig" (wenn man hier überhaupt von fertig reden kann).

Wer vorher schon stoppt (z.B. nach ein paar Kettenfauststößen) hat nur die halbe Arbeit geleistet.

(nach oben)

     
           
             
             
   
18 - NOJBONG ZYKLUS
     
     
01. Nojbong Zyklus - Zyklus ohne Seitenwechsel
   
     

Lan Sao - "der Zaun- oder Riegelarm" - ist eine Bewegung, die dem Anfänger zunächst in Satz vier der Siu Nim Tao begegnet und schließlich erneut in der Cham Kiu auftaucht. Die zwei Varianten der Lan Sao Arm Haltung sind zum einen der horizontal und zum anderen der diagonal gehaltene Lan Sao.

Die Technik lässt sich wahlweise als Fesselung einsetzen, um mit einem Arm zwei Arme des Gegners zu kontrollieren (bevorzugt "horizontaler Lan Sao"), sie kann aber auch genutzt werden, um als Angriff zu dienen (bevorzugt "diagonaler Lan Sao").

Beide Lan Sao Arten werden mit Druck nach vorne zum Gegner ausgeführt. Der diagonale Lan Sao eignet sich ebenfalls, um die Zentrallinienausrichtung des Gegners zu stören bzw. dessen Körperausrichtung kurzfristig zu fixieren.

Um diese Art der Isolation geht es in der einzigen Übung dieses Übungsblocks des "Nojbong Zyklus".

Aber nicht nur die Isolation ist Sinn dieser Übung. In der Regel hat ein erfahrener Gegner eine Doppeldeckung mit abgesenktem Ellbogen zum Schutz der Rippen bzw. der Flanke. Über Nojbong (schlagender Bong) wird diese Deckung aufgezogen bzw. aufgerissen, über Lan Sao die Öffnung fixiert und mittels Rippenschlag der gewünschte Angriff angebracht.

Neben der Isolation über Lan Sao wird also auch das Öffnen von Deckungen über "Türöffner" bzw. ablenkenden Schmerz durch Tiefschläge geübt.

   
     


"WINGCHUNtipp #113 zur Holzpuppe" - Das 3-Punkte-Konzept ist wesentlicher Inhalt der Holzpuppenform (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

     
     

Zusätzlich findet auch hier wieder das "3-Punkte-Konzept" der Holzpuppe Anwendung (wie überhaupt in etlichen anderen Übungen).
Ist man im Nahkampf direkt "am Gegner", benötigt man immer Schutz auf drei Ebenen. Dabei sind die oberen beiden Ebenen dem Rumpf inkl. Kopf zugeordnet, wohingegen die untere Ebene den Bereich von der Hüfte abwärts bis zum Boden umfasst. Das wird an anderer Stelle der Webseite noch genauer erläutert.

(nach oben)

     
           
             
             
   
19 - GAN SAO ZYKLUS
     
     
01. Gan Sao Zyklus - Zyklus ohne Seitenwechsel
   
     

Gan Sao - "der schneidende Arm" - ist eine Angriffsbewegung, die (wie bereits beim Tat Sao Zyklus erwähnt) mit der Elle des Unterarmes beispielsweise als senkrechte Fallbewegung zum Griff des Gegners oder als horizontale bzw. diagonale Bewegung zu dessen Rippen ausgeführt wird. Es ist trivial zu erwähnen, dass andere Ziele selbstverständlich auch möglich sind.

Gan Sao findet sich in mehreren Bewegungen der Formen wieder - beispielsweise als Teil der in diesem Zyklus zu trainierenden Tat Sao Bewegung in Satz 8 der Siu Nim Tao oder in Kombination mit Chan Sao, der Spatenhand, als die auf zwei Ebenen ausgeführte Angriffsbewegung "Scherengan" in Satz 7 der Biu Tze Form.

Hält man ein Doppelmesser in der Hand und führt eine abwärts gerichtete Schnittbewegung aus, erhält man exakt die gleiche Bewegung, wie wenn man mit dem unbewaffneten Arm die Gan Sao Bewegung ausführt.
Die waffenlose Bewegung ist also zur Bewegung mit Waffe (mal abgesehen von der Waffe) identisch. Man kann also bereits hier die Parallelen zwischen "waffenloser" und "bewaffneter" Bewegung erkennen.

01. Gan Sao Zyklus - Zyklus ohne Seitenwechsel
Dieser Übungsblock enthält wieder mehrere Inhalte, die der Schüler erlernen soll.

Beispielsweise vertieft er das in vielen Zyklen der ersten Sektion enthaltene Push-Pull-Prinzip, wobei es in dieser Übung darum geht, verlorenes Gleichgewicht wieder herzustellen.

Zieht uns der Partner (Pull) und verlieren wir dadurch das Gleichgewicht, können wir versuchen, dieses wiederzugewinnen, indem wir Gegenimpulse (Push) einsetzen und ausgleichende Schrittarbeit ausführen. Auf diese Art und Weise versuchen wir, die Kraft des Gegners zu nutzen.

Über Tat Sao - die "Handbefreiung" bzw. "befreiende Arme" (s.o.) - versuchen wir uns von dem kontrollierenden Griff des Gegners zu befreien.

Isoliert uns der Gegner durch Zug oder öffnet durch Zug unsere Deckung, können wir diese Aktion verlangsamen und versuchen, uns aus dessen Angriffslinie zu bringen, indem wir uns - obwohl ein Griff unsererseits selbst nicht möglich ist - am Arm des Gegners durch Gegenimpuls quasi in Sicherheit ziehen.

Dazu dient beispielsweise die "Rückzugbewegung" der Schulter (Arretierung) beim Fauststoß von Satz 2 der Siu Nim Tao.

(nach oben)

   
           
             
             
   
20 - LAP HAKEN ZYKLUS
     
     
01. Lap Haken Zyklus - Betonung auf Pak / Fak
   
     
02. Lap Haken Zyklus - Kurzer Zyklus - Lap Haken rechts / links
   
     
03. Lap Haken Zyklus - Langer Zyklus
   
     

Der letzte Zyklus der ersten Cham Kiu Chi Sao Sektion ist der Lap Haken Zyklus. Unter dem Haken wird kein Boxerhaken verstanden, sondern der Haken aus der Biu Tze Form in Satz 11 - simpel als "Biu Tze Haken" bezeichnet.

Der Biu Tze Haken ist allerdings nicht die Technik, auf die in diesem Zyklus der Fokus liegt. Der Haken wird in der vierten Biu Tze Chi Sao Sektion im Detail in Übungen austrainiert.

Vielmehr spielen in diesem Übungsblock vor allem Z-Schritte (Pflaumenblütenschritte) eine Rolle. Wie oben erwähnt, werden diese Schritte traditionell an der Holzpuppe vermittelt und verfolgen das Ziel, einen Gegner, der frontal nicht bezwungen werden kann, aus einem neuen Winkel anzugreifen, aus dem er seine Waffen nicht mehr einsetzen kann.

In die Übung wird ebenfalls Kwai Jarn (der diagonale Ellbogen) eingebaut. Er wird entweder für Öffnungen und Fesselungen bei abwärts gerichtetem Druck oder kontextabhängig direkt als Technik im Nahkampf eingesetzt.

   
     


"WINGCHUNtipp #270 zur Biu Tze" - Kwai Jarn, der diagonale Ellbogen - wird mit der Elle entlang einer diagonalen Linie geschlagen und ist u.a. geeignet für Öffnungen oder Fesselungen (weitere Tipps siehe www.wingchuntipps.de)

   
     

Hier unterscheiden wir drei Übungen.

01. Lap Haken Zyklus - Betonung auf Pak / Fak
In der ersten Übung liegt die Betonung auf Pak Sao und Fak Sao. Der Partner zieht den Arm mittels Lap Sao und führt einen Haken aus. Dieser wird über Pak Sao abgefangen und es folgt ein sofortiger Konter mittels Fak Sao.

02. Lap Haken Zyklus - Kurzer Zyklus - Lap Haken rechts / links
In der zweiten Übung (dem "kurzen Lap Haken Zyklus") wird permanent versucht, die Zentrallinienausrichtung des Gegners über kräftigen Zug (Lap Sao) zu zerstören und von der Außenseite mittels Haken zu attackieren. Dem Partner kommt dabei die Aufgabe zu, durch Schulterarretierung dem Zug entgegenzuwirken und den Haken mittels Fak Sao zu kontern.

Man kann hier nach Absprache mit dem Partner entscheiden, worauf fokussiert wird bzw. auf welche Aktion Prioritäten gelegt werden. Entweder man fokussiert auf Lap Sao und Haken oder auf den Konter mittels Pak Sao und Fak Sao.

03. Lap Haken Zyklus - Langer Zyklus
Die dritte und letzte Übung dieses Zyklus befasst sich schließlich mit dem "langen Lap Haken Zyklus", der auf die Schrittarbeit abzielt und schnelle Flankenwechsel (rechts nach links nach rechts ... usw.) beinhaltet. Zusätzlich wird ein schneller Wechsel des Angriffs von der Außenseite zur Innenseite trainiert.

Die eingeübten Techniken sind ganz klar Biu Tze und Holzpuppen-Bewegungen und wiederholen sich im Detail erneut in den Holzpuppen Chi Sao Sektionen bzw. in den Biu Tze Chi Sao Sektionen.

Greift der Gegner uns zuvorkommend an und können wir ihn mit unseren Waffen erreichen, machen wir grundsätzlich von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Ist dies jedoch nicht möglich, müssen wir defensive Strategien einsetzen.

(nach oben)

     
           
             
             
   
21 - SEKTIONSABSCHLÜSSE
     
     
01. Sektionsabschlüsse - Abschluss I - Til Kiu
   
     
02. Sektionsabschlüsse - Abschluss II - Genickzug-Variante
   
     
03. Sektionsabschlüsse - Abschluss III - Unterbrechung mit Jat / Fak
   
     
04. Sektionsabschlüsse - Abschluss IV - Kreuzender Stampftritt
   
     

Die Bezeichnung "Sektionsabschlüsse" resultiert daher, dass man viele der oben aufgelisteten Zyklen "aufgereiht wie Perlen auf einer Perlenkette" hintereinander anordnen und abspulen kann. Also jeder Zyklus wird einmal kurz touchiert und es ergibt sich ein choreographierter Ablauf.
Dieser Ablauf wurde früher traditionell - nachdem der letzte Zyklus abgeschlossen war - durch Finaltechniken beendet. Diese finalen Techniken hat man klassisch als "Sektionsabschluss" bezeichnet.

Die hier aufgelisteten vier Übungen zu erklären, ist überflüssig, da es willkürlich aus Cham Kiu Bewegungen zusammengestellte Bewegungsabläufe sind.

Sie haben lediglich den Sinn, dem Schüler eine Vorstellung von möglichen Kettentechniken bzw. Schlagkombinationen zu geben, mittels derer der Gegner sechs bis sieben Treffer in Folge erhält. Man hätte genauso gut andere Techniken wählen können und als "Sektionsabschlüsse" titulieren können.

Trainiert werden Technikpaare wie z.B.

  • Lap Sao, Til Kiu (Springfaust)
  • Lap Sao, Aufwärtshaken
  • Lan Sao, Pai Jarn (horizontaler Ellbogen)
  • Genickzug (Man Geng Sao), Fauststoß
  • und andere ...

Man bekommt allein durch diese vier Sektionsabschlüsse eine gute Vorstellung von Finaltechniken.

Wie oben erwähnt halte ich selbst recht wenig von durchchoreographierten Abläufen im Chi Sao, die wie sinnentleerte Tänze aussehen. Sie verleiten dazu, dass man annimmt, Chi Sao sei nur in solchen ewig langen - manchmal sogar völlig sinnlosen - Bewegungsketten auszuführen.

Der Drill einzelner Zyklen - also kleiner Bausteine bzw. Bewegungsgruppen - ist hier wesentlich sinnvoller. Diese dann zu Kettentechniken zusammenzustellen und in Anwendungen einzubauen halte ich für deutlich effizienter.

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Dann trau Dich und schreib mir an: info@wingchun-elsner.de

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© 2009 Dr. Cord Elsner - WING CHUN - Stuttgart
     
             
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